Zuber (Einheit)

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Der Zuber, auch Zober, war ein Hohlmaß in Deutschland und der Schweiz. Das Maß hatte vier große Anwendungsbereiche. Man nutzte es als Getreidemaß, Flüssigkeitsmaß (Weinmaß), als Salzmaß und als Kalk- und Kohlenmaß. Der Zuber kann mit dem Scheffel verglichen werden. In Lausanne (Kanton Waadt) in der Schweiz nannte man das Maß auch Müdd/Muid.

Getreidemaß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1810 eingeführte Zuber im Großherzogtum Baden war als Getreidemaß hatte 1500 Liter oder 15 Hektoliter. Die vorgegebene Maßkette war

Flüssigkeitsmaß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zuber als Flüssigkeitsmaß war vorwiegend in der Schweiz im Kanton Bünden verbreitet. Hier galt

  • 1 Zuber = 10 Viertel = 80 Maaß = 320 Quartlein = 5360 Pariser Kubikzoll = 106,5 Liter
  • 1 Fuder = 8 Zuber = 80 Viertel= 640 Maß = 2460 Quartlein = 42.880 Pariser Kubikzoll = 850 Liter

Kohlenmaß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton Luzern und im Kanton Schaffhausen war er ein Kohlenmaß, entsprach dem Schweizer Malter und in

  • Luzern 1 Zuber = 10 Viertel[1]
  • Schaffhausen 1 Zuber = 25 Viertel = 2 ½ Malter = 18.904,664 Pariser Kubikzoll = 375 Liter[2]

Im Königreich Württemberg war der Zuber als Kalk- und Kohlenmaß bekannt. Die Maßkette war

  • 1 Zuber = 5 Immi = 40 Maß = 3704 2/5 Pariser Kubikzoll = 73,5 Liter
  • 1 Zuber = 20 württemberg. Kubikfuß in Stahlwerken[3]

Salzmaß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im preußischen Sachsen war in Halle in den Salzwerken der Zuber als Salzmaß in Anwendung.

  • 1 Zuber Salzsohle = 8 Eimer (Fülleimer) = 480 Quart
  • 5 Zuber = 1 Pfanne
  • 60 Zuber = 1 Quart
  • 240 Zuber = 1 Stuhl

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde...., Verlag Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830
  • Georg Thomas Flügel: Kurszettel fortgeführt als Handbuch der Münz-, Maß-, Gewichts- u. Usancenkunde. Herausgeber L. F. Huber Verlag der Jäger'schen Buch-, Papier- und Landkartenhandlung, Frankfurt am Main 1859

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Nelkenbrecher: J. C. Nelkenbrecher's Allgemeines Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtskunde. Sanderschen Buchhandlung, Berlin 1828, S. 447.
  2. Christian Noback, Friedrich Eduard Noback: Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtsverhältnisse ..., Band 1, F. A. Brockhaus, Leipzig 1851, S. 1112.
  3. C. L. W. Aldefeld: Die Maße und Gewichte der deutschen Zoll-Vereins-Staaten und vieler anderer Länder und Handelsplätze in ihren gegenseitigen Verhältnissen. Verlag J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart/Tübingen 1838, S. 302.