Zuführung (Rechnungswesen)

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Unter Zuführung (auch Dotierung) (englisch addition, increase) versteht man im Rechnungswesen die Erhöhung von Rücklagen und Rückstellungen in der Bilanz.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Rücklagen und Rückstellungen ist die Zuführung eine der Veränderungsinstrumente dieser Bilanzpositionen. Neben Zuführungen gibt es bei diesen Bilanzpositionen noch die Inanspruchnahme (wenn die Rücklage/Rückstellung für den vorgesehenen Zweck verbraucht wird) und die Auflösung (wenn die Rücklage/Rückstellung nicht mehr benötigt wird). Die Auflösung von Rücklagen ist bilanzrechtlich nur in wenigen Fällen statthaft. Auf der Aktivseite der Bilanz bestehen beim Anlage- und Umlaufvermögen als Pendants die Begriffe Zugang und Abgang.

Bildung von Zuführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuführungen erhöhen die Bilanzpositionen der Rücklagen und Rückstellungen. Beide Erhöhungen dieser Bilanzpositionen der Passiva erfolgen aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Während die Zuführung zu den Rückstellungen einen betrieblichen Aufwand darstellt, ist die Zuführung zu den Rücklagen eine Gewinnverwendung, denn Zuführungen zu den Gewinnrücklagen müssen nach § 275 Abs. 4 HGB nach dem Posten „Jahresüberschuss“ ausgewiesen werden. Die Zuführung zu den Rückstellungen ist das Ergebnis einer kaufmännischen Entscheidung, dass ein bestimmter Sachverhalt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer späteren Verbindlichkeit führen wird. Zuführungen zu Rücklagen geschehen durch gesetzlichen Zwang (§ 150 Abs. 1 AktG) oder freiwillig.

Positive und negative Zuführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhöht sich die Rücklage oder Rückstellung, so spricht man auch von einer positiven Zuführung, verringern sie sich, wird auch zuweilen von einer negativen Zuführung (Auflösung) gesprochen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Hagemann, Pensionsrückstellungen, 2004, S. 139
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