Zufallhütte

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Zufallhütte – Rifugio Nino Corsi
Zufallhütte von Osten
Zufallhütte von Osten
Lage im Talschluss des Martelltals; Südtirol, Italien; Talort: Martell
Gebirgsgruppe Ortler-Alpen
Geographische Lage: 46° 28′ 53,3″ N, 10° 40′ 45,3″ OKoordinaten: 46° 28′ 53,3″ N, 10° 40′ 45,3″ O
Höhenlage 2265 m s.l.m.
Zufallhütte – Rifugio Nino Corsi (Südtirol)
Zufallhütte – Rifugio Nino Corsi
Erbauer DÖAV Sektion Dresden
Besitzer Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Erbaut 1882
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Mitte Juni bis 20. Oktober, 1. März bis Mitte Mai
Beherbergung 75 Betten, 34 Lager
Weblink Website der Hütte
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV

Die Zufallhütte (Betonung auf der zweiten Silbe, also Zufàll; italienisch Rifugio Nino Corsi) ist eine Schutzhütte in den Ortler-Alpen in Südtirol. Der Name leitet sich nicht vom Zufall ab, sondern von den nahegelegenen Wasserfällen der Plima.

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zufallhütte liegt auf 2265 m Höhe im inneren Martelltal, einem südlichen Seitental des Vinschgaus. Sie befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Martell im Nationalpark Stilfser Joch.

Die Hütte ist Ausgangspunkt für Anstiege Richtung Westen über das Madritschjoch oder den Eisseepass ins Suldental. Auf südlichem Wege gelangt man zur etwas höher gelegenen Marteller Hütte und weiter zur Köllkuppe und zu den namengebenden Zufallspitzen. Nach Osten hin erreicht man die Vordere Rotspitze und über das Sallentjoch Rabbi im Trentino.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hütte wurde 1882 von der Dresdner Sektion des DuÖAV erbaut, ab 1884 bewirtschaftet und 1913 stark erweitert. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erfolgte eine Plünderung und starke Beschädigung des Gebäudes. 1921 erhielt die Mailänder Sektion des CAI die Überreste der Zufallhütte. Diese veranlasste mit der finanziellen Unterstützung der Familie Foglia-Corsi in den Jahren 1926–1927 eine Instandsetzung und 1939 die Errichtung eines Zubaus, sowie eine Umbenennung nach dem Ski-Alpinisten Nino Corsi.[1]

Zufallhütte mit Madritschtal

Zusammen mit 24 weiteren vom Staat enteigneten Schutzhütten ging die Zufallhütte 1999 in das Eigentum der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol über; mit Jahresende 2010 lief die Konzession zu deren Führung durch den CAI aus.[2][3] Seit 2015 wird das Land Südtirol bei der Verwaltung der Hütte (Vergabe an Pächter, Überwachung der Führung, Sanierungsmaßnahmen) durch eine paritätische Kommission unterstützt, in der neben der öffentlichen Hand auch der AVS und der CAI vertreten sind.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henriette Klier: Bergwanderungen im Vinschgau: 50 ausgewählte Tal- und Höhenwanderungen für das Gebiet des Etschtals und seiner Nebentäler. 5. Auflage. Bergverlag Rother, 2006, ISBN 3-7633-4205-2, S. 100–101.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zufallhütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Kammerer: Schutzhütten in Südtirol. Tappeiner, Lana 2008, ISBN 978-88-7073-422-5, S. 30.
  2. Übergang der Schutzhütten: Basis für Führungskörperschaft gelegt. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 2. Oktober 2009, abgerufen am 30. Januar 2012.
  3. Schutzhütten. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Abteilung Vermögensverwaltung, abgerufen am 30. Januar 2012.
  4. Schutzhütten: Abkommen zwischen Land, CAI und AVS unterzeichnet. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 8. Juli 2015, abgerufen am 8. Juli 2015.