Zugentlastung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eine Zugentlastung ist eine mechanische Schutzvorrichtung für flexible elektrische Leitungen und Schläuche.

Zugentlastungsschelle am Netzanschlusskabel eines elektrischen Gerätes

Genormt ist die Zugentlastung für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel nach EN 62444[1] (ehemals EN 50262[2]).

Zugentlastungen sind oft Metall- oder Kunststoffschellen, die flexible elektrische Anschlusskabel (Litzenleitungen) vor dem Herausreißen schützen. Die Kabel werden dazu eingeklemmt. Auch Kabelverschraubungen können eine Zugentlastungsfunktion haben.

Zugentlastung im Schaltschrank, montiert auf einer Hutschiene
Zugentlastungsleiste am Ende einer Energieführungskette

Eine weitere Methode ist die Fixierung von Leitungen mittels Kabelbindern an speziellen Zugentlastungsleisten. In industriellen Anwendungen sind solche Zugentlastungsleisten verbreitet, da deren Packungsdichte höher ist als bei herkömmlichen Kabelschellen, die nur für einzelne Leitungen ausgelegt sind. Das Spektrum der Außendurchmesser der Kabel ist bei dieser Methode größer als bei Schellen oder Verschraubungen.

Zugentlastungen müssen bei ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln vorhanden sein, die Zugfestigkeit ist - abhängig von der Masse der Geräte - vorgeschrieben. Dazu zählen auch die Steckverbinder an Verlängerungskabeln und flexiblen Mehrfachsteckdosen.

Auch bei Anwendungen, in denen Leitungen und Schläuche einer beabsichtigten bzw. zwangsweise andauernden Belastung ausgesetzt sind, werden Komponenten zur Zugentlastung eingesetzt, z. B. bei Energieführungsketten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Hösl, Roland Ayx, Hans Werner Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, Wohnungsbau-Gewerbe-Industrie. 18. Auflage, Hüthig Verlag, Heidelberg, 2003, ISBN 3-7785-2909-9
  • Heinz O. Häberle: Einführung in die Elektroinstallation. 3. Auflage, Hüthig & Pflaum Verlag, München/Heidelberg, 2003, ISBN 3-8101-0164-8

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIN EN 62444 VDE 0619:2014-05 - Normen - VDE VERLAG. In: www.vde-verlag.de. Abgerufen am 16. September 2015.
  2. DIN EN 50262 VDE 0619:2005-05 - Normen - VDE VERLAG. In: www.vde-verlag.de. Abgerufen am 16. September 2015.