Zukunftsethik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Zukunftsethik hat die Verantwortbarkeit des Handelns (Ethik, Moral) hinsichtlich ihrer Folgen insbesondere für kommende Generationen zum Inhalt und beschäftigt sich insofern speziell mit Themen, die langfristige und nicht ohne weiteres vorhersehbare Auswirkungen für Mensch, Gesellschaft und Natur haben. Ökologie, Medizin, Gentechnik, aber auch wirtschaftliches oder politisches Handeln (siehe auch Globalisierung) sehen sich in diesem Sinne mehr und mehr zukunftsethischen Fragestellungen gegenübergestellt. Nach der Katastrophe von Tschernobyl wurde (und wird) zum Beispiel über die Verantwortbarkeit des Einsatzes von Atomenergie und über Technikfolgenabschätzung intensiv diskutiert.

Vertreter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markanter Vertreter der Zukunftsethik war Hans Jonas, der in seinem Hauptwerk "Das Prinzip Verantwortung - Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation" (1979) die Verantwortbarkeit menschlicher Handlungen in Natur und Technik unter ethisch-moralischen Gesichtspunkten untersucht hat.

In Anlehnung an Immanuel Kant formulierte Jonas seinen kategorischen Imperativ: "Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden."

Damit erklärt Jonas die "Sorge für das Sein" des Menschen zu einer ontologischen Pflicht. Dabei geht es nicht darum, moderne Technologien zu verdammen - Jonas betrachtete sie als Werk der schöpferischen Freiheit des modernen Menschen. Es ist insbesondere die "Verantwortung für Zu-Tuendes", die Jonas bei seiner Zukunftsethik im Blick hat:

"Ich bin verantwortlich mit meiner Tat als solcher (ebenso wie mit ihrer Unterlassung), und das gleichviel, ob da jemand ist, der mich - jetzt oder später - zur Verantwortung zieht. Verantwortung besteht also mit oder ohne Gott, und natürlich erst recht ohne einen irdischen Gerichtshof. Dennoch ist sie, außer für etwas, die Verantwortung vor etwas - einer verpflichtenden Instanz, der Rechenschaft zu geben ist. Diese verpflichtende Instanz, so sagt man wohl, wenn man an keine göttliche mehr glaubt, ist das Gewissen."

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]