Zur See

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Seriendaten
Originaltitel Zur See
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1974–1976
Produktions-
unternehmen
DEFA für das Fernsehen der DDR
Länge 60–75 Minuten
Episoden 9
Genre Familienserie
Regie Wolfgang Luderer
Produktion Rolf Martius
Idee Eva Stein
Musik Helmut Nier
Kamera Peter Krause
Erstausstrahlung 7. Januar 1977 (DDR) auf DDR 1
Besetzung

Zur See ist eine 9-teilige Fernsehserie, die im Auftrag des Fernsehen der DDR von 1974 bis 1976 auf dem Lehr- und Frachtschiff J. G. Fichte der Deutschen Seereederei produziert wurde. Autoren für die einzelnen Episoden waren Eva Stein, Manfred Dietrich, Anne Dessau, Hans Georg Lietz sowie Kapitän Gerd Peters. Regisseur bei allen neun Episoden war Wolfgang Luderer. Viele prominente Schauspieler der DDR waren bei dieser Serie für die Hauptrollen verpflichtet worden. Mit Horst Drinda, Günter Naumann, Günter Schubert und Erik S. Klein standen die wohl populärsten Akteure ihrer Zeit vor der Kamera. Die Serie wurde zu einer der erfolgreichsten und meistgesehenen Produktionen im DDR-Fernsehen.

Die neun Episoden hatten unterschiedliche Laufzeiten bei der Ausstrahlung im Fernsehen und lagen zwischen 60 und 75 Sendeminuten je nach Produktion. Sie wurden bei ihrer Erstsendung am Freitagabend um 20 Uhr im 1. Programm des DDR-Fernsehen ausgestrahlt.

In den neun Folgen werden der Alltag und die beruflichen Situationen einer Schiffsmannschaft der sozialistischen Handelsflotte der DDR vom Kapitän bis zum Decksmann auf ihrem Schiff zwischen See- und Landgang, im Wesentlichen auf tatsächlichen Ereignissen basierend, geschildert. Aber auch die Probleme innerhalb von Familien zweier Kapitäne und die ganz normalen anderen zwischenmenschlichen Probleme, die durch lange Trennung von den Familien entstehen, werden dabei behandelt. Es wird aber auch die Freundschaft zu den sozialistischen Seefahrtstaaten wie der Volksrepublik Polen und der Sowjetunion geschildert; diese stehen der Fichte stets hilfsbereit zur Seite, ebenso wie die kubanischen Behörden.

Der Drehort, die J. G. Fichte im Jahr 1973

Der Grundidee von Zur See folgte in den Jahren 1985/1986 die DDR-Serie Treffpunkt Flughafen, welche ähnliche Geschichten einer Interflug-Besatzung erzählt.

Bezug zu anderen Schiffsserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der US-amerikanischen Serie The Love Boat diente auch Zur See Wolfgang Rademann als Inspiration für die Serie Das Traumschiff. Vier Jahre nach der Erstausstrahlung von Zur See wurde die Serie in der BRD im ZDF erstmals ausgestrahlt. Allerdings schildert Zur See das Leben an Bord der Handelsschiffe der DDR sowie Erlebnisse der Besatzung in den bereisten sozialistischen und kapitalistischen Staaten und nicht das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff.[1]

Es gab auch in der DDR Kreuzfahrtschiffe wie die Völkerfreundschaft und die Arkona. Bereits lange vor der westdeutschen Serie, Ende der 1950er Jahre, hatte die DEFA eine Fernsehserie mit dem Titel „Das Traumschiff“ gedreht. Diese Sendung wurde auf dem alten Dampfer Rostock gedreht, der im Film den Dampfer Hamburg darstellte.

Die Episoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Folge: Die Bewährung (7. Januar 1977, 70 Minuten)
Mit zwei neuen Besatzungsmitgliedern geht das Handelsschiff J. G. Fichte auf Fahrt in die Gewässer jenseits der Ostsee. Kapitän Karsten übernimmt kurzfristig das Kommando über das Schiff, und auch Detlef, der Koch, der zum ersten Mal auf See ist, hat seine erste Bewährungsprobe auf dem Schiff zu bestehen. Während das Schiff nach dem Ablegen zunächst ruhige Fahrt aufnimmt, ordnet der Kapitän wenig später an, dass die Maschine mit höherer Drehzahl laufen soll, damit die wichtige Fracht rechtzeitig im Bestimmungshafen ankommt um neue Ladung aufzunehmen. Chief Weyer versucht vergeblich dem Kapitän zu erklären, dass eine höhere Belastung auf Dauer der Maschine schaden könne. Und so kommt es dann bald auch. Während das Schiff volle Fahrt voraus fährt, fällt die Maschine durch einen Kolbenfresser aus, und das Schiff beginnt bei starkem Seegang manövrierunfähig auf einen Küstenstreifen zu treiben. In dieser Situation steht der Kapitän zwischen zwei Entscheidungen: Entweder das Schiff mit hohen Kosten in den nächsten Hafen schleppen zu lassen oder auf die Künste seines Chiefs zu vertrauen und eine Reparatur unter großem Risiko aufzulegen und damit einem ungewissen Ausgang entgegensehen. Vierzehn Stunden haben der Chief und seine Leute Zeit den Kolben zu wechseln bzw. die Maschine wieder in Gang zu bringen. Unterdessen hat der neue Koch so seine Mühe mit dem Leben auf hoher See. Ständig wandelt er zwischen Kombüse und Reling, um sich gegen die Seekrankheit zu stemmen. Doch auch die unterschiedlichen Wünsche der Besatzungsmitglieder machen dem Smutje arg zu schaffen. Es naht Hilfe in Form von Matrose Thomas, der nicht mehr von seiner Seite weicht und als Speiseplanberater fungiert.

2. Folge: Die Hochzeitsüberraschung (14. Januar 1977, 64 Minuten)
Im Heimathafen Rostock liegt die Fichte fertig zum Auslaufen. Doch es gibt ein Problem: Der Funker ist ausgefallen, und so sucht man fieberhaft nach einem Ersatzfunker. Als einzig verfügbarer Funker steht Petersen zur Verfügung, doch der hat auch ein Problem. Er steht kurz vor seiner Hochzeit, die er schon mehrmals verschieben musste, weil er immer aufs Schiff beordert wurde. Um nicht mit leeren Händen dazustehen, reist Kapitän Karsten nun im Auftrag der Reederei als offizieller Gratulant ins Erzgebirge zum Hochzeitspaar. Dort versucht er die zukünftige Frau des Funkers von der Wichtigkeit der Sache zu überzeugen. Allerdings bedenkt er dabei nicht, dass ein Brautpaar auch auf Hochzeitsreise geht und kommt auf die grandiose Idee, das Paar könne diese auf der Fichte machen. Deshalb sollte die Braut bis zur Genehmigung durch die Seereederei und den übergeordneten Stellen nichts von der geplanten Überraschung erfahren. Ganz geheuer ist der Braut das geheimnisvolle Geplauder und Tun zwischen dem Kapitän und ihrem zukünftigen Mann nicht. Sie vermutet, dass beide irgendetwas im Schilde führen und die Hochzeit doch noch platzen könnte. Es kommt zum Streit zwischen Petersen und seiner Braut. Petersen ist völlig verzweifelt und betrinkt sich. Doch Kapitän Karsten kann die beiden wieder versöhnen. Während der Hochzeitsfeier wartet Karsten ungeduldig auf die Genehmigung der Reederei für die geplante Hochzeitsreise auf der Fichte, die erst in letzter Minute eintrifft. Auch der Betrieb der Braut, der sich zuerst wegen Arbeitskräftemangel quer gestellt hatte, lenkt ein und beurlaubt sie für die Dauer der Reise. Doch die Braut hat sich geschworen, nie mehr ein Schiff zu betreten, nachdem sie früher auf einer Rügenrundfahrt mal seekrank geworden war…

3. Folge: Der Ladungsbrand (21. Januar 1977, 60 Minuten)
Auf der Fichte heuert der Matrose Winfried an. Ein Seefahrtsneuling, der voller Energie und Ideale für seinen Beruf steckt. Im lateinamerikanischen Zielhafen angekommen wartet auf die Schiffsbesatzung jede Menge Arbeit. Man teilt dem neuen Besatzungsmitglied den Laderaum 2 bei der Überwachung des Lösch- und Ladebetriebes des Schiffes zu. Doch Winfried verlässt gegen die Vorschriften die Luke, um für die durstigen Stauerleute Trinkwasser zu holen. Auf der Heimreise kommt es zu einem Ladungsbrand, der auf dem Schiff großen Schaden anrichtet. Von Panik ergriffen steigt der junge Matrose in die Luke, um den Brand selbst zu löschen und bringt sich dabei in große Gefahr. Auch der Schiffskoch Detlef macht seine Erfahrungen an Land. Er will Zutaten für ein Abendessen besorgen, zu dem der Kapitän verschiedene Geschäftspartner eingeladen hat. Doch er vergisst die Zeit und kehrt in einer Kneipe ein, wo er etwas zu viel trinkt und in Unkenntnis der Sitten des Landes von den Einheimischen ausgeplündert wird. Der Wirt behauptet, Detlef hätte das ganze Lokal eingeladen und präsentiert eine gewaltige Zeche. Da er nicht zahlen kann, muss er Hemd und Hose dort lassen. Als er dann nur spärlich in einen Zementsack gekleidet viel zu spät, aber halbwegs gesund auf dem Schiff zurück ist, stellt er mit großer Erleichterung fest, dass seine Freunde das kalte Buffet für den Empfang beim Kapitän gerettet haben.

4. Folge: Die Kollision (28. Januar 1977, 70 Minuten)
Die Fichte ist in südamerikanischen Gewässern unterwegs und hat beim Einlaufen in den Hafen eine Kollision mit einem heimischen Frachter. Die Presse des Landes wirft dem Kapitän vor, durch ein falsches Fahrmanöver den Tod von drei Seeleuten verursacht zu haben. Bei einer Anhörung werden verschiedene Zeugenaussagen gemacht, eine davon belastet Kapitän Karsten schwer. Wenn es ihm nicht gelingt, das Gegenteil zu beweisen, muss er ins Gefängnis. Es beginnen zermürbende Wochen des Wartens, auch dadurch bedingt, dass der Kapitän kaum die Möglichkeit bekommt, mit seiner Reederei zu Hause Verbindung aufzunehmen. Ein etwas zwielichtiger westdeutscher Diplomat bietet Karsten Hilfe an unter dem Hinweis, dass er schließlich ein Landsmann wäre – auch wenn er aus der DDR kommt. Karsten lehnt jedoch ab. Die Zeit arbeitet gegen den Kapitän: Der beauftragte Rechtsanwalt vor Ort lässt sich viel Zeit, die Behörden unterdessen erstellen ein Gutachten des Unfallhergangs. Dabei stellt sich heraus, dass der Fahrtenschreiber einen anderen Kurs ausweist als den vom Kapitän vorgegebenen. Auch in der Reederei in Rostock arbeitet man an der Analyse des Unfallhergangs. Eines Tages findet der zuständige Havariespezialist durch Simulationen mit Schiffsmodellen die entscheidende, aber verhängnisvolle Ursache für das Unglück: Die Strömungs- und Fahrwasserverhältnisse in dem engen Kanal haben eine unerwartete Schiffsdrehung verursacht. Jetzt ist nur noch ein Problem zu lösen: Werden die Behörden des Landes den Spezialisten noch rechtzeitig für eine Verhandlung bei Gericht einreisen lassen?

5. Folge: Ruf an Rügenradio (5. Februar 1977, 60 Minuten)
Auf der Fichte entdeckt man einen blinden Passagier. Es ist aber nur ein Ochse, der beim Entladevorgang im Hafen übersehen wurde. Das Tier ist sehr unruhig und zudem übel gelaunt. Der junge Winfried macht den Versuch, das arme Tier einzufangen und schlägt dabei mit dem Kopf auf die Schiffsplanken. Wenige Tage später, der Vorfall ist fast vergessen, klagt Winfried über sehr heftige Kopfschmerzen, die von Stunde zu Stunde unerträglicher werden. Besorgt um seinen Kollegen nimmt Kapitän Karsten Kontakt zu einer Klinik im Heimathafen Rostock auf und bittet auch die Schiffe in der Nähe um medizinische Hilfe. Alle Anzeichen sprechen eindeutig für einen Bluterguss unter der Schädeldecke, der schnellstens behandelt werden muss. Der herbeieilende polnische Schiffsarzt ist jedoch nur ein Internist, der die Operation nicht ausführen kann. Für Winfried wird die Situation unterdessen lebensbedrohlich. Dann endlich findet man an Land auf Kuba einen geeigneten Chirurgen über Funkkontakt. Ein Hubschrauber wäre einsatzbereit, um den Arzt aufs Schiff zu fliegen. Doch dann braut sich ein gewaltiger Hurrikan zusammen. Der Hubschrauberpilot nimmt jedoch das Risiko eines gefährlichen Fluges auf sich und Winfried kann durch eine Notoperation gerettet werden.

6. Folge: Zwei Briefe (12. Februar 1977, 75 Minuten)
Die Ehe zwischen Chief Weyer und seiner Frau Barbara spitzt sich immer mehr zu. Seine Frau ist nicht mehr im Stande, die einsamen Wochen und Monate zu Hause auszuharren während ihr Mann auf See ist. Um seine Ehe doch noch zu retten, verabschiedet sich Weyer schweren Herzens von der Mannschaft und quittiert seinen Dienst. An Land versucht er sich als Ingenieur eine neue Existenz aufzubauen. Das Familienleben verläuft anfangs recht gut und harmonisch. Doch mit der Zeit häufen sich die Streitigkeiten wegen Kleinigkeiten in der Familie. Darunter leiden auch die beiden Kinder der Weyers. Die Tochter verbringt ihre Zeit nur noch bei ihrem Freund, der Sohn geht ebenfalls seine eigenen Wege. Der Chief bekommt nach und nach den Eindruck, nicht mehr wirklich in das geregelte Familienleben zu passen. Er fühlt sich an Land nicht zu Hause, völlig unzufrieden, und vermisst mit der Zeit seine Maschine. Allmählich beginnt seine Frau zu begreifen, dass ihr Mann, den sie liebt, auf See gehört. Dahin, wo er sich schon immer wohlgefühlt hat. Es wird aber nicht ganz einfach, ihn wieder dahin zu bringen. So bleibt ihr nichts anderes, als zu einer kleinen List zu greifen.

7. Folge: Lotse an Bord (19. Februar 1977, 60 Minuten)
Wieder einmal ist die Fichte in Südamerika. Hier bekommt die Besatzung die rauen Methoden der Konkurrenz zu spüren. Als Matrose Willi einen Augenblick nicht auf seinem Kontrollposten ist, schmuggelt ein Unbekannter einen Brandsatz an Bord. Daraufhin ordnet der Kapitän höchste Wachsamkeit an und fordert seine Leute auf, die Augen offen zu halten, wo immer sie auf dem Schiffsdeck sich gerade befinden. Er vermutet, dass der Lotse mit einem dubiosen Geschäftskonkurrenten gemeinsame Sache macht. Zunächst passiert die Fichte entgegen allen ersten Erwartungen die schwierigen Stellen entlang der Küste bis zur Hafeneinfahrt. Kurz davor kappt der Führer des Schleppers unter einem fadenscheinigen Vorwand die Leine, die sich schnell in der Schraube verheddert. Die Fichte liegt manövrierunfähig vor der Hafeneinfahrt, zudem droht ihr die Gefahr auf Grund zu laufen. Die einzige Lösung in dieser Lage scheint die kostspielige Bergung mit Schlepperhilfe zu sein. Doch das kommt für den Kapitän nicht in Frage. Man versucht aus eigener Kraft von der Stelle zu kommen. Doch Winfried und Willi, die zum Propeller hinab tauchen, um die Leine aus dem Propeller zu schneiden, merken bald, dass sie es allein nicht schaffen und entkräftet aufgeben müssen. Da naht Hilfe in Gestalt des großen sozialistischen Bruders.

8. Folge: Die Verhandlung (26. Februar 1977, 75 Minuten)
In der Seekammer der DDR findet eine Verhandlung statt, zu der Kapitän Karsten als Beisitzer bestellt und Gerd Peters als Havariekommissar zu sehen ist. Dort geht es um die Grundberührung eines Schiffes, das unter dem Kommando Kapitän Langhans stand, einem guten Freund von Karsten. Die ersten Anzeichen und Indizien sprechen für Langhans, da dieser in der vorgefallenen Gefahrenlage falsch von seinem Offizier über die Position des Schiffes informiert worden sein soll. Während einer Verhandlungspause stellt der junge Offizier fest, dass seine Urlaubsliebe die Tochter von Langhans ist. In seiner Lage zieht der Offizier seine Aussage zurück und erklärt, dass er den Kapitän noch rechtzeitig über den Irrtum habe informieren können. Nun steht Aussage gegen Aussage. Aus Angst um sein Kapitänspatent versucht Langhans nun dem jungen Offizier das Versagen anzulasten. Dagmar, seine Tochter, durchlebt angstvolle Stunden und weiß nicht, wie sie sich in diesem Konflikt verhalten und wem sie glauben soll. Kapitän Karsten versucht Langhans ins Gewissen zu reden. Er wartet lange vergeblich, bis Langhans mit der Wahrheit herausrückt.

9. Folge: Zwei Kapitäne (4. März 1977, 64 Minuten)
Kurz vor Weihnachten ist die Stimmung in der Mannschaft ziemlich bedrückt, weil man kurzfristig eine Ladung zugesprochen bekommen hat. Die Besatzungsmitglieder wollen eigentlich zu Weihnachten und Silvester zu Hause bei ihren Familien verbringen, da sie die vorhergehenden Jahre in dieser Zeit immer auf See unterwegs waren. Die Stimmung an Bord wird zusätzlich durch das eisige Verhältnis und die unüberbrückbaren Spannungen zwischen Karsten und Langhans getrübt. Langhans wurde für die Fahrt als Ersatz für den Posten des Ersten Offiziers eingestellt und hat Karsten noch immer nicht verziehen, seit die Verhandlung vor der Seekammer beendet wurde. Auf der Brücke kommt es zudem zu einem Streit darüber, welche die günstigste Route nach Hause ist. Man entscheidet sich für die zu dieser Jahreszeit risikoreiche Nordpassage über teilweise mit Eisbergen besätem Meer. Als die Zone mit der größten Gefahr herankommt, muss Karsten wegen einer Tropenerkältung das Kommando an Langhans abgeben. Sich seiner großen Verantwortung bewusst, stellt sich der Kapitän Tag und Nacht an die Brücke und versucht die Fichte durch dichten Nebel und Eisberge zu manövrieren, denn er weiß, dass der Erfolg in dieser Sache auch über sein Kapitänspatent entscheidend sein wird.

Blick auf den Brückenaufbau der J. G. Fichte

Das Schiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: J. G. Fichte (Schiff)

Das Schiff wurde am 30. Oktober 1948 unter französischer Flagge für den Liniendienst Frankreich-Brasilien-Argentinien vom Stapel gelassen und hieß ursprünglich Claude Bernard. Gut 17 Monate später, am 18. März 1950, trat es seine Jungfernreise nach Buenos Aires in Argentinien an, wo es bis 1962 hauptsächlich im Südamerikadienst verkehrte. Zwischendurch machte es aber auch Fahrten nach Afrika und später auch in den Fernen Osten. Die Claude Bernard bot damals 94 Passagieren in der 1. Klasse Platz, sowie weiteren 230 Passagieren in der 2. Klasse.

Am 7. August 1962 übernahm der VEB Deutsche Seereederei Rostock das Schiff als Fracht- und Lehrschiff und gab ihm den Namen des deutschen Philosophen Johann Gottlieb Fichte. Im Sommer 1974 drehte hier das Fernsehen der DDR die neunteilige Fernsehserie Zur See. Am 9. Juli 1979 wurde das Schiff schließlich außer Dienst gestellt, zum Verkauf angeboten und im Überseehafen Rostock noch im gleichen Jahr als Sunrise an die Estrella Christal Navigation S. A., Panama übergeben. 1980 wurde das Schiff dann in Sunrise IV umbenannt und fuhr unter der Flagge von Sri Lanka, ehe es 1981 in Pegancia umbenannt wurde. Unter diesem Namen wurde das Schiff am 28. April 1981 nach Gadani Beach (Pakistan) zur Verschrottung geschleppt, wo es am 24. Mai 1981 ankam.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Filmcrew wurde das Schiff auf Grund seines Alters und Zustandes auch scherzhaft Die Johann Schrottlieb Fichte genannt.[2]

DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Oktober 2009 ist die Serie auf DVD erschienen.[3] Mittlerweile gibt es eine 2014 erschienene Neuauflage.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur See auf tagesspiegel.de
  2. Ray van Zeschau: "Ein Sympathieträger ohne Gleichen, einer unser Besten", Interview mit Günter Schubert, KINOKALENDER Dresden, September 2008
  3. DVD Zur See auf cinefacts.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]