Zurich Gruppe Deutschland

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Zürich Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Deutschland)
Zurich Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1875
Sitz Frankfurt am Main, Bonn, Deutschland
Leitung Marcus Nagel (Vorstandsvorsitzender seit 1.3.2016)
Mitarbeiter ca. 5.200 (2015)
Umsatz ca. 6,9 Mrd. EUR (2015)[1]
Branche Versicherungswesen
Website www.zurich.de
Ehemaliges Zürichhaus in Hamburg

Die Zurich Gruppe Deutschland zählt zu den größten Versicherungsunternehmen in Deutschland und ist Teil der weltweit tätigen Zurich Insurance Group. Heute zählt sie zu den 10 größten Versicherungsunternehmen in Deutschland (Rang 4 nach Beitragseinnahmen im Lebensversicherungsgeschäft, Rang 8 im Sachversicherungsgeschäft, sowie Rang 3 im Industrieversicherungsgeschäft (2014)). Zurich ist der bedeutendste Anbieter im Bereich fondsbasierter Altersvorsorge, Produkte zu Absicherung biometrischer Risiken und arbeitet bei der Gestaltung seiner fondsbasierten Lebensversicherungsprodukte eng mit der Deutsche-Bank-Tochter DWS Investments zusammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zurich Gruppe Deutschland entstand 1875, als die Schweizer Muttergesellschaft ihre erste Filiale in Deutschland gründete, aus der heraus auch das Geschäft mit Polen und Russland aufgebaut wurde. Bereits 1844 hatte die später von der Zurich Insurance Group übernommene Agrippina-Versicherung ihren Geschäftsbetrieb als damit ältester Vorläufer im deutschen Konzern aufgenommen. 1922 gründete die Zürich in der Schweiz die Vita Lebensversicherung AG, die später auch in Deutschland tätig ist. 1923 wurden mit der Goldmark Lebensversicherungsbank, die bereits im folgenden Jahr in Agrippina Lebensversicherungsbank und später in Agrippina Lebensversicherung umbenannt wurde, und der Deutschen Allgemeinen Versicherung, die bereits fünf Jahre später von der Zurich übernommen wurde, zwei weitere Versicherer gegründet.

Aufgrund der politischen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte die Zürich 1949 der Sitz der deutschen Filiale von Berlin nach Frankfurt am Main. Dort gründete die Gesellschaft 1967 eine Tochtergesellschaft für Kautionsversicherungen, zwei Jahre später übernimmt die Zürich die Aktienmehrheit bei der in Köln ansässigen Agrippina-Versicherung. 1974 mit der Schaffung der Agrippina-Zürich Rechtsschutzversicherung AG und 1990 mit der Zürich International Versicherung als Spezialist für international tätige Industriekunden folgen weitere Neugründungen von Tochtergesellschaften.

Nach der Umbenennung der Vita Lebensversicherung AG in Zürich Lebensversicherungs-Gesellschaft 1993 erfolgt 1995 die Verschmelzung der bis dato getrennt aktiven Zürich und die Agrippina zur Zürich Agrippina. Ab 1998 betätigten sich der Konzern mit der Zürich Agrippina Krankenversicherung auch in dieser Sparte. Zur Jahrtausendwende vereinheitlichte der Konzern endgültig die Vetriebe und Marken von Agrippina und Zürich zur Zürich Agrippina und etablierte diese unter dem neuen Holdingnamen Zürich Beteiligungs AG.

In den folgenden Jahren wuchs die Zurich durch Zukäufe. Zunächst erwarb die Gesellschaft 2001 die Neckura Versicherungen vom US-amerikanischen Versicherungsunternehmen Nationwide Mutual Insurance Company, womit die Zürich insbesondere ihre Stellung im deutschen KfZ-Versicherungsmarkt durch die Verschmelzung der Neckura-Töchter Auto Direkt und Sun Direct auf den Direktversicherer DA Direkt Versicherung ausbaute. Im Herbst 2001 erwarb die Zurich Gruppe Deutschland mit Wirkung zum Mai 2002 die 1922 gegründete Versicherungsgruppe Deutscher Herold von der Deutschen Bank. Rückwirkend zum 1. Januar 2006 wurden die ehemaligen Gesellschaften Patria AG und Deutscher Herold Allgemeine Versicherung AG am 13. Oktober 2006 in die Zurich Versicherung AG integriert. Zürich Lebensversicherung AG und Deutscher Herold Lebensversicherung AG wurden in die neu geschaffene Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG überführt. Die Vertriebsmarke Zurich Deutscher Herold blieb erhalten. Ein wichtiger Vertriebskanal ist die Deutsche Bank, mit der eine exklusive Vertriebspartnerschaft bis 2022 besteht, aber neben dem Ausschließlichkeitsvertrieb werden die Produkte der ZGD auch über die Gesellschaften Bonnfinanz AG, Swiss Life Select, Telis Finanz, vocus24 u.a. vermittelt. Versicherungsmakler und Mehrfachagenten werden über die Makler-Organisation (getrennt nach General Insurance und Life) betreut. Die Zurich Gruppe Deutschland verfügt über Direktionsstandorte in Bonn, Frankfurt am Main, Köln, Oberursel und Wiesbaden.

Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschaften.png

Die folgenden Versicherungsgesellschaften sind Teil der Zurich Gruppe Deutschland (ZGD):[2]

  • Zürich Beteiligungs-AG (Holding)
  • Zurich Insurance Plc, Niederlassung für Deutschland
  • Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG
  • DA Direkt Deutsche Allgemeine Versicherung AG
  • Deutscher Pensionsfonds AG
  • Real Garant Versicherung AG
  • ADAC Autoversicherung AG
  • Baden Badener Versicherung AG

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Direktionsstandort Bonn hat sich in den Jahren bis 2008 zum Hauptsitz der Zurich Gruppe Deutschland entwickelt, wo nicht nur eine Reihe von Vorständen, sondern auch die zentralen Stabsabteilungen (Personal, Unternehmenskommunikation, Recht, Finanzen und Marketing) ihren Sitz haben. Der Zurich Hauptsitz befindet sich in der unter Denkmalschutz stehenden Poppelsdorfer Allee, die die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Zentrum der Stadt mit dem Poppelsdorfer Schloss verbindet. Zudem sind in Bonn auch die Zurich Töchter Bonnfinanz sowie die Bonner Akademie angesiedelt. Herausragendes Gebäude der Zurich Gruppe Deutschland ist das alte Herold-Haus an der Ecke Poppelsdorfer Allee/Bonner Talweg. Anfang 2015 entschied die Zurich Gruppe, die Direktionsstandorte Bonn und Köln im Jahr 2019 in Köln zusammenzulegen.[3]

Frankfurt am Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1959 bis 1960 baute die «Zürich-Versicherung» in Frankfurt am Main direkt neben der Alten Oper am Opernplatz das Zürich-Haus. Das für damalige Verhältnisse moderne Bürohochhaus mit einem 68 Meter hohen, schlanken Turm galt als Frankfurts erster Wolkenkratzer. Lange Fensterbänder und eine dunkelblaue Fassade mit Aluminium-Schmuck (eine Curtain-wall-Fassade) mit kleinen Geschäften im Erdgeschossbereich waren das Markenzeichen des später unter Denkmalschutz gestellten Gebäudes. Im Jahre 2002 wurde es abgerissen, weil es dem Eigentümer zu klein war und eine umfassende Modernisierung zu teuer geworden wäre[4]. Nachdem das Gelände mehrere Jahre lang brachlag und 2004 an einen Investor verkauft wurde, entstand hier ein 170 Meter hoher Neubau, der Opernturm, der 2009 fertiggestellt wurde.

Das Zürichhaus in Berlin-Mitte im Februar 2008

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berlin (Taubenstraße 4–6 in Berlin-Mitte) steht ein fünfgeschossiges neoklassizistisches «Zürichhaus» des Architekturbüros Bielenberg & Moser (Richard Bielenberg und Josef Moser), das zwischen 1913 und 1915 errichtet wurde. Bis 1945 diente das Gebäude der Zürich-Versicherung als Berliner Verwaltungssitz, später zog der VEB Rationalisierungs- und Rechenzentrum Außenwirtschaft ein. Nach der Wende ging das denkmalgeschützte Haus an die Kreditanstalt für Wiederaufbau.[5][6] Heute dient das Haus als Nebengebäude des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.[7]

Ehemaliges Zürichhaus in Hamburg

Hamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hamburg (Domstraße 17–21) gibt es ein «Zürichhaus», das 1989 an die Angermann Global Property Alliance GmbH in Hamburg verkauft wurde. Das Gebäude wurde danach durch das renommierte Architekturbüro gmp Gerkan, Marg und Partner zwischen 1989 und 1993 umgebaut. Hauptmieter ist nun das neuseeländische Generalkonsulat.[8]

Düsseldorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Düsseldorf (Heinrich-Heine-Allee 12) steht ein 1954 von den Architekten Heinrich Rosskotten, Rupert Wach, Robert Kuhlen, Wolf Kirchoff, Artur Karstein und Walter Clausnitzer in Beton-Glas-Architektur entworfenes Gebäude der früheren «Zürich-Versicherung». Dieses wurde im Jahr 2007 an die NPC-Gruppe verkauft, eine Projektentwicklungsgesellschaft, die ab 2009 den Neubau eines Büro- und Geschäftshauses vorsieht, ausgeführt durch das Düsseldorfer Büro RKW Rhode, Kellermann und Wawrowsky.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zurich Gruppe Deutschland
  2. Unser Konzern stellt sich vor. Zurich Gruppe Deutschland, abgerufen am 15. März 2013.
  3. OB Jürgen Nimptsch bedauert Zurich-Wegzug, Kölner Stadt-Anzeiger, 9. Januar 2015
  4. Johannes Wendland: Gestern hässlich, heute schön. Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 8. September 2000, archiviert vom Original am 19. Juni 2004, abgerufen am 15. März 2013.
  5. aus dem „Berlin-Lexikon“ des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  6. Landesdenkmalliste Berlin: eh. Zürichhaus
  7. Adresse Berlin
  8. Kurzinfo zum Hamburger Zürichhaus
  9. NPC Gruppe kauft das Zürichhaus (Memento vom 15. Oktober 2008 im Internet Archive)