Zvi Lothane

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Zvi Lothane (2008)

Zvi Lothane (* 21. Mai 1934 in Lublin, Polen, als Hersz Szuldyner), auch Henry Lothane, gelegentlich Henry Zvi Lothane, ist ein US-amerikanischer Psychoanalytiker, Psychiater und Hochschullehrer. Er arbeitet als Professor für Psychiatrie an der Icahn School of Medicine am Mount Sinai Hospital in New York City. Er hat die Shoah als Kind und Jugendlicher überlebt. Er ist polnischer Herkunft.

Frühe Prägungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zvi Lothane wurde im Jahr 1934 als einziges Kind jüdischer Eltern in Lublin geboren. Der in der Geburtsurkunde eingetragene Name lautete „Hersz Szuldyner“. Nach der deutsch-sowjetischen Eroberung Polens 1939 lebte die Familie von 1939 bis 1941 unter russischer Besatzung in Ostpolen. Der Vater meldete sich im Jahr 1941 freiwillig beim russischen Kommandanten des Distrikts, um die Emigration der Familie nach Russland zu ermöglichen. Hier lebte Zvi Lothane unter ständiger Bedrohung in Brest-Litovsk, in der Komi ASSR, wo sein Vater ihm das Leben rettete, und Nischni Nowgorod. Er las Zeitungen, hörte Radio und sah Propagandafilme, in denen die Grausamkeiten der deutschen Wehrmacht und der deutschen Faschisten in den eroberten Teilen Russlands dargestellt wurden. Im Jahr 1946 erfolgte die Rückkehr der Familie von Russland nach Lublin, wo Zvi Lothane die Volksschule besuchte. Er besuchte auch das ehemalige Konzentrationslager in einem Vorort von Lublin. Sein Name wurde nun von „Hersz Szuldyner“ in „Hersz Szuldiner“ umgeschrieben. Die Eltern riefen ihn „Henio“ oder „Henryk“. Seine Lehrerin war Krystyna Mandelbaum (Modrzewska)[1], bei der Zvi Lothane in Englisch, Musik, Geschichte und Philosophie unterrichtet wurde. Krystyna Mandelbaum war die Tochter der Konzertpianistin Franciszka Mandelbaum geb. Frenkiel und des Mediziners Hersch (Henryk) Mandelbaum, der zwischen 1935 und 1939 ärztlicher Direktor des Israelitischen Krankenhauses in Lublin gewesen war und der jüdisch-sozialistischen Partei angehörte. Krystyna Mandelbaum (Modrzewska) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg noch Ärztin, so unter anderem in Białystok. Sie verstarb im Jahr 2008 in ihrer Wahlheimat Schweden.[2] Familie Lothane entschloss sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der ersten Auswanderungswelle polnischer Juden[3] im Jahr 1950 zur Auswanderung nach Israel also in das Land, in dem die heilige Sprache auch an Wochentagen und auf der Straße gesprochen werden kann.[4] Es war nach dem Zweiten Weltkrieg erneut zu Ausschreitungen gegen Juden in Polen gekommen. In Israel wurde der Vorname „Hersz“ in „Zvi“ geändert und der Name lautete nun „Zvi Szuldiner“.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ramat Gan besuchte Lothane das Gymnasium Ohel Schem. Wegen seiner Sprachkenntnisse arbeitete er während des anschließenden Militärdienstes als Übersetzer. Er brachte sich autodidaktisch andere Sprachen bei, so beispielsweise auch Deutsch. Danach studierte und promovierte er an der Hadassah Medizinschule der Hebräischen Universität Jerusalem. Die Approbation als Arzt erfolgte im Jahr 1962 am Beilinson Hospital in Petach Tikwa, das nach dem jüdischen Arzt und Journalisten Moshe Beilinson benannt worden war. Während des Prozesses gegen Adolf Eichmann weilte Lothane in Jerusalem. Er war damals (1962) neun Monate lang Sekundärarzt im „Talbieh Psychiatric Hospital, Jerusalem“. In diesem psychiatrischen Landeskrankenhaus waren durch den Prozess retraumatisierte Shoah-Überlebende untergebracht. Das „Talbieh Psychiatric Hospital, Jerusalem“ stand damals unter der ärztlichen Leitung des Psychiaters, Psychoanalytikers und Traumaforschers Heinrich Winnick.[5] Anschließend emigrierte Zvi Lothane mit seiner Frau Malca und Tochter Shara in die Vereinigten Staaten. Die Einbürgerin in den USA erfolgte unter dem Namen „Zvi Lothane“, da Lothane seinen Nachnamen von „Szuldiner“ in „Lothane“ umändern ließ.[6] In den USA arbeitete er zunächst im „Strong Memorial Hospital, Rochester NY“, wo er zwischen 1963 und 1966 eine Ausbildung bei George L. Engel absolvierte und die Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie abschloss. Bis 1969 arbeitete er als leitender Arzt im „Hillside Hospital, New York“. In den Jahren von 1966 bis 1972 studierte Lothane Psychoanalyse am New York Psychoanalytic Institute in New York City.

Seit 1969 arbeitet Lothane als Mitglied des Lehrkörpers am Mount Sinai Hospital in New York City als Professor für Psychiatrie.[7] In seiner Privatpraxis arbeitet er zudem als Psychiater, Psychotherapeut und Psychoanalytiker. Im Jahr 1994 wurde er Psychiatrieexperte für die Verfolgten des Naziregimes am Deutschen Konsulat in New York. Lothane ist Distinguished Life Fellow der American Psychiatric Association und Mitglied der American Psychoanalytical Association sowie der International Psychoanalytical Association mit deren erstem Vorsitzenden Franz Riklin im Jahr 1910. Von 1995 bis 1998 war er Präsident der „American Society of Psychoanalytic Physicians“. Mit dem Heidelberger Psychiater und Familientherapeuten Helm Stierlin sowie mit dem in Heidelberg studiert habenden Psychiater Klaus Dörner tauschte sich Lothane in New York City und Hamburg in persönlichen Gesprächen aus. Auch der Medizinhistoriker Volker Roelcke war Gast in New York. In den Jahren 2006 und 2008 war Lothane Gastprofessor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg bei Wolfgang U. Eckart. 2006 hielt Lothane hier einen Vortrag über das Tetragramm sowie einen Vortrag über Wort bei der Georg Groddeck Gesellschaft in Baden-Baden.[8] Im Jahr 2007 hielt Lothane an der Psychiatrischen Universitätsklinik Leipzig bei Holger Steinberg einen Vortrag zum Thema „Paul Schreber ist immer noch eine Herausforderung für Psychiatrie und Psychoanalyse.“

Zvi Lothane wurde in die Liste der Söhne und Töchter der Stadt Lublin aufgenommen. Lublin war im Zweiten Weltkrieg deutsches Hauptquartier für die Aktion Reinhardt.[9] Als ehemaliger Gastprofessor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin Heidelberg beschloss Lothane, Mitglied des Netzwerks Heidelberg Alumni International der Ruprecht Karls Universität Heidelberg zu werden.[10] Lothane ist zudem befreundet mit dem aus Ulm stammenden Germanisten Walter Hinderer sowie dem Literaturwissenschaftler und Historiker Martin Stingelin.[11][12]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebst zahlreichen Publikationen zur Methodologie der Psychotherapie und Psychoanalyse sowie zur Geschichte der Psychiatrie kann das wissenschaftliche Werk Zvi Lothanes folgenden Schwerpunkte zugeordnet werden:

Sabina Spielrein: Bearbeitung der Korrespondenz zwischen Sigmund Freud und Carl Gustav Jung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zvi Lothane trug dazu bei, dass die im Dritten Reich ermordete russische Ärztin und Psychoanalytikerin jüdischen Glaubens Sabina Spielrein (1885–1942) nicht vergessen wurde.[13] Sabina Spielrein erlitt während ihres Medizinstudiums in der Schweiz einen Nervenzusammenbruch (fragliche Hysterie) und wurde so Patientin im renommierten Burghölzli (Psychiatrische Klinik der Universität Zürich) unter dem damaligen Chefarzt Eugen Bleuler und dessen Oberarzt C.G. Jung. So entstand die Bekanntschaft zwischen Sabina Spielrein und Carl Gustav Jung. Während der ärztlichen Behandlung Sabina Spielreins wandte sich Carl Gustav Jung an Sigmund Freud, um mit ihm die Behandlung der Patientin zu diskutieren. Lothane arbeitete über diese Korrespondenz zwischen Carl Gustav Jung und Sigmund Freud. Er analysierte in diesem Zusammenhang auch die Briefe von Sigmund Freud an Karl Abraham (1913).[14] Sabina Spielrein kehrte nach ihren Aufenthalten in der Schweiz, in Wien und Berlin, wieder nach Russland in ihre Heimatstadt Rostow zurück, wo sie gemeinsam mit ihren Brüdern während des Dritten Reiches den Tod fand. Sie selbst wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Ihre Brüder wurden höchstwahrscheinlich von Stalins Roter Armee ermordet.

Bei der Bearbeitung der Korrespondenz zwischen Freud und Jung arbeitet Lothane aktuell (2016) mit dem Großneffen von Sabina Spielrein zusammen, um die Familiengeschichte Spielrein am Leben zu erhalten.

Daniel Paul Schreber: Entwicklung eines modifizierten Paradigmas der Schreber Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothanes hauptsächliches wissenschaftliches Anliegen gilt allerdings – neben der Beschäftigung mit den Werken Sigmund Freuds, Carl Gustav Jungs, sowie Eugen Bleulers und Otto Fenichels[15] – dem „Fall Daniel Paul Schreber“ in der Heil- und Pflegeanstalt Pirna (Schloss Sonnenstein), dessen Krankheitsstadien[16] und Rehabilitation er bis heute verfolgt.[17] Er ist weltweit einer der besten Kenner des „Falles Schreber.“[18][19][20][21] Lothane war einer der Hauptredner auf dem internationalen Schreber-Kongress im April 2011 in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, auf dem vor allem die Schreber-Interpretation Sigmund Freuds kritisch gewürdigt wurde.[22][23] Lothane verwehrte sich in seinen Arbeiten gegen Heinz Kohut und dessen Erklärung des Nazi-Phänomens in Begriffen einer Pathologie Hitlers, um die angebliche Psychose Hitlers mit der von Moritz Schreber (Vater von Daniel Paul Schreber) gleichzusetzen.[24][25] Auch widersprach Lothane William G. Niederland und dessen These vom Haustyrannen Moritz Schreber, der seinen Sohn in vielfältigster Weise missbraucht haben solle.[26] Lothane verließ das Paradigma der „Schwarzen Pädagogik“ Moritz Schrebers und regte somit einen Paradigmenwechsel in der Schreber-Interpretation an.

Schrebers Phantasien und Wahnvorstellungen führten diesen auch in das Alte Testament in das Buch Hiob und zu Goethes Faust. Lothane schenkte diesen Phantasien besondere Aufmerksamkeit und folgte ihren Spuren in der zugehörigen Literatur. Auch die Begriffsgeschichte wurde berücksichtigt.[27]

Lothane beschäftigte sich ebenfalls mit dem Verhalten des Krankenwartpersonals in der Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein und der Klinik Paul Flechsigs.[28][29]

Im Jahr 1994 wurde Zvi Lothane von dem im Jahr 1972 aus den USA nach Wien zurück gekehrten Ernst Federn zu einem Vortrag über die Psychoanalyse nach Wien eingeladen. Im November des Jahres 2016 weilte Lothane an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien zu einem Gastvortrag über Daniel Paul Schreber sowie als Seminarleiter eines Seminars über die Psychoanalyse.[30]

Einführung der Dramatologie in die interpersonelle Psychoanalyse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1978 hat Lothane zudem ca. 80 Arbeiten zur Methodologie der Psychoanalyse und Psychotherapie veröffentlicht. Er befasste sich auch mit der von Ludwig Binswanger beschriebenen „Gefühlsdiagnose“.[31] Um die zwischenmenschliche Dimension in Psychiatrie und Psychotherapie zu stärken, hat Lothane die Dramatologie als neues Paradigma eingeführt, welches „statt der Beschränkung auf Narratologie, deskriptive Erzählung, die Bedeutung von Handlung und Dialog im Leben, bei der Entstehung von Symptomen und in der Interaktion zwischen Arzt und Patient hervorhebt und als Beitrag zu einer interpersonellen Psychoanalyse konzipiert ist“.[32][33] Lothane bevorzugte dabei die Theorie Harry Stack Sullivans der „Interpersonal Psychoanalysis.“[34] In der Dramatologie nutzte Zvi Lothane auch den Ansatz von Michael Balint über die primäre Liebe,[35][36] sowie den Ansatz von Sandor Ferenczi, den „dramatologist of love.“ [37][38] Ebenso wurde Lothane inspiriert von dem polnischen Philosophen und Priester Józef Tischner, der zur Phänomenologie und zur Philosophie des Dramas gearbeitet hatte, ohne allerdings die Bezeichnung „Dramatologie“ explizit zu verwenden.[39]

Arbeiten zum 20. Jahrhundert als dem Jahrhundert der Totalitarismen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothane beschäftigte sich mit den Zusammenhängen zwischen Massenpsychologie und totalitären Regimen im 20. Jahrhundert als dem Jahrhundert der Totalitarismen. Primär interessierte er sich dabei für den Nationalsozialismus und dessen Entstehungsgeschichte im 19. Jahrhundert. Er verdeutlichte den rassistischen Antisemitismus des 19. Jahrhunderts unter anderem an der Person des jüdischen Bankiers Gerson von Bleichröders, der enger Berater Otto von Bismarcks war.[40][41] Lothane griff Ideen Sigmund Freuds und Wilhelm Reichs auf, um massenpsychologische Phänomene zu erläutern. Speziell die Arbeiten Wilhelm Reichs nutzte er zur psychologischen Analyse von Adolf Hitler.[42][43] Auch beschäftigte sich Lothane mit der Verfolgung deutscher Ärzte und Psychoanalytiker jüdischen Glaubens während des Dritten Reiches. Durch diese Verfolgung verschwand die jüdische Psychoanalyse in Deutschland. Fast zwangsläufig beschäftigte sich Lothane deshalb mit den Problemen psychoanalytischer Ausbildungskandidaten während des Hitler-Faschismus[44] sowie der Biographie von Ernst Federn, dem Sohn von Paul Federn. Ernst Federn, ein Pionier der psychologischen Analyse des Lebens in Konzentrationslagern, war persönlicher Bekannter von Zvi Lothane in New York. Die Ehepaare Federn und Lothane standen in gutem Kontakt zueinander. Lothane bezeichnete Paul Federn, Ernst Federn sowie Max Eitingon neben Sigmund Freud als Epigonen der Psychoanalyse, deren medizinisches Gedankengut von den Nationalsozialisten vernichtet werden sollte.

Lothane widersprach Hannah Arendt und deren Einschätzung, dass Adolf Eichmann von „empörender Dummheit“ gewesen sei. Eichmann, so Lothane, wusste wohl überlegt und gut durchdacht, sehr genau, was er tat. Weder das Böse noch ein Architekt des Holocaust könnten als banal betrachtet werden. Lothane stellte fest, dass Hannah Arendt Eichmann nicht gesehen hatte, als er für seine Bosse Hitler, Himmler und Heydrich arbeitete und speziell die Deportation von Juden aus Ungarn und Tschechien im letzten Kriegsjahr nach Auschwitz organisierte.[45][46]

Die Frage nach der Entstehung des Bösen in der Welt, eine der Leitfragen im Denken Martin Bubers, wurde von Lothane anhand wichtiger Denker in der Geschichte der Psychiatrie und Psychoanalyse, wie Sigmund Freud, Alfred Adler, Josef Breuer et.al. durchbuchstabiert. Lothane versuchte anhand der Ereignisse des Ersten und Zweiten Weltkriegs, des Holocaust sowie anhand der Auseinandersetzung zwischen Freud und Breuer im "Fall Anna O." eine eigene Antwort auf diese Frage zu finden.[47]

Spezielle Arbeiten zu Sigmund Freud[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothane beschäftigte sich mit dem «Freud Bashing» und versuchte, einen Unterschied zu treffen zwischen den «Freud Bashers» und den «Freud Critics», also denjenigen, welche die Psychoanalyse Freud'scher Provenienz mehr oder weniger ganz ablehnen und denjenigen, die lediglich Kritik an Freud üben.[48][49]

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zvi Lothanes Schüler ist der Übersetzungswissenschaftler Noam Ordan in Haifa, Israel.[50]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: The Nancy Roeske Certificate of Excellence for Teaching of Medical students (Auszeichnung der American Psychiatric Association)
  • 1993: „Authors’ recognition Award“ des Postgraduate Center for Mental Health, für das Buch „In Defense of Schreber: Soul Murder and Psychiatry“
  • 2011: Thomas S. Szasz Award for outstanding contributions to the cause of civil liberties[51]
  • 2013: Ehrenmitglied der Polnischen Psychiatrischen Vereinigung
  • 2014: Schirmherr von „Healing Souls“ Heidelberg [52]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A new metapsychology: psychoanalysis as storymaking. In: International Forum for Psychoanalysis. Band 1, 1984, S. 65–84.
  • In defense of Schreber : soul murder and psychiatry. Hillsdale, NJ [u. a.] : Analytic Pr. 1992 ISBN 0-88163-103-5
  • Buchbesprechung: Sander L. Gilman, H. King, Roy Porter, G.S. Rousseau&E. Showalter: Hysteria beyond Freud, Berkeley California University Press, 1993, in: Hysteria beyond Freud. Psychoanalytic books, 6(1) 1995: 74-87.
  • Die Verknüpfung von Sohn und Vater Schreber mit Hitler. Ein Fall von historischem Rufmord. In: Werkblatt – Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik. Band 36, 1996, S. 108–127.
  • Tenero amore e transfert: lettere inedited tra C.G. Jung e Sabine Spielrein. Studi Jungliani 6(2003): 97-121.
  • Tender love and transference: Unpublished letters of C.G. Jung and Sabina Spielrein. Discussion. Addendum on love. In: Coline Covington, Barbara Wharton: Sabine Spielrein: Forgotten Pioneer of Psychoanalysis. Brunner-Routledge, Hove 2003, ISBN 1-58391-903-1, S. 189–222.
  • Seelenmord und Psychiatrie – Zur Rehabilitierung Schrebers. Psychosozial-Verlag, Giessen 2004, ISBN 3-89806-242-2 (katalog.ub.uni-heidelberg.de).
  • La réalite du trauma/Le trauma de la réalité, considérations cliniques et théoriques. In: Psychologie Clinique. No. 24, 2007, S. 37–63.
  • Mit Schreber Freud die Stirn geboten. In: Psychoanalyse im Widerspruch. 1/Band 40, 2008, S. 61–90 (katalog.ub.uni-heidelberg.de).
  • Dramatology in life, disorder, and psychoanalytic therapy: A further contribution to interpersonal psychoanalysis. In: International Forum of Psychoanalysis. Band 18, H. 3, 2009, S. 135–148.
  • Romancing psychiatry: Paul Schreber, Otto Gross, Oskar Panizza – personal, social and forensic aspects. In: Werner Felber, Albrecht Götz von Olenhusen, Gottfried Maria Heuer, Bernd Nitzschke (Hrsg.): Psychoanalyse und Expressionismus. 7. Internationaler Otto-Gross-Kongress, Dresden. LiteraturWissenschaft.de, Marburg 2010, ISBN 978-3-936134-23-0, S. 461–493.
  • The partnership of psychoanalysis and psychiatry in the treatment of psychoses and borderline states: its evolution. In: North America. The Journal of the American Academy of Psychoanalysis and Dynamic Psychiatrie. Band 39, H. 3, 2011, S. 499–523.
  • Review of Freud’s Brautbriefe (Letters Sigmund Freud and Martha Bernay). In: The Psychoanalytic Quarterly. Band 81, H. 3, 2012, S. 806–810.
  • Psychiatric Professor honoris cause Dr. jur. Daniel Paul Schreber ist immer noch eine Herausforderung für die Psychiatrie und die Psychoanalyse. In: Psychoanalyse im Widerspruch. Band 48, S. 45–76.
  • Wilhelm Reich revisited: Die Rolle der Ideologie in der Charakteranalyse des Individuums versus in der Charakteranalyse der Massen. In: texte. psychoanalyse. ästhetik. kulturkritik. Passagen Verlag Linz, Heft 03/2015, 35. Jg.
  • Thomas S. Szasz. in: Jeffrey A. Schaler, Henry Zvi Lothane, Richard E. Vatz (Hrsg.): Thomas S. Szasz. The Man and his Ideas, Transaction Publishers, imprint of Tayler&Francis, an Informa Business, 2017, S. 13+214.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Judith Helfer: Sigmund Freud die Stirn geboten. Der Wissenschaftler Zvi Lothane hat zumindest in einem Fall Sigmund Freud widerlegt. In: Aufbau – jüdisches Monatsmagazin, Nachrichtenblatt des German Jewish Club New York, 20. Januar 1995 (katalog.ub.uni-heidelberg.de).
  • Matthias Claus Angermeyer und Holger Steinberg: 200 Jahre Psychiatrie an der Universität Leipzig. Personen und Konzepte, Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005, hier: Zvi Lothane im Kapitel zu Paul Flechsig S. 82, 85, 86, 87, 89, 95, 97; im Kapitel zu Emil Kraepelin S. 132, 133, (dto. Auseinandersetzung mit Karl Jaspers); im Kapitel zu Paul Julius Möbius, S. 177, 178. ISBN 3-540-25075-1.
  • Holger Steinberg (Hrsg.): Leipziger psychiatriegeschichtliche Vorlesungen, hier Holger Steinberg: Die Leipziger Universitätspsychiatrie – eine Tour d'horizon durch zwei Jahrhunderte Psychiatriegeschichte, S. 25,28,31 zu Zvi Lothane, Ev. Verlagsanstalt Leipzig 2005.
  • Christine Auer: Pathodizee. Dedicated to Zvi Lothane. Anlässlich des Daniel Paul Schreber Kongress 2011 in der Heil- und Pflegeanstalt Pirna. Eigenverlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-00-037252-0.
  • Psyche Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, 69. Jg., Jan. 2015, Klett-Cotta Stuttgart, S. 90–93, hier: Friedrich-Wilhelm Eickhoff, Tübingen: Buchbesprechung zu Zvi Lothane: Lektionen zur Psychiatrie, erteilt von Prof. h.c. und Dr. jur. Daniel Paul Schreber. In: Marneros, Andreas & Rhode, Anke: Festschrift zum 80. Geburtstag von Uwe Henrik Peters: Sapientiae cupido patria esse cariorem und das Land der Sirenen, Köln ANA Publishers 2011, S. 125–198.

Buchbesprechungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Stingelin: Besprechung von „Seelenmord und Psychiatrie. Zur Rehabilitierung Schrebers“. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Juni 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leksykon Lublin polnischsprachig Krystyna Modrzewska
  2. Leksykon Lublin englischsprachig: Krystyna Mandelbaum (Modrzewska) 1919–2008.
  3. WIKIPEDIA: Geschichte der Juden in Polen, 8. Kommunistische Herrschaft 1945-1989, Nachkriegszeit
  4. Isaac Bashevis Singer: Mein Vater der Rabbi. Bilderbuch einer Kindheit, Rowohlt Hamburg 1985, hier: die Geschichte von Mosche Blecher S. 85–92.
  5. so z. B.: Heinrich Winnick: „Contribution to Symposium on Psychic Traumatization Through Social Catastrophe“. In: International Journal of Psychoanalysis. 49, 1968, S. 298–301.
  6. ausgewählt nach Gen. 36,20: Lotan, Sohn des Seir.
  7. Zu Zvi Lothanes Vita siehe ausführlich Danuta Kostewicz: Vergangenheit als prägende Kraftquelle. Biographisches Porträt zu Zvi Lothane. In: Neue Illustrierte Welt. Wien, Juni/Juli 1993.
  8. Zvi Lothane: The power of the spoken word in life, psychiatrie and psychoanalysis − a contribution to interpersonal psychoanalysis. In: American Journal of Psychoanalysis. 2007, 67:260-274.
  9. Wolfgang U. Eckart: Medizin in der NS-Diktatur. Ideologie, Praxis, Folgen, Böhlau Verlag Wien, Köln, Weimar 2012, Kapitel 3: Biodiktatorische Praxis nach 1933, hier 3.3.6: Die »Aktion Reinhardt«, S. 145. Wolfgang U. Eckart: Medizin in der NS-Diktatur.
  10. Heidelberg Alumni International
  11. Martin Stingelin
  12. Martin Stingelin: Psychiatrisches Wissen, juristische Macht und literarisches Selbstverständnis. Daniel Paul Schrebers Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken im Licht von Michel Foucaults Geschichte des „Wahnsinns“. In: Lutz Danneberg, Wilhelm Schmidt-Biggemann, Horst Thomé, Friedrich Vollhardt: Scientia Poetica. Jahrbuch für Geschichte der Literatur und der Wissenschaften. Max Niemeyer Verlag Tübingen 4/2000, S. 131–164, zu Zvi Lothane S. 133ff.
  13. Zvi Lothane: In defense of Sabina Spielrein. In: International Forum of Psychoanalysis 5, 1996, S. 203–217.
  14. H.C. Abraham und E. L. Freud (Hrsg.): Sigmund Freud - Karl Abraham: Briefe 1907-1926, 2. Auflage Fischer Verlag Ffm 1980.
  15. Johannes Reichmayr (Hrsg.): Otto Fenichel: Psychoanalyse und Gymnastik, Psychosozial Verlag Giessen April 2015, hier Artikel Zvi Lothane über Fenichels Gymnastik und Moritz Schreber.
  16. Devreese, D., Lothane, Z., Schotte, J. (red): Schreber revisité – Colloque de Cerisy, Louvain: Presses Universitaires de Louvain, hier: Zvi Lothane: Pour une défense de Schreber Meurte d'Ame et Psychiatrie, Postscriptum 1993, pp.11-29.
  17. Kostewicz, Danuta: Die Verantwortung der Diagnose – „Der Fall Schreber“. In: Neue Illustrierte Welt, Februar 1994, S. 15.
  18. Hristeva, Galina: Homo Homini Deus. Freud as a Religious Critic, in „Psycho-Analytic Notes on an Autobiographical Account of a Case of Paranoia (Dementia Paranoides)“. In: European Journal of Psychoanalysis: Humanities, Philosophies, Psychotherapies, 31 – 2010/II, S. 141–170, ISBN 978-88-96732-70-0.
  19. Gananath Obeyesekere: The Awakened Ones: Phenomenology of Visionary Experience. Columbia University Press, Hardcover, 7. Februar 2012, S. 62.
  20. Alexander van der Haven, Ben Gurion University of the Negev Beir Sheva (Israel): The other Zarathustra: Madness, Schreber and the Making of Religion in 19th century Germany, Ph.D. University of Chicago, The Divinity School 1. Aufl. 2009, 2. Aufl. 2010 PDF.
  21. Eric Santner: My own private Germany: Daniel Paul Schreber’s secret history of modernity, Princeton University Press 1996.
  22. Tagungsprogramm: Schreber Kongress Pirna 2011
  23. Zvi Lothane zu den Modernisierungsprozessen auf dem Sonnenstein durch Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf, in: Lothane: Seelenmord und Psychiatrie, Psychosozial Verlag Giessen 2004, S. 442, Anmerkung 12.
  24. Lothane, Zvi: Die Verknüpfung von Sohn und Vater Schreber mit Hitler: Ein Fall von historischem Rufmord, Übersetzung aus dem Englischen von Ludwig Janus, Heidelberg, in: Werkblatt – Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik, Nr. 36, 1/1996, S. 108-127. Homepage Ludwig Janus, Heidelberg
  25. Eckart, Wolfgang U. und Jütte, Robert: Medizingeschichte. Eine Einführung, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage, Böhlau Verlag Köln, Weimar, Wien 2014, Medizinhistorische Grundbegriffe S. 366.
  26. Clemens Rethschulte: Daniel Gottlob Moritz Schreber. Seine Erziehungslehre und sein Beitrag zur Körperbehindertenhilfe im 19. Jahrhundert, Genese und historische Einleitung (mehrere Zitationen Zvi Lothane), 1995.
  27. Zvi Lothane: Johann Wolfgang von Goethe, Sigmund Freud and Paul Schreber – themes in metamorphosis. In: Francesco Marchioro (Hrsg.): Il divano l'immaginario la cura. Der Divan. Das Imaginäre. Die Behandlung, Bolzano (1998): Ricerche – IMAGO – Forschung, S. 67–86. u. a. zur Begriffsgeschichte „Wahn“.
  28. Holger Steinberg und Armin Wagner (Hrsg.): Neurologie an der Universität Leipzig. Beiträge zur Entwicklung des klinischen Fachgebietes von 1880–1985, Leipziger Universitätsverlag 2015, ISBN 978-3-86583-942-8
  29. Zvi Lothane: Seelenmord und Psychiatrie. Zur Rehabilitierung Schrebers, Bibliothek der Psychoanalyse, Psychosozial-Verlag Giessen, S. 89 u. 91.
  30. Webseite Sigmund Freud Privatuniversität Wien: 23. November 2016 Gastvortrag Lothane, abgerufen am 4. März 2017.
  31. Zvi Lothane: Psychiatrie Professor honoris causa Dr. jur. Daniel Paul Schreber ist immer noch eine Herausforderung für Psychiatrie und Psychoanalyse, in: Psychoanalyse im Widerspruch 48/2012, S. 45 ff.
  32. Eickhoff, Friedrich-Wilhelm: Lothane, Zvi: Lektionen zur Psychiatrie, erteilt von Professor h.c. und Dr. jur. Daniel Paul Schreber, Senatspräsident beim kgl. Oberlandesgericht a. D. In: Marneros, Andreas & Rohde, Anke (Hrsg.): Festschrift zum 80. Geburtstag von Uwe Henrik Peters: Sapientiae cupido patria esse cariorem und das Lied der Sirenen. Köln (ANA Publishers) 2011, S. 125–198. In: Psyche: Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, 69 Jg., 1/2015, S. 90–93, hier S. 91.
  33. Zvi Lothane: Dramatology vs. narratology: a new synthesis for psychiatry, psychoanalysis and interpersonal drama therapy (IDT), Archives of Psychiatrie and Psychotherapy 4:29-43, 10. Dez. 2012, PDF Lothane IDT
  34. Marco Conci: Sullivan neu entdecken. Leben und Werk Harry Stack Sullivans und seine Bedeutung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse, mit einem Geleitwort von Gaetano Benedetti, Gießen Psychosozial Verlag 2005, Bibliothek der Psychoanalyse, mit Anmerkungen von Zvi Lothane.
  35. Lothane, Zvi: Dramatologie im Alltagsleben, bei Erkrankungen und in der analytischen Therapie. Ein weiterer Beitrag zur interpersonellen Psychoanalyse, in: texte. psychoanalyse. ästhetik. kulturkritik., deutschsprachige Fassung Heft 3/2010, 30 Jahrgang, Passagen Verlag Wien, S. 96-128.
  36. Lothane, Zvi: Vom Nutzen des Humors in Leben, Neurose und Psychoanalyse, in: Fallend, Karl (Hrsg.): Witz und die Psychoanalyse, StudienVerlag Innsbruck 2006. Homepage Karl Fallend
  37. Zvi Lothane: Sandor Ferenczi, the dramatologist of love, (2010) Psychoanalytic Perspectives 7:165-182.
  38. Zvi Lothane: The Feud between Freud and Ferenczi over love. In: (1998) American Journal of Psychoanalysis, 58:21-39.
  39. Józef Tischner: Filozofia dramatu, Wydawnictwo Znak Krakow, 1. Aufl. 1978/79. Die deutsche Auflage erschien 1989: Das menschliche Drama. Phänomenologische Studien zur Philosophie des Dramas, Wilhelm Funk Verlag München. Tischner: Das menschliche Drama. Phänomenologische Studien.
  40. Lothane: Seelenmord und Psychiatrie. Giessen 2004, S. 147, 364, 387/388.
  41. Fritz Stern: Gold und Eisen. Bismarck und sein Bankier Bleichröder. Ullstein Ffm, Berlin, Wien 1980. Fritz Stern: Gold und Eisen
  42. Zvi Lothane: Mass psychology of the led and the leaders, With some thoughts on current world events. In: International Forum of Psychoanalysis. Band 15, H. 3, 2006, S. 183–192.
  43. Zvi Lothane: Wilhelm Reich revisited: Die Rolle der Ideologie in der Charakteranalyse des Individuums versus in der Charakteranalyse der Massen. In: texte. psychoanalyse. ästhetik. kulturkritik, Passagen Verlag Linz (Österreich), Heft 03/2015, 35. Jg., Leitartikel mit Bezug zu Adolf Hitler S. 8–29.
  44. Zvi Lothane:Power Politics and Psychoanalysis - an Introduction, published in: International Forum of Psychoanalysis, 12 (No 2-3): 85–37, 2003; special issue, Psychoanalysis and the Third Reich, Guest Editor Zvi Lothane, New York, USA (mit Zitation von Walter Bräutigam: Rückblick auf das Jahr 1942. Betrachtungen eines psychoanalytischen Ausbildungskandidaten des Berliner Instituts der Kriegsjahre. In: Psyche. 38, 1984, S. 905–912).
  45. Henry Zvi Lothane: How to think about evil: a response to Richard J. Bernstein Ph.D. on Arendt’s Banality of Evil. In: Issues in Psychoanalytic Psychology. 36, 2014, S. 1–20.
  46. Zvi Lothane: The lie of the banality of evil: Hannah Arendts’s fatal flow. In: R. C. Naso, J. Mills (Hrsg.): Ethics of evil / Psychoanalytic Investigations, London, Karnac 2016, u. a. zu Joseph Goebbels S. Chapter 7, 233–264.
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