Zwei glorreiche Halunken

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Filmdaten
Deutscher Titel Zwei glorreiche Halunken
Originaltitel Il buono, il brutto, il cattivo
Zwei Glorreiche Halunken Logo.png
Produktionsland Italien, Spanien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 178 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sergio Leone
Drehbuch Agenore Incrocci,
Furio Scarpelli,
Luciano Vincenzoni,
Sergio Leone
Produktion Alberto Grimaldi
Musik Ennio Morricone
Kamera Tonino Delli Colli
Schnitt Eugenio Alabiso,
Nino Baragli,
Joe D’Augustine
Besetzung
Synchronisation

Zwei glorreiche Halunken (Originaltitel: Il buono, il brutto, il cattivo; internationaler Titel: The Good, the Bad and the Ugly) ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1966. Er entstand unter der Regie von Sergio Leone und gilt als Klassiker des Italo-Western. Er ist, nach Für eine Handvoll Dollar und Für ein paar Dollar mehr, der dritte Teil von Leones (später oft so genannter) Dollar-Trilogie, in der jeweils Clint Eastwood eine der Hauptrollen spielt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs während der Sibley-Offensive (1862) im Südwesten der Vereinigten Staaten im New-Mexico-Territorium.

Der Auftragskiller Sentenza (in der englischen Fassung: Angel Eyes) hat den Auftrag, einen Soldaten namens Jackson zu finden. Von einem ehemaligen Kriegskameraden Jacksons, der jetzt mit seiner Familie eine kleine Farm betreibt, erhält er die Information, dass Jackson sich mittlerweile Bill Carson nennt. Außerdem erfährt er, dass Jackson eine mit Münzen gefüllte Regimentskasse der Südstaatenarmee im Wert von 200.000 Dollar veruntreut hat und deshalb auf der Flucht ist. Kaltblütig erschießt Sentenza den Informanten vor dessen Familie, kassiert vom Auftraggeber seinen Lohn für die Information, erschießt dann auch diesen und macht sich selbst auf die Suche nach Bill Carson, der, wie er erfährt, nun in der Konföderiertenarmee dient.

Ein wortkarger, namenloser Revolvermann, genannt „Der Blonde“ (in der englischen Fassung: „Blondie“), befreit den steckbrieflich gesuchten Banditen Tuco aus den Händen dreier Kopfgeldjäger und übergibt ihn dem Sheriff, um die Belohnung zu kassieren. Bei Tucos Hinrichtung zerschießt er jedoch den Strick, so dass Tuco entkommt. Sentenza beobachtet diese Szene und durchschaut das Spiel. Diesen Coup wiederholen die beiden mehrfach und teilen sich die erhaltenen Belohnungen, bis Tuco, der jedes Mal sein Leben riskiert, deshalb einen höheren Anteil fordert und daraufhin vom Blonden in der Wüste zurückgelassen wird. Tuco gelangt zu einem fast verlassenen Ort, raubt sich eine Schusswaffe, die er zuvor aus Einzelteilen selbst zusammengesetzt hat, tut sich mit früheren Kumpanen zusammen und überfällt mit ihnen den Blonden in einem Hotelzimmer. Er möchte ihn erhängen, doch da schlägt eine Granate in das Hotel ein, und der Blonde kann die chaotische Situation zur Flucht nutzen.

Der Blonde nimmt danach mit einem anderen steckbrieflich Gesuchten das einträgliche Gewerbe wieder auf, wird jedoch dabei vom rachsüchtigen Tuco überrascht, der den Blonden zu einem zermürbenden Marsch durch die Wüste zwingt, um ihn langsam sterben zu lassen. Als der Blonde fast am Ende seiner Kräfte ist, kommt den beiden eine führerlose Kutsche der Konföderiertenarmee entgegen, die von Tuco gestoppt wird. Darin finden sie außer einigen toten Soldaten auch den schwer verletzten Bill Carson. Er bietet Tuco für einen Schluck Wasser das genaue Versteck des unterschlagenen Geldes an, das auf einem Friedhof liegt, verliert dann aber das Bewusstsein, bevor er ihm auch den Namen des Grabes genannt hat. Tuco holt Wasser, doch als er zurückkommt, ist Carson bereits tot. Doch der verdurstende Blonde hat noch von Carson erfahren, in welchem Grab der Schatz zu finden ist.

Tuco muss nun, um den Schatz heben zu können, den Blonden am Leben erhalten und bringt ihn zu einer Missionsstation, in der Tucos Bruder, ein Mönch, verwundete Bürgerkriegssoldaten pflegt. Dann machen die beiden sich in Südstaatenuniformen auf den Weg zu dem Schatz, geraten jedoch in die Gefangenschaft der Armee der Nordstaaten und fallen ausgerechnet in die Hände Sentenzas, der Aufseher eines großen Gefangenenlagers geworden ist, weil er hofft, dort früher oder später Carson zu finden. Tuco, der das nicht weiß, gibt sich als Carson aus. Sentenza kennt jedoch Tucos wahre Identität und schließt daraus, dass die beiden Informationen über Carsons Beute besitzen. Er lässt Tuco foltern und erfährt von ihm den Namen des Friedhofs. Dem Blonden, bei dem er Folter für sinnlos hält, bietet er gemeinsame Sache an. Beide machen sich mit einigen Revolvermännern auf den Weg. Tuco wollen sie den Behörden ausliefern, doch dieser kann unterwegs seinen Bewacher überwältigen und entkommen.

In einem zerstörten Ort nahe der Front macht Sentenzas Gruppe Rast. Der Blonde hört in der Ferne einen Schuss und erkennt am Klang Tucos individuell zusammengestellten Revolver. Er findet Tuco und schlägt ihm vor, lieber mit ihm als mit Sentenza den Schatz zu heben. Sentenza bemerkt das rechtzeitig und macht sich allein auf den Weg zum Friedhof.

Kurz vor dem Ziel werden Tuco und der Blonde wieder von einer Gruppe Unionssoldaten aufgegriffen und geben sich als Kriegsfreiwillige aus. Die Stellung, in die sie geraten, kämpft um eine Brücke, was jeden Tag viele Soldaten das Leben kostet. Um ihren Weg fortsetzen zu können, entwenden Tuco und der Blonde eine Kiste Dynamit und sprengen damit die Brücke, worauf die Soldaten nach heftiger Schlacht abziehen. Auf der anderen Seite gibt der Blonde einem sterbenden Soldaten seinen Mantel und nimmt dafür dessen Poncho, während Tuco auf dem Pferd des Soldaten zum Friedhof reitet.

Tuco erreicht den Friedhof als erster und beginnt an einem Grab, das der Blonde ihm zuvor genannt hat, zu graben – es ist jedoch das falsche, wie ihm kurz darauf der hinzugekommene Blonde erklärt. Da trifft auch Sentenza ein und bedroht die beiden, kann sie jedoch nicht erschießen, da ihm noch die Information über das genaue Grab fehlt. Auf einem runden Platz in der Mitte des Friedhofs kommt es zum Showdown in Form eines Mexican standoff. Doch während die beiden anderen jeweils zwei Gegner belauern müssen, hat der Blonde in der Nacht zuvor heimlich Tucos Waffe entladen und kann sich daher ganz auf Sentenza konzentrieren. Er erschießt ihn und lässt Tuco anschließend das Gold ausgraben. Dann zwingt er ihn, sich mit einem Galgenstrick um den Hals auf ein wackeliges Grabkreuz zu stellen, und reitet mit der Hälfte des Geldes davon. Von weitem legt er sein Gewehr auf den wütend schimpfenden Tuco an, zerschießt den Strick und verschwindet.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Almeria – einer der Drehorte

Der Film ist eine italienisch-spanische Koproduktion und der dritte Teil von Sergio Leones sogenannter Dollar-Trilogie. Nachdem Leone mit Für eine Handvoll Dollar (1964) und Für ein paar Dollar mehr (1965) recht erfolgreich war, hatte er für Zwei glorreiche Halunken ein weitaus höheres Budget zur Verfügung: 1,3 Millionen US-Dollar. Das Drehbuch schrieb der Autor Vincenzoni in nur elf Tagen, es wurde von Mickey Knox ins Englische übersetzt.[1]

Der Film kam am 23. Dezember 1966 in Italien in die Kinos. Ein Jahr danach, am 29. Dezember 1967, wurde er auch in den USA von United Artists gestartet. Für die amerikanische Kinofassung wurden einige Szenen gekürzt bzw. ganz weggelassen, was sich auch auf spätere Fassungen auswirkte, die darauf aufbauten.

Die Außenaufnahmen des Films entstanden überwiegend in Spanien, wo zu dieser Zeit sehr viele Italo-Western gedreht wurden. Zwei glorreiche Halunken enthält viele von Leones Markenzeichen. Dazu zählen kurze Dialoge, lange Szenen, in denen die Spannung langsam aufgebaut wird, sowie der Kontrast zwischen schweifenden Weitwinkelaufnahmen und dichtgedrängten Nahaufnahmen von Gesichtern, Augen und Fingern. In den ersten Minuten des Films wird kein Wort gesprochen. Einige Kameraeinstellungen zitieren bekannte Bilder und Fotos aus dem amerikanischen Bürgerkrieg und wirken besonders authentisch.

Filmgeschichtliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber den klassischen US-Western der 1960er Jahre wirkte Leones satirischer und zynischer Inszenierungsstil innovativ. Die illusionslosen, amoralischen Desperados des Films waren die zeitgemäßen Anti-Helden eines Jahrzehnts, in dem die traditionellen Werte in Frage gestellt wurden. Klassische Western-Helden wie Gary Cooper, James Stewart, Henry Fonda oder John Wayne, die in der Regel auf der Seite des Gesetzes kämpften, wurden vom jungen Publikum eher als antiquiert wahrgenommen. Zudem hat der Film durch die Verstrickung seiner drei Hauptfiguren in den amerikanischen Sezessionskrieg teilweise auch Merkmale eines Anti-Kriegsfilms.

Mit Zwei glorreiche Halunken hatte Sergio Leone solchen Erfolg, dass er 1968 mit einem noch höheren Budget seine Amerika-Trilogie beginnen konnte. Diese begann mit Spiel mir das Lied vom Tod (1968), wurde 1971 mit Todesmelodie fortgesetzt und 1984 mit Es war einmal in Amerika abgeschlossen.

Der Regisseur Quentin Tarantino bezeichnet Zwei glorreiche Halunken als seinen Lieblingsfilm und Jeff Bridges nennt ihn seinen Lieblingswestern.[2] Auch der US-Filmkritiker Roger Ebert zählte Zwei glorreiche Halunken zu den großen Filmen. Für Stephen King war er eine wichtige Inspiration für seine Fantasy-Saga Der Dunkle Turm, in dessen Vorwort (zur neuen Auflage von Band 1) er ausführlich auf die Eindrücke eingeht, die der Kinobesuch bei ihm hinterlassen hat.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wenn ein Western von Sergio Leone auf dem Programm steht, wissen Kenner, dass spannende Unterhaltung garantiert ist. Raffinierte Kamera-Arbeit, ausgefallene Action, mitreißende Musik und last but not least unverwechselbare Charakterköpfe tun das ihre dazu.“

Berliner Zeitung

Der amerikanische Filmkritiker Roger Ebert, der den Film als „Meisterwerk“ lobt, hebt besonders die Inszenierung des Schlussduells als „Übung in Stil“ hervor, in welcher Leone den Suspense bis zum letzten Moment halte und auskoste. In Bezug auf die wüstenhaften Schauplätze des Films bemerkt er außerdem, Leones Filme seien „erhöhte Träume“, in denen alles „größer, ärger, brutaler, dramatischer als im wirklichen Leben“ sei („bigger, starker, more brutal, more dramatic, than life“).[3]

„Das Gute liegt in Leones Kamera-Arbeit, die Farbe und Komposition fachmännisch verbindet und den Details von Form und Textur, die sich bei Außenaufnahmen üppiger anbieten als beim Drehen in Ateliers, scharfe Aufmerksamkeit schenkt. Schlecht ist der passende Ausdruck für die hölzerne Schauspielerei und Leones Glaube an die Werte und die grenzenlosen Möglichkeiten des Comic strip. Und häßlich ist sein unstillbarer Appetit auf Prügeleien, Verstümmelungen und Großaufnahmen von zermatschten Gesichtern.“

Time[4]

„Tolle Darsteller, eine ausgefeilte, zynische Dramaturgie zwischen Härte und Humor, brillante Kameraarbeit und perfekte Musik: was will man mehr!“

Prisma-Online-Filmdatenbank[5]

Phil Hardy stellt fest, Leone inszeniere einen „trockenen, entvölkerten Westen als Schauplatz für einen lang hingezogenen Totentanz“.[6]

„Hinreißend düstere Landschaften, klare Bildkompositionen, eiskalte Typen und Gags am Fließband: der Western als Comic strip. Ein Italoklassiker.“

– Lexikon „Filme im Fernsehen“[7]

„Clint Eastwood reitet als der Inbegriff des namenlosen Fremden und coolen Revolverhelden durch eine grandiose Westernkulisse. […] Die letzte Steigerung des Lonely-Rider-Mythos und gleichzeitig schon seine Persiflage. […] Dritter, nicht ohne Ironie inszenierter Film der berühmten Dollar"-Trilogie […].“

Lexikon des internationalen Films[8]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im englischen Trailer wurden „the Ugly“ und „the Bad“ vertauscht. Im deutschen Vorspann wird das originale „il brutto“ fälschlich mit „der Brutale“ übersetzt, bedeutet in Wirklichkeit jedoch sinngemäß „der Hässliche“ - in Bezug auf seinen Charakter, nicht auf sein Aussehen.
  • Charles Bronson war sowohl die Rolle des Tuco als auch die des Sentenza angeboten worden. Nur weil er ablehnte, kamen Eli Wallach und Lee Van Cleef zum Zuge. Für die Rolle des Tuco war auch Gian Maria Volontè im Gespräch gewesen.
  • Sergio Leone war erbost darüber, dass Clint Eastwood, den er für „seine Entdeckung“ hielt, eine Gage von 250.000 Dollar plus zehn Prozent der weltweiten Einspielergebnisse verlangte. Er dachte daran, die Hauptrolle umzubesetzen, entschied sich dann aber doch für den sehr populären Eastwood. Nachdem Zwei glorreiche Halunken abgedreht war, galt die Beziehung der beiden Männer jedoch als zerrüttet. Für den Nachfolgefilm Spiel mir das Lied vom Tod setzte Leone deshalb den damals relativ unbekannten Charles Bronson als Hauptdarsteller durch.
  • Beim Dreh wurden 1.500 spanische Soldaten als Komparsen eingesetzt.
  • Der riesige Friedhof, auf dem der Showdown stattfindet, wurde von spanischen Soldaten angelegt. Auch die Brücke, die gegen Ende des Films gesprengt wird, wurde von spanischen Soldaten erbaut. Deren Offizier gab das Zeichen zur Sprengung, obwohl die Kameras noch nicht liefen. Dem Offizier war die Angelegenheit so peinlich, dass er die Brücke ein zweites Mal bauen ließ. Die zweite Sprengung wurde dann erfolgreich gefilmt.
  • Tuco, dessen vollständiger Name Tuco Benedicto Pacifico Juan Maria Ramirez lautet, wurde bei seinem zweiten Hinrichtungstermin wegen folgender Verbrechen verurteilt: Mord, tätlicher Angriff auf einen Staatsangestellten, Vergewaltigung einer Jungfrau weißer Hautfarbe, versuchte Vergewaltigung einer Frau schwarzer Hautfarbe, Unterbrechung des Schienenverkehrs in räuberischer Absicht, Bankraub, Straßenraub, Raub in einer unbekannten Anzahl von Postämtern, Flucht aus dem Staatsgefängnis, Falschspiel mit gezinkten Karten und Würfeln, Förderung der Prostitution, Erpressung, versuchter Verkauf geflüchteter Sklaven, Falschmünzerei, Missachtung des Gerichts, Brandstiftung am Gerichtsgebäude und Sheriff’s Office in Sonora, Viehdiebstahl, Pferdediebstahl, Waffenschieberei an Indianer, Amtsanmaßung als mexikanischer General und ungesetzlicher Bezug von Vergütungen und Pensionen der Unionsarmee.
  • Gegen Ende des Films findet Clint Eastwood den Poncho, den er schon in Für eine Handvoll Dollar und Für ein paar Dollar mehr trug. Das sollte nochmals unterstreichen, dass dieser Film eigentlich das Prequel zu den zwei Filmen darstellt.
  • Dieser Film war einer der ersten Western, der Waffen verwendete, die zu dieser Zeit üblicherweise benutzt wurden. In den meisten Filmen, die davor produziert wurden, seien es europäische oder US-amerikanische, waren die Personen mit dem legendären Colt Single Action Army (auch bekannt als Peacemaker) ausgestattet. Oft auch bei Filmen, die zu Zeiten des Sezessionskrieges spielten, als es diese Waffe aber schlichtweg noch nicht gab (Einführung erst 1873). In diesem Film jedoch tragen alle Figuren die für diese Zeit üblichen Perkussionsrevolver (Der Blonde einen Colt Navy Cal. 36, Sentenza einen Remington New Model Army). Eine künstlerische Freiheit erlaubte sich Leone jedoch: Die Modelle, die für die Schießszenen verwendet wurden, sind moderne Repliken, die mit Patronen geladen wurden. (Ersichtlich in der Hotelszene, in der Clint Eastwood seine Waffe reinigt und dann rasch zusammenbaut und lädt, bzw. in der Szene, in der Tuco den Waffenhändler beraubt und seinen neuen Revolver mit Patronen lädt.) Obwohl die Patrone bereits erfunden war, war diese noch nicht weit verbreitet, da sie für den Privatgebrauch zu teuer war. Wenn es Umbauten von Perkussionsrevolver auf Patronenrevolver gab, sahen diese noch anders aus.
  • In einem weiteren Punkt weicht der Film von historischen Tatsachen ab: Obwohl der Film während Sibleys New-Mexico-Feldzug spielt, also im Jahr 1862, erwähnt Sentenza, als er vom Kommandanten des Kriegsgefangenenlagers der Misshandlung von Gefangenen bezichtigt wird, dass es den Unionssoldaten in Andersonville sicher noch schlechter gehe. Dies ist historisch-dokumentarisch gesehen ein Fehler, denn Andersonville wurde erst im Jahr 1864 eröffnet.
  • 1967 entstand eine bis in Szenen genaue Parodie der Komiker Franco & Ciccio unter dem Titel Il bello, il brutto, il cretino.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Erfolg des Films trug auch die berühmt gewordene Filmmusik von Ennio Morricone bei, der mit Leone bereits seit seiner Schulzeit befreundet war. Seine mit zahlreichen prägnanten Einfällen wie Schüssen, Pfeifen und Jodeln angereicherte Komposition, die mittlerweile fest im kollektiven Gedächtnis der Populärkultur verankert ist, begleitet den Film über die gesamte Dauer. Das Hauptthema, das an das Heulen eines Kojoten erinnert, besteht als Leitmotiv gerade einmal aus zwei Noten (einem Intervall von einer Quarte) und wird mit unterschiedlichen Instrumenten zu den drei Hauptrollen gesetzt: die Flöte für den Blonden, die Okarina für Sentenza und Gesang für Tuco.

Der rhythmische und ausgesprochen mexikanisch klingende Soundtrack wird im Allgemeinen als eine der größten Filmmusiken der Filmgeschichte angesehen.[9] Der Score (gebräuchliche engl. Bezeichnung für Filmmusik) untermalt den Sezessionskrieg und beinhaltet die traurige, von Gefangenen gesungene Ballade La Storia Di Un Soldato, während Tuco von Sentenza misshandelt wird. Das berühmte Ende des Films, ein dreieckiger Mexican Standoff, wird von dem Lied L’estasi Dell’oro („Ekstase des Goldes“) auf einem Massenfriedhof eingeleitet, an den sich das Duell mit Il Triello anschließt mit der „glorreichen“[10] Solotrompete. Dieser epische Showdown wird von vielen Kritikern als einer der elektrisierendsten Filmhöhepunkte überhaupt betrachtet, und die Musik bildet einen integralen Teil davon.

The Good, the Bad and the Ugly Original Motion Picture Soundtrack erschien 1966 mit Veröffentlichung des Films, die italienische Tonspur des Films war mono. Il Buono, Il Brutto, Il Cattivo war 1968 ein Nr.-1-Hit in den American Billboard Charts zusammen mit dem Rolling-Stones-Lied Jumpin’ Jack Flash.[11] Das Album stand mehr als ein Jahr in den Charts und schaffte Rang 4 in den Billboard Pop Album Charts und Platz 10 der Black Album Charts. Das Titellied wurde auch zu einem Hit für den US-amerikanischen Musiker Hugo Montenegro, der den Moog-Synthesizer einsetzte (Platz 2 Billboard Pop Single, 1968). Die US-amerikanische Metal-Band Metallica eröffnet ihre Konzerte seit 1983 mit The Ecstasy of Gold.

Das Album wurde von Capitol Records 2004 einem Remastering unterzogen und neu aufgelegt, mit 10 zusätzlichen Titeln. Eine andere, europäische Ausgabe von GDM Music aus dem Jahr 2001 hatte sogar noch mehr Umfang mit einer Spielzeit von 59 Minuten und 30 Sekunden.

Bei der Oscarverleihung 2007 erhielt Morricone, zu Tränen gerührt, die Auszeichnung für sein Lebenswerk aus den Händen von Clint Eastwood, nachdem er zuvor schon fünfmal für den Academy Award nominiert worden war, ohne ihn zu bekommen.[12][13]

Ausgabe 1966 – 33:13

  1. „The Good, the Bad and the Ugly“ (Main Title) – (2:38)
  2. „The Sundown“ – (1:12)
  3. „The Strong“ – (2:20)
  4. „The Desert“ – (5:11)
  5. „The Carriage of the Spirits“ – (2:06)
  6. „Marcia“ – (2:49)
  7. „The Story of a Soldier“ – (3:50)
  8. „Marcia Without Hope“ – (1:40)
  9. „The Death of a Soldier“ – (3:05)
  10. „The Ecstasy of Gold“ – (3:22)
  11. „The Trio“ (Main Title) – (5:00)

2004 Expanded Release – 53:03

  1. „Il Buono, Il Brutto, Il Cattivo“ („The Good, the Bad and the Ugly“ Main Title)
  2. „Il Tramonto“
  3. „Sentenza“
  4. „Fuga A Cavallo“
  5. „Il Ponte Di Corde“
  6. „Il Forte“
  7. „Inseguimento“
  8. „Il Deserto“
  9. „La Carrozza Dei Fantasmi“
  10. „La Missione San Antonio“
  11. „Padre Ramirez“
  12. „Marcetta“
  13. „La Storia Di Un Soldato“ („The Story of a Soldier“)
  14. „Il Treno Militare“
  15. „Fine Di Una Spia“
  16. „Il Bandito Monco“
  17. „Due Contro Cinque“
  18. „Marcetta Senza Speranza“
  19. „Morte Di Un Soldato“
  20. „L’estasi Dell’oro“ („The Ecstasy of Gold“)
  21. „Il Triello“

Mitwirkende

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kinofassung besetzte 1967 wie folgt:[14]

die verschiedenen Film- und Synchronfassungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von diesem Film existieren verschiedene Filmfassungen. Es gibt deshalb verschiedene Synchronfassungen, beschrieben bei jeder Filmfassung.

  • Deutsche Kinofassung, 1967:
    • Kürzer als die italienische Kino-Filmfassung.
    • Synchronisierung: Kinosynchronfassung.
  • ZDF-Fassung, Mitte der 1980er:
    • um 15 Minuten gekürzte Deutsche Kinofassung von 1967.
    • Synchronisierung: Kinosynchronfassung, nur eben kürzer.
  • Pro7-Fassung, 1995:
    • Länger als die deutsche Kinofassung, entspricht der italienischen Kinofassung.[15][15]
    • Synchronisierung: Entspricht größtenteils der Kino-Synchronisation, bei eingefügten noch nicht synchronisierten Szenen sind bis auf Clint Eastwood, der wieder von Gert Günther Hoffmann synchronisiert wurde, andere Sprecher zu hören (Lee Van Cleef: Hartmut Neugebauer, Eli Wallach: Thomas Fritsch).
  • DVD-Fassung, Gold Edition 2004:[16]
    • Länger als die deutsche Kinofassung und länger als die italienische Kino-Fassung.[17]
    • Synchronisierung: Entspricht größtenteils der Kino-Synchronisation, in den zusätzlichen Szenen werden andere Sprecher als in der Pro7-Synchronisation verwendet (Clint Eastwood: Erich Räuker, Lee Van Cleef: Reinhard Kuhnert, Eli Wallach: Walter Alich). Zusätzlich wurde ein Dialog geändert: In der Kino-Synchronisation (wie auch in der Pro7- und ZDF-Synchronisation) heißt es „Gott ist nicht mit uns, er hasst Idioten wie dich!“, in der DVD-Synchronisation „Gott ist nicht mit uns. Er kennt keine Gnade mit Idioten.“
  • ZDF-Fassung, 2005:[18]
    • DVD-Filmfassung von 2004 mit Mischsynchronisation.
    • Synchronisierung: Weil die DVD-Filmfassung länger als die Pro7-Fassung ist, wurden die Pro7-Synchronisation und die DVD-Synchronisation gemischt. Das heißt, dass für Szenen, die noch nicht in der Pro7-Filmfassung vorhanden waren, die DVD-Synchronisation Verwendung fand. Für alle anderen Szenen wurde die Pro7-Synchronisation verwendet.

Alle Synchronfassungen nach 1967 benutzen größtenteils die Kino-Synchronisation. Bei eingefügten noch nicht synchronisierten Szenen sind andere Sprecher zu hören, die DVD- und die Fernseh-Synchronisation haben jeweils andere Sprecher. Bei der Mischfassung aus dem Jahre 2005 kam es deshalb vor, dass Elli Wallach von drei unterschiedlichen Sprechern synchronisiert wurde. Die ZDF-Fassung von 2005 ist trotzdem die unter Fans bislang beliebteste Fassung: Sie verbindet weitestgehend die Kino-Synchronisation mit der ebenfalls beliebten Pro7-Synchronisation. Die unbeliebte DVD-Synchronisation wird so wenig wie möglich verwendet. Die Bildqualität ist identisch mit der DVD Gold-Edition.

DVD- und Blu-Ray-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2000 wurde der Film mehrmals als DVD veröffentlicht.

  • 2000: Die erste DVD des Films präsentierte Zwei glorreiche Halunken in einer Länge von 155 Minuten (das entspricht einer Kino-Länge von 161 Minuten) und enthielt 14 Minuten Bonusmaterial. Diese DVD wurde häufig wegen ihrer mangelhaften Bild- und Tonqualität kritisiert. Der Film entspricht bis auf einzelne Schnitte, die zusammen etwa eine Minute ausmachen, der deutschen Kinoversion von 1967.
  • 2004: Diese Doppel-DVD wurde als sogenannte Gold Edition veröffentlicht und präsentierte den Film in einer Länge von 171 Minuten (= Kino 178 Minuten). Der Film enthält nun auch einige zusätzliche Szenen, die bislang nur in der italienischen Originalversion zu sehen waren (diese wurden in der englischsprachigen Version von den Darstellern Eastwood und Wallach nachsynchronisiert). Außerdem ist die sogenannte „Grottensequenz“ (als Tuco seine alten Kumpels anheuerte, um den Blonden im Hotelzimmer zu überfallen) eingefügt worden, die von Leone nach der Uraufführung 1966 wieder entfernt worden war, und die auch für spätere Reprisen nicht wieder verwendet wurde. Dagegen ist die sogenannte „Socorro“-Sequenz (Tuco sucht in einer mexikanischen Stadt nach dem Blonden und sammelt mittels eines Hutes Geld. Dabei wird er aber vom Blonden, der dort ein Verhältnis mit einer Frau hat, reingelegt. Diese Szene liegt unmittelbar vor der Szene, bei der Tuco die Stummeln vom Blonden in den Lagerfeuern findet.) nach wie vor verschollen, aber das Bonusmaterial der DVD enthält eine erzählte Rekonstruktion der Szene, die mit ein paar Sekunden Film und einigen Standbildern angereichert wurde. Die Edition, für die Bild und Ton überarbeitet wurden, enthält umfangreiches Bonusmaterial und einen Audiokommentar des Filmexperten Richard Schickel. Diese Edition gilt allgemein als bis dato beste DVD-Veröffentlichung von Zwei glorreiche Halunken. Allerdings existieren Versionen des Films, die noch länger sind als diese.
  • 2006: Im Rahmen der DVD-Cinemathek der Süddeutschen Zeitung wurde unter der Nummer 68 auch Zwei glorreiche Halunken (unter dem englischen Titel The Good, the Bad and the Ugly) publiziert. Der Hauptfilm ist mit der Version der Gold Edition identisch. Die DVD enthält kein Bonusmaterial.
  • 2007: Am 5. März erschien Zwei glorreiche Halunken als Steelbook-Edition. Diese DVD ist inhaltlich mit der Gold Edition von 2004 identisch.
  • 2009: Am 22. April wurde der Film auch in einer Blu-Ray-Fassung veröffentlicht. Diese Version wird kritisiert, weil die deutsche Tonspur in der Geschwindigkeit um ca. 4 % reduziert ist und sich die Dialoge deshalb dumpf und schleppend anhören.
  • 2014: Am 6. Juni erschien Zwei glorreiche Halunken mit einem remasterten Bild (anhand eines 4K-Masters) und warmer Sepiatönung, welche dem ursprünglichen Kinofilm nahekommt. Erstmals findet hier die ZDF-Mischsynchronisation von 2005 statt der MGM-Synchronisation von 2004 Verwendung.[19] In der Schlussszene ist jedoch der letzte Satz Tucos, anders als in den vorherigen Fassungen, nun mit einem nachträglich erstellten Synchronpart von Thomas Fritsch (Pro7-Synchronisation) zu hören, welcher auf Basis des italienischen Bildmasters mit einem alternativen Take anstelle der internationalen Fassung erstellt wurde, da die Kinofassung an der Stelle sonst asynchron gewesen wäre. Auf der Blu-ray ist dies allerdings ein Überarbeitungsfehler, da das Bildmaterial wieder dem der internationalen Fassung entspricht und dementsprechend wieder die Kinofassung mit Otto Preuss gepasst hätte. Dies wird aufgrund des plötzlichen Stimmwechsels in der Szene von Fans kritisiert, obgleich die Blu-ray insgesamt gegenüber den vorherigen Veröffentlichungen deutlich positiver aufgenommen wird.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cenk Kiral: An Exclusive Interview With Mickey Knox auf fistful-of-leone.com vom 9. April 1998, abgerufen am 2. Oktober 2014 (englisch).
  2. Moritz von Uslar: 99 Fragen an Jeff Bridges. 4. Februar 2011, abgerufen am 5. Februar 2011 (deutsch).
  3. Roger Ebert: The Good, the Bad and the Ugly (1968). rogerebert.com, 3. August 2003, abgerufen am 26. Mai 2008 (englisch).
  4. Joe Hembus: Western-Lexikon – 1567 Filme von 1894 bis heute. Erweiterte Neuausgabe. Carl Hanser Verlag, München/Wien 1995, ISBN 3-453-08121-8, S. 764.
  5. Zwei glorreiche Halunken (1966). In: prisma.de. Abgerufen am 10. Januar 2015.
  6. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press, Minneapolis 1984, ISBN 0-8300-0405-X, S. 296.
  7. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 438.
  8. Zwei glorreiche Halunken im Lexikon des internationalen Films
  9. Vgl. Charles Leinberger: Ennio Morricone’s The Good, the Bad and the Ugly: A Film Score Guide. Scarecrow Press, 2004, S. xvii f. (englisch, google.com).
    „nothing less than a milestone in the stylistic evolution of film music, not just for the Western genre, but for all of cinema.“
  10. The Good, the Bad and the Ugly. www.soundtrack-express.com, archiviert vom Original am 18. Juni 2009, abgerufen am 26. Mai 2008 (englisch): „gorgeous“
  11. Vgl. Daniel Yezbick: The Good, the Bad, and the Ugly. In: St. James Encyclopedia of Pop Culture. Gale Group, 2002, abgerufen am 26. Mai 2008 (englisch, kostenpflichtig).
  12. Vgl. jok/dpa: Ehren-Oscar für Ennio Morricone. In: Focus. 19. Februar 2007, abgerufen am 26. Mai 2008.
  13. Lotar Schüler: „Der Stil bleibt – und zwar immer!“ In: Kulturzeit (3sat). 18. Oktober 2006, abgerufen am 26. Mai 2008.
  14. für diese wie auch die Angaben der folgenden Abschnitte siehe auch die Liste bei synchronkartei.de
  15. a b Sascha Imme: OFDb – DVD: CVC (Italien), Freigabe: ungeprüft von Zwei glorreiche Halunken (1966). In: ofdb.de. 5. Dezember 2002, abgerufen am 10. Januar 2015.
  16. Sascha Imme: OFDb – DVD: MGM/UA (Gold Edition) (Deutschland), Freigabe: FSK 16 von Zwei glorreiche Halunken (1966). In: ofdb.de. 3. Mai 2004, abgerufen am 10. Januar 2015.
  17. Gerald Wurm: Zwei glorreiche Halunken. In: schnittberichte.com. 18. Mai 2004, abgerufen am 10. Januar 2015.
  18. Sascha Imme: OFDb – ZDF (Deutschland), Freigabe: FSK 16 von Zwei glorreiche Halunken (1966). In: ofdb.de. 4. Juni 2005, abgerufen am 10. Januar 2015.
  19. Auszug aus der Pressemitteilung von FOX: Zwei glorreiche Halunken (inkl. Petition für verbesserte deutsche Tonspur) – Seite 23. In: forum.cinefacts.de. 2, abgerufen am 10. Januar 2015.
  20. Zwei glorreiche Halunken (Synchronisationsvergleich) 4K remastered Blu-ray Fehler! auf YouTube, vom 6. Juli 2014