Zweisimmen

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Zweisimmen
Wappen von Zweisimmen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Obersimmental-Saanenw
BFS-Nr.: 0794i1f3f4
Postleitzahl: 3770
UN/LOCODE: CH ZIM
Koordinaten: 594480 / 155415Koordinaten: 46° 33′ 0″ N, 7° 22′ 0″ O; CH1903: 594480 / 155415
Höhe: 947 m ü. M.
Fläche: 73,1 km²
Einwohner: 2987 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 41 Einw. pro km²
Website: www.zweisimmen.ch
Bahnhof Zweisimmen

Bahnhof Zweisimmen

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Zweisimmen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen des Kantons Bern und liegt im Berner Oberland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde fliessen die Grosse Simme sowie die Kleine Simme, zusammen daher der Name. Die Region um Zweisimmen im Simmental ist von Bergen eingefasst: im Norden von den steil gezackten Kalkriffen der Stockhorn-Gantrisch-Gastlosen-Kette, im Süden vom vergletscherten Hauptkamm der Berner Alpen, aus dem als markanteste Gestalten Wildstrubel, Wildhorn und Diablerets-Massiv herausragen.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Zweisimmen, Blankenburg, Mannried, Grubenwald und den Streusiedlungen Oeschseite und Reichenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 850 entstanden die Siedlungen Zweisimmen, Grubenwald und Betelried. Das Schloss Blankenburg wird 1325 erstmals urkundlich erwähnt.

Die erste Schule wurde 1608 eingerichtet. Zwischen 1816 und 1821 entstand die Simmentalstrasse, die bis 1828 nach Saanen weiter ausgebaut wurde.[2] Am Niklaustag des Jahres 1862 verwüstete ein Dorfbrand Zweisimmen, die Hälfte der Häuser verbrannte.[3] Nach dem Telegrafenbüro 1868 hält 1900 das elektrische Licht Einzug. Von 1902 bis 1905 erfolgte der Bau der Eisenbahnverbindungen nach Montreux. In den Jahren 1932–1936 wurde die Simmentalstrasse asphaltiert und ausgebaut. Mit dem Winter 1934 begann in Zweisimmen der Skitourismus und ab 1936 verfügten die Skisportler über ein spezielles Transportmittel für Wintersportler, die als Funi (Kurzform von Funiculaire) bezeichnete Schlittenseilbahn. Wie bei einer Standseilbahn fuhren zwei Schlitten gegenläufig hinauf und hinunter, allerdings nicht auf Gleisen, sondern auf dem Schnee. Nach dem Bau der Gondelbahn Zweisimmen-Rinderberg 1957 war diese, bis in die 1970er Jahre, die Längste ihrer Art in Europa. Sie wurde 1987 runderneuert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 54.1 %, BDP 12.7 %, SP 8.7 %, FDP 8.2 %, glp 7.6 %, GPS 2.9 %, EDU 2.6 %, EVP 1.2 %, CVP 0.6 %.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Tourismus sind Dienstleistung, Gewerbe und Landwirtschaft die wichtigsten Standbeine der Gemeinde.

  • sechs Hotelbetriebe mit 197 Betten
  • elf Gruppenhäuser mit 600 Betten
  • zwei Campings mit 200 Plätzen
  • 1700 Arbeitsplätze in Dienstleistung, Tourismus, Gewerbe und Landwirtschaft
  • Positive Pendlerbilanz
  • schweizweit die kürzesten Arbeitswege

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region eignet sich für Wanderungen, für alpinistische Unternehmungen sowie für Wintersport. Im Winter werden 220 km Pisten mit 57 Bergbahnen angeboten, im Sommer 300 km Wanderwege.[5]

Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort befindet sich das Spital Zweisimmen, ein Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es gehört zum Klinikverbund der Spitäler STS.

Für die Betreuung von Schwangeren bzw. Gebärenden besteht das Geburtshaus Maternité Alpine.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweisimmen ist mit Strasse und Schiene sowie mit dem Flugplatz Zweisimmen und dem Flugplatz Saanen gut erschlossen.

Die Gemeinde ist Endpunkt der normalspurigen Eisenbahnlinie der BLS von Spiez. In Zweisimmen beginnen die meterspurigen Bahnlinien der Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) nach Lenk sowie nach Montreux an den Genfersee. Die BLS wird zwischen 2015 und 2018 Fr. 58 Mio in den Bahnhofumbau mit einer Umspuranlage investieren. Damit können die Reisenden der GoldenPassLine von Montreux bis Interlaken voraussichtlich ab Ende 2019 direkt ohne Umsteigen verkehren.[6]

Das Simmental ist für den Individualverkehr durch das Simmental erschlossen. Strassenverbindungen über den Jaunpass nach dem Freiburgerland, den Col des Mosses und Col du Pillon in den Kanton Wallis galten schon seit Beginn der Besiedlung als wichtige Übergänge.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die reformierte Kirche St. Maria wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Bau ist aussen und innen mit spätgotischen Fresken bemalt, die Beziehungen zur schwäbischen Malerei (Strigel-Werkstatt) aufweisen und in den Jahren 1470–1500 erstellt wurden. Die Westfassade ist mit Christophorus, mit der Verkündigung an Maria sowie mit Georg im Kampf mit dem Drachen geschmückt. Im Innern befinden sich an den Langhauswänden Szenen aus der Marienlegende und dem Leben Jesu. Der Chor ist bemalt mit einer Apostelreihe und einem Engel mit Weihrauchfass.[7]
  • Das Schloss Blankenburg

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umwelt in Zweisimmen ist weitgehend intakt (sehr geringe Feinstaubbelastung und Ozonbelastung). Das Trinkwasser stammt mehrheitlich aus Quellen. Teile der Gemeinde Zweisimmen gehören dem Naturschutzgebiet Spillgerten an.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg, Deutschland

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregional beachtete Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 6. Dezember 1862: Dorfbrand mit Zerstörung des halben Ortes.
  • 13. April 1885: Erdbeben der Stärke VII[8] bzw. 4,9.[9]
  • 21. Mai 1981: Nach einer Kollision von zwei Kampfflugzeugen bei einer Übung der Schweizer Luftwaffe stürzte eine Mirage IIIs auf ein Wohnhaus mitten in Zweisimmen.[10][11]

Ein Erdbeben hat nach neueren Forschungen am 31. März 1498 in Zweisimmen nicht stattgefunden. Allerdings gab es Aufzeichnungen über ein Erdbeben wenig später in Saanen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zweisimmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Faltblatt Zweisimmen: Geschichte und Zahlen (PDF) der Einwohnergemeinde Zweisimmen, abgerufen am 7. Mai 2015
  3. Holger Finze-Michaelsen: 6. Dezember 1862: als Zweisimmen brannte: Zerstörung und Wiederaufbau eines Dorfes im Simmental. Kopp, Zweisimmen 2007
  4. Resultate der Gemeinde Zweisimmen. Staatskanzlei des Kantons Bern, 18. Oktober 2015, abgerufen am 30. Oktober 2016 (html, deutsch).
  5. gstaad.ch: Snowboarden in einem der grössten Skigebiete der Schweiz - Gstaad Tourismus (de), Zugriff am 24. November 2011.
  6. BLS: Modernisierung Bahnhof Zweisimmen
  7. Andres Moser, Bernhard Rothen, Werner Bieri: Kirche Zweisimmen BE. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 408). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987, ISBN 3-85782-408-5.
  8. Schweizerischer Ingenieur- und Architekten-Verein: Erdbebenvorsorge in der Schweiz, S. 136
  9. Berner Zeitung: Alle 100 Jahre ist mit einem grösseren Beben zu rechnen
  10. Bundesamt für Bevölkerungsschutz: KATARISK - Katastrophen und Notlagen in der Schweiz, S. 67
  11. Simmental Zeitung vom 21. Mai 2016: Vor 35 Jahren ging in Zweisimmen «die Welt unter»
  12. Gabriela Schwarz-Zanetti, Donat Fäh, Monika Gisler, Virgilio Masciadri, Philipp Kästli: Grundlagen des makroseismischen Erdbebenkatalogs der Schweiz.. vdf Hochschulverlag AG, 2011, ISBN 978-3-7281-3236-9, S. 130–.