Zwerg-Augentrost

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zwerg-Augentrost
Zwerg-Augentrost (Euphrasia minima)

Zwerg-Augentrost (Euphrasia minima)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Augentrost (Euphrasia)
Art: Zwerg-Augentrost
Wissenschaftlicher Name
Euphrasia minima
Jacq. ex DC.

Der Zwerg-Augentrost (Euphrasia minima) ist eine Pflanzenart der Gattung Augentrost, und somit ein Halbschmarotzer.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zierliche einjährige Pflanze erreicht Wuchshöhen 2 bis 15 Zentimetern. Der Stängel ist aufrecht und meist unverzweigt, bei größeren Individuen jedoch verzweigt. Die Blätter werden bis zu 15 Millimeter lang und besitzen ein bis vier grannenlose Zähne.

Die Blüten sitzen einzeln in den oberen Blattachseln. Die weiße oder gelbe Krone wird zwischen fünf und sieben Millimeter lang. Auffällig sind die dunklen Schlundadern und das gelbe Saftmal. Die Oberlippe ist hochgeklappt und bräunlich bis violett. Die Unterlippe ist dreiteilig.

Blütezeit ist von Juli bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 44.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen und die europäischen Gebirge von den Pyrenäen bis zum Balkan. In Österreich häufig - fehlt in Burgenland und Wien.

Als Standort werden kalkarme Böden, Magerrasen, Charakterart des Krummseggenrasen (Curvuletum) und Zwergstrauchheiden zwischen 1.200 und 3.300 m über dem Meeresspiegel bevorzugt. Sie ist eine Charakterart der Klasse Juncetea trifidi.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art gehörte zu den wenigen einjährigen Pflanzen der Alpenflora. Sämtliche Energie wird in die Fortpflanzungsorgane geleitet, um den Keimpflanzen einen guten Start zu ermöglichen. So wird ein hoher Anteil der Stickstoffproduktion der Mutterpflanze in die Samen geleitet, die schon im Herbst keimfähig sind und unter dem Schnee überwintern.

Obwohl eine einzelne Pflanze sehr klein ist, kann sie bei massenhaftem Auftreten den Weideertrag beträchtlich mindern.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann folgende Unterarten unterscheiden[2]:

  • Euphrasia minima DC. subsp. minima
  • Euphrasia minima subsp. davisii Yeo: Sie kommt in der Türkei vor.[2]
  • Euphrasia minima subsp. masclansii O. Bolòs & Vigo: Sie kommt in Spanien vor.[2]
  • Euphrasia minima subsp. sicardii (Sennen) O. Bolòs & Vigo: Sie kommt in Spanien vor.[2]
  • Euphrasia minima subsp. tatrae (Wettst.) Hayek: Sie kommt in Polen, in der Slowakei, in Rumänien, Bulgarien und in der Ukraine vor.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 853.
  2. a b c d e Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Euphrasia minima In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zwerg-Augentrost – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien