Zwergginster
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Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis) | ||||||||||||
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Zwergginster bzw. Zwerggeißklee[1] (Chamaecytisus Link) ist eine Gattung von Zwergsträuchern der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).
Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es sind Zwergsträucher, die Dornen tragen können. In Mitteleuropa sind nur dornenlose Arten heimisch. Die Blätter sind deutlich gestielt. Sie sind dreizählig gefiedert, die Fiederblättchen sind ganzrandig. Nebenblätter sind nicht vorhanden.
Die Blüten stehen in Trauben endständig an diesjährigen Trieben, kopfartig zusammengezogen und von einem Hochblattkranz umgeben. Oder die Blüten stehen einzeln bis zu viert an seitenständigen Kurztrieben in Blattachseln der vorjährigen Triebe. Der Blütenstiel ist ein bis sechs Millimeter lang und kürzer als der Kelch.
Der Kelch ist röhrenförmig und zweilippig mit zweizähniger Oberlippe und dreizähniger Unterlippe. Die Kelchzähne sind nicht so tief eingeschnitten wie die Lippen. Die Krone ist gelb. Selten ist sie weiß oder rot. Die Fahne ist länger als Flügel und Schiffchen. Das Schiffchen ist fast gerade und stumpf. Die 10 Staubblätter sind alle verwachsen. Der Griffel ist eingerollt. Die Blüten besitzen einen Klappmechanismus und werden durch langrüsslige Hummeln bestäubt.
Die Hülsen sind im Kelch ungestielt und deutlich länger als der Kelch. sie sind zusammengepresst und von schwarzer Farbe. Sie enthalten acht bis 16 Samen. Die Hülsen springen bei Reife auf, es sind Schleuderfrüchte, die Zwergginster sind Austrocknungsstreuer. Die Samen sind linsenförmig und haben einen Durchmesser von zwei bis vier Millimeter. Sie tragen ein Elaiosom. Die Samen werden durch Ameisen weiterverbreitet (Myrmekochorie).
Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Gattung Zwergginster wird innerhalb der Tribus Genisteae in die Subtribus Genistinae gestellt, zusammen mit Laburnum, Cytisophyllum, Cytisus, Ulex und Genista. Es gibt rund 40 Arten, von denen 35 in Europa vorkommen.[2] Die Gattung wurde von Johann Heinrich Friedrich Link 1831 im Handbuch zur Erkennung der nutzbarsten und am häufigsten vorkommenden Gewächse erstbeschrieben.[3]
Die in Mitteleuropa heimischen Arten sind:[2]
- Weißer Zwergginster oder Weißer Geißklee (Chamaecytisus albus (Hacq.) Rothm.; Syn.: Cytisus albus Hacq.): Die Heimat ist Südosteuropa bis Mitteleuropa, wo die Art in Mähren vorkommt.
- Österreichischer Zwergginster (Chamaecytisus austriacus (L.) Link) im Pannonischen Raum
- Rauhaariger Zwergginster (Chamaecytisus hirsutus (L.) Link): Mitteleuropa und Südosteuropa.[4]
- Purpur-Zwergginster (Chamaecytisus purpureus (Scop.) Link) in Kärnten und Südtirol, darüber hinaus in den Südalpen und im Dinarischen Gebirge.
- Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis (Schaeff.) Rothm.)
- Kopf-Zwergginster (Chamaecytisus supinus (L.) Link)
Weitere Arten (Auswahl):
- Chamaecytisus creticus (Boiss. & Heldr.) Rothm.: Sie kommt nur in Kreta vor.
- Sprossender Zwergginster (Chamaecytisus proliferus (L. f.) Link) – Kanarischer Endemit
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 569.
- ↑ a b Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
- ↑ Eintrag bei Tropicos
- ↑ Datenblatt Chamaecytisus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.