Zwergschwarzbarsche

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Zwergschwarzbarsche
Okefenokee-Zwergschwarzbarsch (Elassoma okefenokee)

Okefenokee-Zwergschwarzbarsch (Elassoma okefenokee)

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Centrarchiformes
Familie: Elassomatidae
Gattung: Zwergschwarzbarsche
Wissenschaftlicher Name der Familie
Elassomatidae
Jordan, 1877
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Elassoma
Jordan, 1877

Die Zwergschwarzbarsche (Elassoma) sind eine Gattung sehr kleiner nordamerikanischer Süßwasserfische aus der Gruppe der Barschverwandten (Percomorphaceae). Die Gattung steht monotypisch in der Familie Elassomatidae, die aus der Familie der Sonnenbarsche (Centrarchidae) ausgegliedert wurde. Sie leben im Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika, inklusive des Stromgebietes des Mississippi.[1] Etymologisch ist Elassoma eine Haplologie für elassosoma „kleinerer Körper“.[2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind kleine, je nach Art 33 bis 47 mm lang werdende Fische von schwarzbläulicher oder brauner Färbung. Zwergschwarzbarsche haben fünf Kiemenreusendornen, eine einzige Rückenflosse und eine abgerundete Schwanzflosse, jedoch kein Seitenlinienorgan auf dem Körper. Ihre Schuppen sind cycloid.[1] Die Geschlechter unterscheiden sich auch außerhalb der Fortpflanzungszeit an der Bezahnung der Kiefer. Bei den Männchen ist der gesamte Oberkiefer mit starken Zähnen besetzt, während bei den Weibchen der Oberkiefer nur vorn in der Mitte mit kleineren Zähnen besetzt ist.[3][4]

Grundlegend unterscheiden sich Zwergschwarzbarsche von Sonnenbarschen durch ihre Kleinwüchsigkeit, ihre durchgehende Rückenflosse und durch ihr Balzverhalten.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwergschwarzbarsche zeigen während der Fortpflanzungszeit einen ausgeprägten Sexualdimorphismus. Während die Männchen ihre dunklen, kontrastbildenden Zeichnungselemente verstärken, bleiben die Weibchen schlicht, in unauffälligen Brauntönen gefärbt.

Die Männchen sind dann territorial und balzen mit flatternden Bewegungen der Flossen und bewegen den Körper wellenförmig auf und ab. Gelaicht wird schließlich in ein dichtes Pflanzengeflecht, meist 20 bis 30 Zentimeter über dem Gewässerboden. Ein Brutpflege findet nicht statt. Die Fische laichen mehrmals in Abständen von einigen Tagen bis einigen Wochen. Die etwa 60 bis 80 Eier eines Laichaktes werden in einzelnen Portionen von etwa sechs bis zehn Stück abgegeben, die jeweils von einer dicken Gallerthülle umgeben sind. Die einzelnen Eier sind sehr klein und glasklar. Die Jungfische schlüpfen nach zwei bis drei Tagen und hängen zunächst einige Tage mit einem Klebefaden am Kopf an Pflanzen, bevor sie freischwimmend werden.[3][4]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren und davor wurden die Zwergschwarzbarsche in die Sonnenbarsche (Centrarchidae) gestellt und als Zwergsonnenbarsche bezeichnet oder als eigene Familie, aber als nahe Verwandte der Sonnenbarsche angesehen. Beide Familien wurden traditionell den Barschartigen (Perciformes) zugeordnet und sogar in unterschiedliche Unterordnungen innerhalb der Barschartigen eingeordnet.[1] Neue molekularbiologische Untersuchungen zeigen jedoch, dass Sonnen- und Zwergschwarzbarsche nah miteinander verwandt und Schwestergruppen sind, während sie mit den Echten Barschen (Percidae) nur entfernt verwandt sind. Das Team des Ichthyologen Thomas J. Near und das des Fischsystematikspezialisten Ricardo Betancur-R. ordneten Sonnen- und Zwergschwarzbarsche deshalb der schon im 19. Jahrhundert durch den deutsch-niederländischen Zoologen Max Carl Wilhelm Weber und den niederländischen Biologen Lieven Ferdinand de Beaufort aufgestellten und nach den Sonnenbarschen benannten Ordnung Centrarchiformes zu.[5][6][7]

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurzeit sind 7 Arten bekannt:[8]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  2. Griech.-Wörterbuch W. Pape 1880
  3. a b Uwe Werner: Ein Zwergschwarzbarsch mit Signalwirkung. in DATZ 4/2009, ISSN 1616-3222
  4. a b Bohlen J. & A. Nolte: Zur Fortpflanzungsbiologie der Zwergschwarzbarsche. in Riehl, R. & H. Greven: Fortpflanzungsbiologie der Aquarienfische Band 2, Schmettkamp-Verlag, Bornheim, Seite 69–78 (1999) online auf www.joerg-bohlen.de (Memento des Originals vom 17. Januar 2005 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.joerg-bohlen.de
  5. Thomas J. Near, Michael Sandel, Kristen L. Kuhn, Peter J. Unmack, Peter C. Wainwright, Wm. Leo Smith: Nuclear gene-inferred phylogenies resolve the relationships of the enigmatic Pygmy Sunfishes, Elassoma (Teleostei: Percomorpha). Molecular Phylogenetics and Evolution 63 (2012) 388–395, doi:10.1016/j.ympev.2012.01.011
  6. Thomas J. Near, A. Dornburg, R.I. Eytan, B.P. Keck, W.L. Smith, K.L. Kuhn, J.A. Moore, S.A. Price, F.T. Burbrink, M. Friedman & P.C. Wainwright. 2013. Phylogeny and tempo of diversification in the superradiation of spiny-rayed fishes. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 101:12738-21743. doi: 10.1073/pnas.1304661110, PDF
  7. Ricardo Betancur-R, Edward O. Wiley, Gloria Arratia, Arturo Acero, Nicolas Bailly, Masaki Miya, Guillaume Lecointre and Guillermo Ortí: Phylogenetic classification of bony fishes. BMC Evolutionary Biology, BMC series – Juli 2017, DOI: 10.1186/s12862-017-0958-3
  8. Elassoma auf Fishbase.org (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zwergschwarzbarsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien