Zwingenberg (Bergstraße)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zwingenberg
Zwingenberg (Bergstraße)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zwingenberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 43′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Bergstraße
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 5,66 km2
Einwohner: 6928 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1224 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64673
Vorwahl: 06251
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 022
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Untergasse 16
64673 Zwingenberg
Webpräsenz: www.zwingenberg.de
Bürgermeister: Holger Habich (FDP)
Lage der Stadt Zwingenberg im Kreis Bergstraße
Groß-RohrheimZwingenberg (Bergstraße)BiblisViernheimLampertheimBürstadtEinhausen (Hessen)LorschBensheimLautertal (Odenwald)LindenfelsHeppenheim (Bergstraße)Heppenheim (Bergstraße)Fürth (Odenwald)GrasellenbachRimbach (Odenwald)MörlenbachWald-MichelbachBirkenau (Odenwald)AbtsteinachGorxheimertalHirschhorn (Neckar)NeckarsteinachMichelbuch (gemeindefreies Gebiet)Rheinland-PfalzBaden-WürttembergKreis Groß-GerauLandkreis Darmstadt-DieburgOdenwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Zwingenberger Altstadt mit Marktplatz

Zwingenberg liegt im Kreis Bergstraße in Südhessen und ist seit der Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1274 die älteste Stadt im hessischen Teil der Bergstraße.[2]

Geographie und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg liegt am Westrand des Odenwaldes am Fuße des Melibokus, mit 517,4 m ü. NHN der höchste Berg der Bergstraße. Die Höhe der Gemarkung variiert zwischen etwa 90 m im Stadtteil Rodau und knapp 300 m am Hang des Melibokus. Die höchste Erhebung Zwingenbergs ist kein einzelner Berg, sondern geht fließend am Hang des Melibokus in die Gemarkung Auerbach, einem Stadtteil von Bensheim an der Bergstraße, über. Als Richtwert gilt die 100-Meter-Markierung am Bahnhof in Zwingenberg. Im Westen grenzt Zwingenberg an das Hessische Ried und damit an die Oberrheinische Tiefebene.

Im Westen Zwingenbergs in Richtung Rodau und im Stadtteil Rodau selbst herrscht auf sandigem Boden Feld- und Wiesenwirtschaft vor. Einzig ein kleines Stück Wald gehört zur Gemarkung im Bereich des Niederwaldsees. In Zwingenberg existieren auch noch Reste bzw. Neuanpflanzungen des Obstanbaus (hauptsächlich Äpfel). An den Ausläufern der Orbishöhe und in Richtung Luciberg wird Wein angebaut. Außerdem wachsen Mandelbäume in der Region. Ein schmaler Saum Wald gehört noch im Bereich der Hütte „Morgenruhe“ und über der „Blockhütte“ Richtung Comoder Weg zur Gemarkung Zwingenberg. Es sind heute noch Reste von Granitabbau erkennbar.

Durch den Windschatten des Melibokus herrscht in Zwingenberg Mikroklima, welches zum Teil in hangnahen Lagen zu weniger Niederschlag als beispielsweise in der Ebene führt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg liegt zwischen der Gemeinde Alsbach-Hähnlein im Landkreis Darmstadt-Dieburg im Norden und der Stadt Bensheim im Kreis Bergstraße im Süden. Im Westen grenzen die Bensheimer Stadtteile Fehlheim und Langwaden an den Stadtteil Rodau. Im Osten grenzt Zwingenberg an den Melibokus, dessen Gipfel in der Gemarkung Auerbach, einem Stadtteil von Bensheim an der Bergstraße, liegt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg besteht aus den beiden Stadtteilen Zwingenberg mit einer Fläche von 346 Hektar und Rodau mit einer Fläche von 215 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wann oder durch wen diese Stadt erbaut wurde, hat man keine eigentliche Nachricht, dass sie aber eine uralte Stadt sei, schließt man aus allen Umständen.“[3] Der älteste Hinweis auf locum getwinc ist eine Urkunde aus dem Jahr 1012, in der Kaiser Heinrich II. dem Kloster Lorsch Jagdrechte schenkte. Der Ortsname weist darauf hin, dass Reisende an der Bergstraße zur Durchquerung der Stadttore gezwungen waren, da westlich der Stadt Sumpf und Auwald lag.

Durch Heirat der Hildegard von Henneberg kamen Teile der Bergstraße um 1135 an Heinrich II von Katzenelnbogen (* etwa 1124; † 1160), welcher im Jahre 1138 von König Konrad III. zum Grafen erhoben wurde. Zwingenberg gehörte nun zur Grafschaft Katzenelnbogen mit dem Hauptort Katzenelnbogen. Diese Grafschaft bestand aus zwei Teilen, der sog. Niedergrafschaft, am Rhein um Sankt Goar gelegen, sowie der südhessischen Obergrafschaft.[4]

1258 erhält Diether V. das Recht, eine Kirche in Zwingenberg zu errichten:

Dompropst Werner, Domdekan Johann und das Domkapitel zu Mainz sowie Propst Ludwig von St. Viktor daselbst bekunden, dass die Einwohner von Zwingenberg zum Anhören des Wortes Gottes und Empfang der Sakramente wegen weiter Entfernung und Lebensgefahr nur schwer zu ihrer Mutterkirche in Bensheim gelangen können. Sie gestatten daher mit Zustimmung des Erzbischofs auf Bitten des weltlichen Herrn in Zwingenberg, Graf Diethers v. Katzenelnbogen, dass in Zwingenberg eine Kirche mit Friedhof erbaut und ein eigener Priester bestellt wird.

1260 findet zwischen Diether V. und seinem Bruder Eberhard I. eine Teilung der Grafschaft statt, wobei Diether V. Zwingenberg und Eberhard I. Auerbach erhält.

Zwingenberg erhält 1274 unter Graf Diether V. durch König Rudolf von Habsburg Stadt- und Marktrechte und wird damit die älteste Stadt an der Bergstraße.

1301 wurde Zwingenberg zerstört und ging in Flammen auf. Graf Wilhelm I. von Katzenelnbogen, der Sohn von Diether V., hatte sich mit vier rheinischen Kurfürsten verbündet und überhöhte Rheinzölle gefordert. Dies hatte den freien Handel stark geschädigt und die Kriegserklärung von König Albrecht I. zur Folge. Die Unterburg wurde zerstört.

1330 bestätigte Kaiser Ludwig der Bayer dem Grafen Wilhelm I. die Stadtrechte von Zwingenberg.

Kaiser Ludwig bestätigt dem Grafen Wilhelm von Katzenelnbogen getreuer Dienste wegen die Freiheit, die ihm König Rudolf für Zwingenberg, und die Freiheit, die er ihm für Reichenberg verliehen hat, sowie den rheinaufwärtigen Zoll (ufganden zol) zu St. Goar, den Graf Wilhelm und seine Vorfahren vom Reiche zu Lehen besessen haben. Wer dagegen etwas unternimmt, büßt mit 100 Mark Gold, die halb an die Kammer des Reiches und halb an den Grafen fallen.
Zwingenberg im Jahr 1624. Kupferstich von Daniel Meisner
Zwingenberg um 1810 (Gemälde von Wilhelm Merck)
Zwingenberg unterhalb des Melibokus um 1875
Die Innenstadt von Zwingenberg um 1875

Zum Schutz seiner südlichsten Besitzungen an der Bergstraße und seiner Zolleinnahmen baute Graf Diether IV. in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Unterburg in Zwingenberg und eine Hochburg, das Auerbacher Schloss über Auerbach.

1355 erfolgte das Eheversprechen von Wilhelm II. an Elisabeth von Hanau.

Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen gelobt, Else, die Tochter des Edlen Ulrich, Herrn zu Hanau, zum Weibe zu nehmen und ihr als Wittum 400 Pfd. H. FrWr. in Korngülten und Pfennigzinsen nach Landesgewohnheit anzuweisen gemäß der Erkenntnis des Ritters Gottfried von Stockheim und der Edelknechte Konrad Emicho zum Hane und Thielmann von Boxberg. Die Gülten sollen in der Nähe des Schlosses Darmstadt fällig sein. Graf Wilhelm wird Else ferner Burg und Stadt Zwingenberg als Wittum übergeben, jedoch mit dem Vorbehalt, dass Zwingenberg von dieser Verpflichtung befreit ist, sobald er für Else in Darmstadt eine Wohnung eingerichtet hat, in der sie standesgemäß wohnen kann.

1401 wurde der Name „Twinginburg“ verzeichnet.

1403 verpfändete Graf Johann IV. Katzenelnbogen an Henne Weißkreis von Lindenfels Burg und Stadt Zwingenberg mit den Dörfern Eschollbrücken, das gräflichen Eigen ist, Pfungstadt und Nieder-Ramstadt mit allen Rechten und Zubehör für 6.000 Gulden, über die der Graf quittiert.

1454 Graf Philipp I. von Katzenlenbogen willigt ein, dass Hans IV. von Wallbrunn (Burgsitz von Wallbrunn) seine Frau Lucie von Reifenberg unter anderem auch auf das Haus und etliche Gärten zu Zwingenberg bewittumt, die Hans vom Grafen zu Lehen trägt, jedoch unbeschadet der damit verbundenen Mannschaftsleistung.

1557 gab es in den 35 Pfarreien der Obergrafschaft nur drei „aus kirchlichen Mitteln unterhaltene – gut eingerichtete Schule(n)“, nämlich in Darmstadt, Groß-Gerau und Zwingenberg. Noch vor dem Tode des hessischen Landgrafen Philipp I. im Jahr 1567 kam eine weitere in Auerbach hinzu. Damit ist Zwingenberg nicht nur die älteste Stadt an der Bergstraße, sondern auch eine der ältesten Schulstandorte in Hessen.[5]

Bis 1479 gehörte Zwingenberg zur Grafschaft Katzenelnbogen, danach zur Landgrafschaft Hessen und ab 1567 zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, welche 1806 zum Großherzogtum Hessen erhoben wurde.

Durch Verwüstungen während des Dreißigjährigen Krieges und die darauffolgende Pest war der Ort über Jahrzehnte fast unbewohnt und schließlich vernichtete ein 1693 von französischen Truppen gelegtes Feuer die meisten Häuser. Erst nach der Französischen Revolution erholte sich die Stadt wieder.

1821 wurde Zwingenberg Sitz des Landgerichtes im neu gegründeten Landratsbezirk Bensheim, bevor es 1879 im Zuge der neuen hessischen Gerichtsverfassung in ein Amtsgericht umgewandelt wurde, das jetzt zum Landgerichtsbezirk Darmstadt, als Gericht zweiter Instanz, gehörte. . 1902 wurde ein Teil seines Gerichtsbezirkes dem Amtsgericht in Bensheim zugeteilt und am 11. April 1934 wurde es endgültig aufgehoben.[6]

1832 wurde Zwingenberg in den Kreis Bensheim eingegliedert, ab 1938 gehört es zum Kreis Bergstraße.[7] In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch hier jüdische und politisch missliebige Menschen vertrieben und deportiert. Die Synagoge wurde durch einen Zufall jedoch nicht zerstört. Sie wird heute als Wohnhaus genutzt. Ein Verein bemüht sich um ihre Wiederbelebung. 1941 wurde in der Jugendherberge ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet.

Am 14. Oktober 1894 nahm der erste Pflegedienst der Region seinen Dienst auf. Eine Schwester der Hessisch-Nassauischen Kirche kümmerte sich in häuslicher Pflege um alte und kranke Menschen. Diese erste Diakoniestation wurde durch Spenden finanziert und am 22. Juni 1902 wurde das neu erbaute Schwesternwohnhaus eingeweiht. Auch in den Nachbargemeinden wurden im Laufe der Zeit fünf weitere Schwesterstationen gegründet, die sich 1978 zu einem Zweckverband zusammenschlossen. Die letzte Zwingenberger Gemeindeschwester, die ihren Wohnsitz im Schwesternhaus hatte, versah bis Ende der 1970er Jahre ihren Dienst. Über den Umfang der Arbeit gibt das Diensttagebuch der ehemaligen Station Auskunft; so wurden zum Beispiel im Jahr 1958, 4284 Pflegebesuche und 30 Nachtwachen verzeichnet.[8]

Zwingenberg war im 20. Jahrhundert das Zentrum des genossenschaftlich organisierten Bergsträßer Obst- und Gemüsebaus. Die Genossenschaft mit Sitz und Markthalle in Zwingenberg hat zu ihren besten Zeiten 7000 Mitglieder aus 263 Gemeinden. Ihr Einzugsgebiet reichte im Westen bis n den Rhein, im Norden bis an den Main und über Darmstadt bis nach Heppenheim im Süden. Begonnen hatte die organisierte Vermarktung der Produkte 1910 der Gründung des Obstverwertungsverein, 1913 entstand dann eine erste Markthalle die 1926 durch ein größeres Ziegelsteingebäude ersetzt wurde. Im selben Jahr wurde die „ Bergsträßer Obst- und Gemüsezentrale eGmbH“ gegründet. Die Genossenschaft überdauerte die beiden Weltkriege und erlebte Ende der 1950er Jahre ihre erfolgreichste Zeit. Noch 1961 wurden von den Obsterzeugern an den rund 70 Sammelstellen 82.600 Zentner Obst und Gemüse im Wert von rund 3,4 Millionen D-Mark abgeliefert. Danach ging der Obstanbau, getrieben durch die fallende Preise und starke ausländische Konkurrenz, rapide zurück. Die Genossenschaft war gezwungen, ihr Einzugsgebiet zu vergrößern und siedelte nach Griesheim um.[9]

Zwingenberg feierte 1974 die Verleihung der Stadtrechte vor 700 Jahren, womit sie die älteste Stadt an der Bergstraße ist. Das Ereignis wurde durch die Herausgabe einer Chronik und mit vielen Veranstaltungen begangen. Der Bergsträßer Anzeiger schrieb zu 700-jährigen Jubiläum: „Das erfüllt die Zwingenberger nach wie vor mit Stolz – vor allem, weil man im Zuge der Gemeindegebietsreform in den 1970er-Jahren nicht als Stadtteil einem anderen Gemeinwesen zugeschlagen wurde, sondern bis heute selbstständig geblieben ist. Dass man – wie beispielsweise das größere Auerbach – heute nicht von Bensheim aus ‚regiert‘ wird, wurde seinerzeit durch die Eingemeindung des Dorfes Rodau nach Zwingenberg verhindert“. 25 Jahre später im Jahr 1999, zum 725. Stadtrechtsjubiläum wurde erneut gefeiert. Dieses mal mit einem Historienspiel, bei dem die Übergabe der Stadtrechtsurkunde eine zentrale Rolle spielt und an dem auch Kommunalpolitiker mitwirkten.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1970 wurde der heutige Stadtteil Rodau eingemeindet.[11] Für den Stadtteil Rodau wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Zeit der Weltkriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus und setzte im ganzen Deutschen Reich der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ein Ende. Als nach der deutschen Niederlage am 11. November 1918 der Waffenstillstand unterschrieben wurde, hatte auch Zwingenberg viele Gefallene zu beklagen, während der Krieg insgesamt rund 17 Millionen Menschenopfer kostete. Das Ende des Deutschen Kaiserreiches war damit besiegelt, und die unruhigen Zeiten der Weimarer Republik folgten, in denen zwischen 1921 und 1930 rund 566.000 Auswanderer versuchten, den schwierigen Verhältnissen in Deutschland zu entfliehen.

Am 28. April 1928 wurde die Bergstraße von einem katastrophalen Unwetter getroffen, niemand in dem betroffenen Gebiet konnte sich an ähnliches erinnern. „Bensheim, Auerbach, Zell, das Ried und vor allem Zwingenberg boten ein Bild der Verwüstung“. Gewittersturm und Hagel vernichteten die Hoffnung auf eine Ernte und Wassermassen wälzten sich von den Hängen der Bergstraße in die betroffenen Orte. „Zwingenberg war unpassierbar, der Platz vor dem ‚Löwen‘ sah aus wie ein ‚Felsenmeer‘ aus Pflastersteinen. Der Marktplatz und der Bereich beim Amtsgericht lagen voller Schlamm und Trümmer; auf dem Friedhof waren ‚Gräber aufgedeckt, Teile von Zinksärgen, Gebeine und Schädel freigelegt‘; Automobile steckten bis zu einem Meter tief in Schlamm und Geröll“; schrieb der Bergsträßer Anzeiger.[12]

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler, was das Ende der Weimarer Republik und den Beginn der Nationalsozialistischen Diktatur einleitete. Im Frühjahr 1933 ordnete Adolf Hitler den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag mit dem Namen „Tag der deutschen Arbeit“ an. Damit wurde eine Gewerkschaftsforderung ausgerechnet von der Regierung erfüllt, die von den Gewerkschaften strikt ablehnt wurde. Die Gewerkschaften riefen zur Teilnahme an den Maiveranstaltungen auf, da sie sich als Initiatoren des Maigedankens fühlten. Das offizielle Programm war schon stark durch die Nationalsozialisten geprägt: „6 Uhr Wecken durch die SA-Kapellen. 8 Uhr Flaggenhissung in den Betrieben, Abmarsch zum Exerzierplatz, 9 Uhr Übertragung der Kundgebung von dem Lustgarten in Berlin auf die öffentlichen Plätze der Städte. 10.45 Uhr Staatsakt der Hessischen Regierung (...), Empfang einer Arbeiterdelegation aus den drei Hessischen Provinzen. (...) Gemeinsamer Gesang des ,Liedes der Arbeiter'. (...) 7.30 Uhr Übertragung von dem Tempelhofer Feld, Berlin: Manifest des Reichskanzlers Adolf Hitler, 'Das erste Jahr des Vierjahresplanes'. Anschließend Unterhaltungsmusik und Deutscher Tanz. 12 Uhr: Übertragung der Rede des Ministerpräsidenten Hermann Göring. (...) Ehemals marxistische Gesang-, Turn- und Sportvereine können an den Zügen teilnehmen, jedoch ist die Mitführung marxistischer Fahnen oder Symbole zu unterlassen.“ Das böse Erwachen für die Gewerkschaften kam einen Tag später, als die „NSDAP die Führung der roten Gewerkschaften übernahm“: „Die seitherigen marxistischen Führer in Schutzhaft - Ein 3-Millionen-Konto des früheren Reichstagspräsidenten Löbe gesperrt - Die Rechte der Arbeiter gesichert - Die Gebäude der Freien Gewerkschaften besetzt“, titelten die bereits im ganzen Reich gleichgeschalteten Zeitungen.[13] Im November 1938 brachte die sogenannte Reichskristallnacht den jüdischen Mitbürgern Not und Elend. Zwischen 1933 und 1939 sind alle der 1933 aus 40 Personen bestehenden jüdischen Gemeinde infolge der zunehmenden Repressalien weggezogen oder ausgewandert. Am 19. November, einen Tag nach der Kristallnacht, wurden die noch in Zwingenberg lebenden Juden gezwungen die Synagoge zu verkaufen. Die jüdischen Einwohner denen es nicht gelang auszuwandern wurden spätestens 1942 in Vernichtungslager deportiert. Von den in Zwingenberg geborenen oder längere Zeit hier lebenden Personen kamen 21 durch die NS-Gewaltherrschaft ums Leben.[14]

Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen der Zweite Weltkrieg, der in seinen Auswirkungen noch weit dramatischer war als der Erste Weltkrieg und dessen Opferzahl auf 60 bis 70 Millionen Menschen geschätzt werden. Besonders ab 1944 war der verstärke Luftkrieg gegen Deutschland auch in Zwingenberg zu spüren. Große Fliegerverbände überflogen Zwingenberg bei ihren Angriffen auf die umliegenden Industriestädte Ludwigshafen, Mannheim oder Worms. In diesem Jahr wurde auch die Arbeit auf den Feldern durch die fortgesetzten Tieffliegerangriffe lebensgefährlich. Auch in der Bahn oder auf den Straßen war niemand mehr sicher.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges in Europa erreichten die amerikanischen Verbände Mitte März 1945 den Rhein zwischen Mainz und Mannheim. Die Brückenköpfe auf der linken Rheinseite konnten durch die schwachen deutschen Kräfte nicht gehalten werden, was zur Sprengung der Rheinbrücken bei Worms, Nordheim und Gernsheim am 20. März führte. Die sich auf die rechte Rheinseite zurückgezogenen Reste der deutschen 7. Armee mussten fast die gesamte schwere Ausrüstung wie Panzer und Artillerie zurücklassen, was eine Fortsetzung der Kämpfe bei der absoluten Luftherrschaft der Amerikaner und dem Fehlen jeglicher deutscher Reserven eigentlich völlig sinnlos machte. Auf amerikanischer Seite war jetzt das oberste Ziel die Vermeidung weiterer Verluste, was zum massiven Einsatz von Artillerie, Panzern und Flugzeugen, auch ohne genaue Kenntnis einer möglichen Gegenwehr, auf alle einzunehmenden Städte und Dörfer führte. Stießen die vorrückende Kräfte auf Widerstand erfolgte ein sofortiger Rückzug und ein massiver Einsatz von Luftwaffe und Artillerie. Am 22. März überquerte die 3. US-Armee bei Oppenheim den Rhein und besetze am 25. März Darmstadt. Das machte aus amerikanischer Sicht ein schnelles Nachrücken der benachbarten 7. US-Armee zur Flankensicherung notwendig. In den ersten Stunden des 26. März 1945 überquerten amerikanische Truppen bei Hamm und südlich von Worms den Rhein. Sie überqueren nach am gleichen Tag die Autobahn Frankfurt–Mannheim bei Langwaden und standen vor Schwanheim, womit diese wichtige Nord-Süd-Verbindung unterbrochen war. Am 27. März rücken die amerikanischen Einheiten weiter vor und standen in Lorsch, Bensheim, Heppenheim und Zwingenberg, einen Tag später waren Aschaffenburg am Main sowie der westliche und nördliche Teil des Odenwaldes besetzt. Da Zwingenberg nicht verteidigt wurde, entstanden beim Einmarsch der Amerikaner keine großen Schäden. Dies war wohl auch den Einwohnern zu verdanken, die vorher die Panzersperren beseitigt und weiße Fahnen gehisst hatten.[15] Der Krieg in Europa endete mit der bedingungslosen Kapitulation aller deutschen Truppen, die am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft trat.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1500 1622 1641 1669 1710 1755 1801 1806 1858 1861 1885 1900 1910 1920 1946 1956 1961 1970
Einwohner ohne Rodau 450 600 150 500 650 700 1052 1198 1616 1531 1515 1638 1910 2100 3148 3393 3393 4100
Jahr 1961 1970 1979 1980 1990 1995 2000 2004 2005 2007 2011 2014
Einwohner mit Rodau 3704 4457 5030 5150 6076 6493 6777 6972 6963 6814 6654 6763

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[16] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[17][18]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,5 12 37,4 12 34,0 10 30,2 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,8 6 26,0 8 28,4 9 37,1 12
GUD Gemeinschaft für Umweltschutz und Demokratie 20,4 7 24,3 8 18,9 6 17,1 5
FDP Freie Demokratische Partei 20,3 6 10,7 3 14,9 5 12,6 4
FWZ Freie Wähler Zwingenberg -- -- 1,6 0 3,8 1 2,9 1
gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 56,4 59,1 54,1 61,4
Rathaus, ehemaliges Schlösschen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holger Habich (2012)

Von 2001 bis 2007 amtierte Dieter Kullak (parteilos) als Bürgermeister. Bei der Wahl am 25. März 2007, bei der Kullak nicht mehr antrat, setzte sich der von FDP und CDU unterstützte Holger Habich (FDP) durch. Bei der Wahl am 3. März 2013 gewann Holger Habich gegen seine Herausforderin Christine Klein mit 73,9 % der abgegebenen, gültigen Stimmen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Zwingenberg zeigt oben den Löwen der Grafen von Katzenelnbogen und unten drei Wasserlilienblätter.[19]

Der Löwe der Katzenelnbogener ist auch in den Wappen von Darmstadt, Pfungstadt, Auerbach, Katzenelnbogen und St. Goar zu sehen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg unterhält Städtepartnerschaften mit dem französischen Pierrefonds im Département Oise (seit 1968), mit dem italienischen Brisighella in der Region Emilia-Romagna, mit dem englischen Tetbury in Gloucestershire (seit 1981) sowie mit dem in Sachsen-Anhalt liegenden Eckartsberga.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemals vorwiegend von Landwirtschaft und Weinbau sowie Gastronomie geprägt, finden sich mittlerweile neben zahlreichen Gewerbebetrieben auch eine Reihe kleinerer und mittlerer Technologieunternehmen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BRAIN Biotechnology Research and Information Network AG (Bio- und Gentechnologieforschung)
  • Pharmacontrol Electronic GmbH (Pharmazeutische Verpackungskontrolle)
  • Preussag Wasser und Rohrtechnik GmbH (Niederlassung Umwelttechnik)
  • PWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH
  • RESINEX Germany GmbH (Distribution von Kunststoffgranulaten)
  • SurTec Deutschland GmbH (Chemische Produkte und Verfahren für die Oberflächentechnik)
  • Bormuth Art & Consulting (Film- und Werbeagentur)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg ist über die Abfahrt (29) an die A 5 Frankfurt-Basel angebunden, an der A 67 ist bei der Abfahrt Gernsheim (8) ebenfalls Zwingenberg ausgeschildert. Der Frankfurter Flughafen ist 45 km, der Binnenhafen Gernsheim am Rhein 12 km entfernt.

Parallel zum Odenwald verläuft hier auch die Bergstraße B 3, welche sich in Zwingenberg in die neue und alte Bergstraße unterteilt, die sich dann bei Darmstadt-Eberstadt wieder vereinen.

Die als „Berliner Ring“ bezeichnete, ursprünglich geplante Entlastungsstraße zur B 3 ist in Ansätzen vorhanden. Die parallel zur B 3 verlaufende Straße kommt aus Bensheim und wird in Zwingenberg auf die B 3 zurückgeführt. Ursprüngliche Pläne, die bisherige (sehr niedrige, etwa 2,95 m) Eisenbahnquerung durch eine weiter nördlich geführte Brücke zu entlasten, scheiterten an Protesten der Anwohner und an der Nachbargemeinde, über deren Gebiet Teile der Straße führen sollten.

Eine der am stärksten befahrenen Bahnstrecken Deutschlands, die Main-Neckar-Bahn Frankfurt–Darmstadt–Heidelberg/Mannheim, führt durch Zwingenberg. Der kleine Bahnhof wird von Regionalbahnen stündlich bedient. Hinzu kommen einzelne Verstärkerzüge im Berufsverkehr.

Moderne Gelenkbusse der Buslinie 669, die von der Darmstädter HEAG mobilo betrieben wird, verkehren zwischen Alsbach (Straßenbahn-Endhaltestelle), Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim.

Die Hessischen Radwege R 8 und R 17 führen durch die Stadt.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg verfügt über ein Sportgelände mit Rasenplatz und kompletter Leichtathletikanlage, Hartplatz und Bolzplatz. Außerdem gibt es mehrere Tennisplätze und zwei Sporthallen. Rodau besitzt ebenfalls einen Rasenplatz. Bis 2015 ist eine Neuerrichtung eines modernen Sportparks geplant, in dem alle ortsansässigen Sportarten vertreten sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg liegt am Rande des Odenwaldes auf Höhe des Melibokus in einer relativ steilen Hanglage. Die den Ortskern umgebende Stadtmauer ist zum großen Teil heute noch sichtbar.

Die Obergasse ist das alte getwinc, die Passstraße, die durch das Unter- und Obertor der Stadt führte. Der Straßenzug wurde nach dem Brand von 1693 nur geringfügig geändert und zeigt im Wesentlichen die ursprüngliche Anlage der alten Bergstraße.

Der neue Pass war bis in das 15. Jahrhundert hinein noch Sumpfgelände, denn ein Stück weiter liegt das alte Neckarbett. Hier führt heute die B3 entlang der historischen Stadtmauer durch den Ort. Zwischen Schlösschen und Neugasse bilden die Reste der Stadtmauer die Rückfront der Häuser und Scheunen der Untergasse.

Zwingenberg hat, einschließlich des Stadtteils Rodau, 81 unter Denkmalschutz stehende Kulturdenkmäler.[20] Eine Übersicht über alle Kulturdenkmäler gibt die Liste der Kulturdenkmäler in Zwingenberg (Bergstraße).

Oberhalb von Zwingenberg ist der westliche Einstieg zum Nibelungensteig, einem 124 Kilometer langen, zertifizierten Fernwanderweg, der den Odenwald von Westen nach Osten komplett durchzieht.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhäuser in der Scheuergasse

Der Ort hat eine touristisch attraktive Altstadt mit baulich und historisch sehr interessanten Fachwerkhäusern, einer Bergkirche und einem ehemaligen Burgsitz, der 1420 als Burglehen von Johann von Katzenelnbogen an Hans von Wallbrunn den Älteren verliehen wurde.

An der höchsten Stelle Zwingenbergs liegt die heutige Jugendherberge, eine ehemalige Zehntscheune, die auf den Fundamenten einer Bastion errichtet wurde. Von den runden Ecktürmen der oberen Stadtmauer ist nur die Aul erhalten. Es ist der Nordostturm, ein zweigeschossiger Turm aus unverputztem Bruchsteinmauerwerk.

Die Reste der Wasserburg Zwingenberg dürften nach dem Burgstall der Oberen Burg wohl das älteste Bauwerk Zwingenbergs sein. Von dieser ausgehend wurde um 1250 die befestigte Stadtanlage geschaffen. Der neue Marktplatz entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts nordöstlich der ehemaligen Wasserburg und dem sie umgebenden Burggraben am südwestlichen Ende der heute noch in Resten erhaltenen Stadtmauer.

Das alte Amtsgericht wurde 1561–1563 von Philipp dem Großmütigen aus dem Haus Hessen errichtet und 1989 saniert. Es diente ursprünglich den hessischen Landgrafen als Jagdschloss.

Das Schlösschen, um das Jahr 1520 errichtet, dient der Stadt seit 1969 als Rathaus. Nebenan liegt das ehemalige Gasthaus „Zum Löwen“. Es wurde 1595 errichtet und ist das älteste noch vorhandene Bauwerk außerhalb der alten Stadtmauer. Gegenüber dem Löwen liegt die Scheuergasse, die von zwei Reihen traufständiger Scheunen gebildet wird. Diese wurden wegen der Brandgefahr außerhalb der Stadtmauer angelegt und werden heute überwiegend als Wohnungen, Büros und Gaststätten genutzt.

Der Gewölbekeller der „Alten Apotheke“, die am Marktplatz liegt, scheint aus der Zeit zu stammen, als die Stadtmauer errichtet würde. Später war die „Alte Apotheke“ als „großherzogliche Apotheke von Katzenellenbogen“ bekannt, die 1783 erbaut wurde.

Die ehemalige Zwingenberger Synagoge mit Betsaal, Schulstube und zwei Wohnungen wurde 1903 errichtet. Die Synagoge war Nachfolger der ab 1861 genutzten kleineren Synagoge im alten Stadtkern (Am großen Berg 2). In der Pogromnacht 1938 wurde das Gebäude nicht niedergebrannt, da der kurz zuvor verstorbene Sohn der „Schawwesgoi“, der nichtjüdischen Arbeitshilfe für den Sabbat, in der Wohnung seiner Mutter aufgebahrt war. Inschriften und Embleme an der Fassade wurden allerdings in der Folgezeit zerstört. 1945 verkauft, ist es seither ein Wohnhaus.[21]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gewölbekeller des ehemaligen Amtsgerichtes befindet sich das Theater Mobile, das Eigenproduktionen und Gastspiele vorwiegend aus den Sparten Musik, Lesung, Kindertheater, Tanz und Kabarett anbietet.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heimatmuseum in der historischen Scheuergasse zeigt altes Handwerk und historisch eingerichtete Räume.

Im Juni 2005 wurde das Informationszentrum „Blüten, Stein & Wein“ des UNESCO-Geoparks Bergstraße-Odenwald im Bürgerzentrum „Bunter Löwe“ eröffnet. Das Informationszentrum, das am Wochenende und nach Anmeldung geöffnet ist, beherbergt auch die Touristinformation.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weinlagenwanderung (1. Mai)
  • Weinmarkt (am Pfingstwochenende auf dem historischen Marktplatz im Herzen der Altstadt)

Wein und kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwingenberg ist Teil des kleinen Weinbaugebietes Hessische Bergstraße. An den Hängen des Melibokus liegen in der Großlage Auerbacher Rott, die Lagen Zwingenberger Steingeröll und Zwingenberger Alte Burg. Nördlich schließt sich die Lage Alsbacher Schöntal an. Spargel- und Erdbeeranbau prägen das flachere Umfeld Richtung Rodau hin. Typisch für Zwingenberg sind daher ein kräftiger trockener Riesling und zarte Spargelgerichte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Ehrenbürger der Stadt war Pfarrer Adam Höfle (1900–1999).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Loos etwa 1920

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich von Gagern (1799–1880), Politiker, im Vorparlament der Frankfurter Paulskirche für den Wahlkreis Zwingenberg.
  • Henry Kissinger, der als Verbindungsoffizier zur Spionageabwehr in Bensheim tätig war, lebte einige Monate in der hierfür requirierten Arthur-Sauer-Villa in Zwingenberg.
  • Arthur Sauer (Chemiker), trat 1897 in die vom Wormser Apotheker Rudolf Pizzala gegründete pharmazeutische Fabrik „Deutsche Milchwerke“ ein und übernahm das Unternehmen 1898. Hieraus wurden die späteren Fissan-Werke (1924). 1934 hatte das Unternehmen bereits 160 Arbeiter und Angestellte, sowie 50 kaufmännische Beschäftigte. Arthur Sauer verstarb am 29. November 1946, sein Fahrzeug steht heute im Technikmuseum Speyer.
  • Wilhelm Büchner (1816–1892), Apotheker, Chemiker und Politiker, in Zwingenberg Lehrling in der Apotheke am Marktplatz.
  • Fritz Graßhoff (* 9. Dezember 1913 in Quedlinburg; † 9. Februar 1997 in Hudson, Kanada) war Zeichner, Maler, Schriftsteller und Schlagertexter. Er lebte von 1967 bis 1983 in Zwingenberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Markert: Zwingenberg an der Bergstraße und Umland. ISBN 3-932199-00-6.
  • Rudolf Kunz: Die Bergstraße: Der Nördliche Teil. Seeheim, Jugenheim, Bickenbach, Alsbach, Hähnlein, Zwingenberg. (Bildmappe)
  • Fritz Kilthau: Mitten unter uns: Zwingenberg an der Bergstraße von 1933 bis 1945. ISBN 3-922781-85-3.
  • Karl Wilfried Hamel: Auerbacher Schloß – Feste Urberg – die bedeutendste Burganlage der Obergrafschaft Katzenelnbogen. AAA-Verlag, Bensheim-Auerbach 1997, ISBN 3-9803139-0-5.
  • Ludwig März: Zwingenberg. Bildband im Selbstverlag
  • Monika Vogt: Eröffnend der Neuzeit Tür. Begegnungen mit Philipp dem Großmütigen in Hessen. Hrsg.: Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen/ Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2003, S. 29–31.
  • Norbert Mischlich: Das waren noch Zeiten an der Bergstraße! Band 2: Vergangenes – Wissenswertes – Erlebnisreiches aus dem Augenwinkel eines 13-jährigen. 1. Auflage. Selbstverlag, Zwingenberg 2010, ISBN 978-3-00-032457-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zwingenberg (Bergstraße) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zwingenberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Website Stadt Zwingenberg Stand: 5. Mai 2008.
  3. J. J. Winkelmann: Geschichte des Hessenlands.
  4. WebSite Karte der Grafschaft Katzenelnbogen
  5. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. „Ein Schulstandort mit Tradition“, S, 70
  6. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. Als in Zwingenberg noch Gericht gehalten wurde. S. 37, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014; abgerufen am 28. Dezember 2014 (PDF 8,61 MB).
  7. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. „Die Entstehung des Kreises Bergstraße“, S. 109.
  8. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. „Kirchen in der Vorreiter-Rolle, S. 108“
  9. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. „Als Obst und Gemüse boomten“, S, 28
  10. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. „Bata Illic gratulierte zum Stadt-Jubiläum“, S. 65.
  11. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen, S. 219.
  12. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des Bergsträßer Anzeigers 2007: Die Bergstraße – ein Trümmerfeld, S. 64.
  13. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007: „Frisches Birkengrün, wehende Fahnen“, S. 66.
  14. Geschichte der jüdischen Gemeinde Zwingenberg auf „Alemannia Jusaica“ (abgerufen am 10. Dezember 2014)
  15. Artikelserie des Bergsträßer Anzeigers aus dem Jahr 2005 über das Kriegsende an der Bergstraße. Bergstraße. Bergsträßer Anzeiger, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014; abgerufen am 20. Dezember 2014.
  16. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  18. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  19. Website Wappen von Zwingenberg, Stand: 5. Mai 2008.
  20. Landesamt für Denkmalpflege Hessen
  21. Auf der Webseite des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge