Zwischenprodukt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Unter einem Zwischenprodukt oder Intermediat versteht man in der Chemie das Produkt einer chemischen Reaktion, das aus chemischen, technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht isoliert oder in Verkehr gebracht, sondern weiter umgesetzt wird.

Die begrifflichen Grenzen zwischen Rohstoff, Zwischenprodukt und Endprodukt sind oftmals willkürlich und hängen von der jeweiligen Perspektive ab.[2] So ist beispielsweise Harnstoff für einen Hersteller, der dieses Produkt an einen Dritten abgibt, ein Endprodukt. Verwendet der Dritte den Harnstoff zur Herstellung von Melamin, so ist es für ihn ein Rohstoff. Verarbeitet der Harnstoff-Produzent das Produkt selbst weiter, so ist es für ihn ein Zwischenprodukt.

Die EU-Chemikalienverordnung REACH unterscheidet bei den Zwischenprodukten

  • nicht-isolierte Zwischenprodukte
  • standortinterne isolierte Zwischenprodukte und
  • transportierte isolierte Zwischenprodukte

Während die nicht-isolierten Zwischenprodukte von der REACH-Verordnung ausgenommen sind, gibt es für die isolierten Zwischenprodukte eine Registrierung mit geringeren Informationsanforderungen, sofern eine Stofffreisetzung bei der Herstellung und Verwendung sicher ausgeschlossen werden kann.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert Gossauer: Struktur und Reaktivität der Biomoleküle, Verlag Helvetica Chimica Acta, Zürich, 2006, S. 19, ISBN 978-3-906390-29-1.
  2. Otto-Albrecht Neumüller (Hrsg.): Römpps Chemie-Lexikon. Band 6: T–Z. 8. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1988, ISBN 3-440-04516-1, S. 4744–4745.
  3. Helpdesk reach–clp–biozid: Zwischenprodukte, abgerufen am 19. November 2018