Bahnhof Altranft

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Altranft
Bahnhoft Altranft.jpg
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 1
Abkürzung BART[1]
IBNR 8011034[2]
Preisklasse 6[3]
Eröffnung 20. Juli 1880
Lage
Stadt/Gemeinde Bad Freienwalde (Oder)
Ort/Ortsteil Altranft
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 45′ 46″ N, 14° 4′ 58″ OKoordinaten: 52° 45′ 46″ N, 14° 4′ 58″ O
Höhe (SO) 15 m ü. HN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
i16

Der Bahnhof Altranft ist Haltepunkt und ehemaliger Bahnhof im Ortsteil Altranft der Stadt Bad Freienwalde (Oder) im Landkreis Märkisch-Oderland. Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz und repräsentiert im Brandenburgischen Freilichtmuseum Altranft die bedeutende Anbindung des Ortes an den Schienenverkehr.[4]

Lage[edit | edit source]

Altranft liegt am Streckenkilometer 68,7 der Bahnstrecke Eberswalde–Frankfurt (Oder), gezählt vom früheren Stettiner Bahnhof in Berlin. Der Ortskern befindet sich etwa 500 Meter nördlich. Die Betriebsstelle grenzt an die Alte Heerstraße. Der Bahnhof Bad Freienwalde (Oder) liegt rund fünf Kilometer nördlich, der Bahnhof Wriezen ungefähr sieben Kilometer südlich. Altranft liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB).

Geschichte[edit | edit source]

Der Bahnhof in Altranft wurde erst nach Eröffnung der Strecke eingerichtet. Der Gutsherr Graf Edwin von Hacke, der Reichstagsabgeordneter war, setzte einen Haltepunkt für den Ort durch. Dieser ging am 20. Juli 1880 in Betrieb. In seiner Anfangszeit wurde er etwa von 38 Fahrgästen täglich genutzt. Zunächst fand die Eisenbahn in Altranft viel Zuspruch. Kritisiert wurden nur eine fehlende Wartehalle und Unterstellmöglichkeiten. Schließlich kamen zwei Nebengleise, ein Inselbahnsteig und Signalanlagen hinzu. 1901 entstand ein Empfangsgebäude. Bis 1932 trug die Station den Namen Alt Ranft, was dann in Altranft geändert wurde.[5]

Bis 1953 gehörte Altranft dem Betriebsamt Eberswalde an. Dieses wiederum gehörte bis 1945 der Reichsbahndirektion (Rbd) Stettin an. Nachdem sich im selben Jahr die Grenzen zwischen Deutschland und Polen änderten, kam der Haltepunkt zur Rbd Greifswald. Mit einer weiteren Änderung der Direktionsgrenzen zum 1. Januar 1954 gehörte die Betriebsstelle endgültig zur Rbd Berlin. Seit dem 1. September 1967 handelt sich es bei Altranft nicht mehr um einen selbstständigen Bahnhof, da dieser dem Bahnhof Wriezen unterstellt wurde.[6]

Der planmäßige Güterverkehr im Bahnhof wurde zum 31. Dezember 1971 eingestellt. Bis 1991 erfolgten noch gelegentlich Schrottverladungen. Es war noch bis Mai 1993 möglich, in Altranft Fahrkarten am Schalter zu erwerben. Bis 2005 war der Haltepunkt gleichzeitig eine Blockstelle, der zuständige Fahrdienstleiter übernahm gleichzeitig die Aufgaben eines Schrankenposten wahr.[6]

Anlagen[edit | edit source]

Bahnsteige und Gleise[edit | edit source]

1962 gab es einen 252 Meter langen Bahnsteig am durchgehenden Hauptgleis 1 sowie das Nebengleis 4 mit angeschlossener Ladestraße. Das Ladegleis hatte eine Nutzlänge von 270 Meter. Mit drei örtlich bedienten Weichen wurde der Verkehr geregelt. Zudem gab es je zwei Ein- und Ausfahrsignale als Formsignale. Zu Beginn der 1970er-Jahre befanden sich auf dem nicht mehr genutzten Ladegleis viele ausgemusterte Lokomotiven, die verschrottet werden sollten.[5]

Empfangsgebäude[edit | edit source]

Im Empfangsgebäude befand sich seit dessen Eröffnung im Jahre 1901 ein Dienst-, zwei Warteräume und eine Wohnung für den Bahnhofsvorsteher.[6] Es handelt sich dabei um einen zweigeschossigen massiven Ziegelbau mit Satteldach. Das Gebäude besitzt umlaufende Gesimsbänder und flachbogige Fenster und Türen. 1912 wurde der Bau um ein mechanisches Stellwerk in einem eingeschossigen Anbau zur Bahnsteigseite hin erweitert.[4] Das Stellwerk war bis zur Aufgabe der Blockstelle im Jahr 2005 besetzt.

Weitere Anlagen[edit | edit source]

An einer Ladestraße befand sich ein Güterschuppen und eine Laderampe. Bis 1904 existierte auf der gegenüberliegenden Seite ein Anschlussgleis zu einer Brikettfabrik.[5]

Anbindung[edit | edit source]

Der Haltepunkt wird im Stundentakt von der Regionalbahnlinie RB 60 bedient, die die Niederbarnimer Eisenbahn betreibt.

Literatur[edit | edit source]

  • Andreas Wegemund: Eisenbahnknoten Eberswalde. VNB Verlag B. Neddermeyer, 2013, ISBN 978-3-941712-25-6, S. 177–178.

Weblinks[edit | edit source]

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Abkürzungsverzeichnis auf michaeldittrich.de, abgerufen am 16. Mai 2015
  2. IBNR-Verzeichnis auf michaeldittrich.de, abgerufen am 16. Mai 2015
  3. Stationspreisliste (Memento vom 22. Februar 2015 im Internet Archive) auf deutschebahn.com, abgerufen am 16. Mai 2015
  4. a b Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg auf gis-bldam-brandenburg.de, abgerufen am 16. Mai 2015
  5. a b c Andreas Wegemund: Eisenbahnknoten Eberswalde, VBN Verlag B. Neddermeyer, 2013, S. 177
  6. a b c Andreas Wegemund: Eisenbahnknoten Eberswalde, VBN Verlag B. Neddermeyer, 2013, S. 178