Dassow

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dassow
Dassow
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dassow hervorgehoben

Koordinaten: 53° 55′ N, 10° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Schönberger Land
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 66,56 km2
Einwohner: 4042 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23942
Vorwahl: 038826
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 017
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 15, 23923 Schönberg (Mecklenburg)
Website: www.schoenberger-land.de
Bürgermeister: Annett Pahl (SPD)
Lage der Stadt Dassow im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinSchwerinLandkreis RostockLandkreis RostockLandkreis Ludwigslust-ParchimLandkreis Ludwigslust-ParchimBad KleinenBarnekowBobitzDorf MecklenburgGroß StietenHohen ViechelnLübowMetelsdorfVentschowDragunGadebuschKneeseKrembzMühlen EichsenRögnitzRoggendorf (Mecklenburg)VeelbökenBernstorfGägelowStepenitztalStepenitztalStepenitztalRoggenstorfRütingTestorf-SteinfortUpahlWarnow (bei Grevesmühlen)DamshagenHohenkirchen (Mecklenburg)KalkhorstKlützZierowAlt MetelnBad KleinenBrüsewitzCramonshagenDalberg-WendelstorfGottesgabe (bei Schwerin)Grambow (bei Schwerin)Klein TrebbowLübstorfLützow (Mecklenburg)PerlinPingelshagenPokrentSchildetalSeehof (Mecklenburg)ZickhusenBenz (bei Wismar)BlowatzBoiensdorfHornstorfKrusenhagenNeuburg (Mecklenburg)BibowGlasinJesendorfJesendorfLübberstorfNeuklosterPasseeWarinZüsowZurowCarlow (Mecklenburg)DechowGroß MolzahnHoldorf (Mecklenburg)Königsfeld (Mecklenburg)RehnaRehnaRehnaRiepsSchlagsdorfThandorfUtechtWedendorferseeDassowGrieben (Mecklenburg)LüdersdorfMenzendorfRoduchelstorfSchönberg (Mecklenburg)SelmsdorfSiemz-NiendorfBoltenhagenGrevesmühlenInsel PoelPoelWismarKarte
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Dassow im Landkreis Nordwestmecklenburg ist eine Stadt im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns (Deutschland). Sie wird vom Amt Schönberger Land mit Sitz in der Stadt Schönberg verwaltet. Der Ort ist ein Grundzentrum.[2]

Geografie[edit | edit source]

Das durch Eingemeindungen gewachsene Stadtgebiet Dassows erstreckt sich von der Ostseeküste (zwischen Klützer Winkel und Priwall) über die Ufer der Pötenitzer Wiek und des Dassower Sees bis zur Mündung der Maurine in die Stepenitz. Die Kernstadt Dassow selbst befindet sich am Eintritt der Stepenitz in den Dassower See, der als Seitenbucht der Travemündung in die Ostsee bereits auf Meeresspiegelhöhe liegt. Im Nordosten der Gemarkung steigt das hügelige Gelände bis 58 m ü. NHN an. Die Ufer des Dassower Sees und der Stepenitz sowie Teile des Küstenabschnittes sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Umgeben wird Dassow von den Nachbargemeinden Kalkhorst im Nordosten, Roggenstorf im Osten, Stepenitztal im Südosten, Schönberg im Süden, Selmsdorf im Südwesten sowie Lübeck im Westen.

Dassow ist Teil der Metropolregion Hamburg.

Stadtgliederung[edit | edit source]

Zur Stadt Dassow gehören[3]

  • Ortszentrum Dassow mit Vorwerk und Siedlung

sowie die Ortsteile

  • Schwanbeck
  • Tankenhagen
  • Volkstorf
  • Wieschendorf
  • Wilmstorf

Geschichte[edit | edit source]

Nikolaikirche in Dassow mit Rechteckchor aus Backstein, dahinter das Kirchenschiff in Granitquadern

Name[edit | edit source]

Ab 1158 wurde die Landschaft Darrsowe oder Darxowe genannt, 1188 sprach man von Dartzchowe. 1219 wurde der Ort Dassow erstmals als Dartzowe (altpolabische Bezeichnung für Ort der Dornen oder Gesträuche) urkundlich erwähnt. Die Schreibweise veränderte sich 1415 zu Darsowe und im 15. Jahrhundert zu Dassow.

Mittelalter[edit | edit source]

Aus der slawischen Burg entstand Mitte des 12. Jahrhunderts eine deutsche Burg mit einer Siedlung, günstig gelegen an der Straße von Lübeck nach Wismar. Die Lübecker gerieten hier in Verteidigung des Barbarossa-Privilegs von 1188 immer wieder in Konflikt mit örtlichem Adel und den mecklenburgischen Herzögen. Der Bischof von Ratzeburg verzichtete 1219 den Lübeckern gegenüber auf seinen Anteil am Brückenzoll der Dassower Brücke über die Stepenitz. Der Herzog seinerseits verzichtete im Folgejahr. 1307 beschlossen die Lübecker mit den Lauenburgern und den Holsteinern im Frieden zu Herrenfähre die Zerstörung der Dassower Burg. Dennoch kehrte kein dauerhafter Friede ein. So kam es 1505 zur Lübecker Fehde zwischen der Hansestadt Lübeck und Mecklenburg sowie den Rittern von Parkenthin in Dassow.

Die frühgotische Nikolaikirche entstand als Granitquaderbau in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie wird bereits 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, das die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften, geordnet nach Kirchspielen, auflistet. Der Kirchturm aus Backstein stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Der nahe gelegene Burgwall Feldhusen stammt aus dem 10.–12. Jahrhundert.

Neuere Zeit[edit | edit source]

Abbau der Grenzanlagen bei Dassow 1990
Ehemalige Führungsstelle der Grenztruppen der DDR, 2007

Dassow gehörte zu Mecklenburg, mit der Dritten Mecklenburgischen Hauptlandesteilung 1701 zu Mecklenburg-Schwerin.

Der markanteste Punkt ist der im 18. Jahrhundert errichtete Speicher an der Mündung der Stepenitz. Hier wurden die Waren aus der Umgebung gestapelt, die Schiffe ins nahe Lübeck brachten.

Seit dem Mittelalter war Dassow mit der Gutsherrschaft von Lütgenhof als ritterschaftlicher Flecken verbunden; der jeweilige Eigentümer von Lütgenhof war zugleich Gerichtsherr und Ortsvorsteher von Dassow. Im 19. Jahrhundert war die Verfassung des Fleckens und die Regulierung der Verhältnisse der Einwohner des Fleckens Dassow zu ihrem Gutsherrn, dem Justizrat von Paepke auf Lützenhof ein ständiges Thema.[4] 1857 erließ Großherzog Friedrich Franz II. einen Regulierungsrezess über den Flecken und die Feldmark Dassow, und der Ort erhielt durch Paepcke erstmals eine Grund- und Gemeindeordnung. Zum 1. Januar 1910 kam Dassow zusammen mit Vorwerk und Neuvorwerk zum großherzoglichen Domanium. Dafür erhielt der damalige Besitzer von Lütgenhof Raimar von Paepcke vom Großherzog das Forstrevier Holm und eine Zahlung von 150.000 Mark. Dassow wurde am 1. April 1938 das Stadtrecht verliehen.

Dassow wurde Anfang Mai 1945 von US-amerikanischen Truppen besetzt.

Im Mai 1945 gab es eine Explosion von entsorgter Munition auf dem Holmer Feld beim Spezenbruch nahe Dassow, die 28 dort eingesetzte, kriegsgefangene deutsche Soldaten das Leben kostete. Sie wurden auf dem Ortsfriedhof beigesetzt.[5]

Dassow, die nordwestlichste Stadt der DDR, lag bis Ende 1989 inmitten des Sperrgebietes der DDR-Grenze und war ohne spezielle Passierscheine nicht erreichbar. Der zu Lübeck und damit zum Gebiet der Bundesrepublik gehörende Dassower See war durch die DDR-Grenzsperranlagen von der Stadt abgetrennt und von hier aus nicht zugänglich. Das nahe dem Dassower See an der Transitstrecke F 105 gelegene Siechenhaus vor Dassow wurde 1972/1973 von den Grenztruppen beseitigt.

Der Stadtkern und der Alte Speicher von Dassow wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert.

Von 1952 bis 1994 gehörte Dassow zum Kreis Grevesmühlen (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, 1990–1994 im Land Mecklenburg-Vorpommern). Seit 1994 liegt die Stadt im Landkreis Nordwestmecklenburg.

Von 1992 bis 2005 wurde Dassow vom Amt Ostseestrand verwaltet. Seit dessen Auflösung gehört Dassow zum Amt Schönberger Land.

Eingemeindungen[edit | edit source]

Eingemeindungen nach Dassow erfolgten 1950 (Lütgenhof, Prieschendorf, Schwanbeck, Wilmstorf)[6], 1957 (Wieschendorf)[6], 1961 (Klein Voigtshagen)[6] und 2004 (Harkensee, Pötenitz)[7].

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Barendorf bei Dassow 01.07.1950 Eingemeindung nach Harkensee
Benckendorf 01.07.1961 Eingemeindung nach Pötenitz
Groß Voigtshagen 01.07.1950
01.02.1974
Eingemeindung nach Roggenstorf,
Umgliederung nach Dassow
Harkensee 13.06.2004
Klein Voigtshagen 01.07.1961
Lütgenhof 01.07.1950
Pötenitz 13.06.2004
Prieschendorf 01.07.1950
Rosenhagen 01.07.1950 Eingemeindung nach Pötenitz
Schwanbeck 01.07.1950
Tankenhagen 01.07.1950 Eingemeindung nach Klein Voigtshagen
Volkstorf 01.07.1950 Eingemeindung nach Benckendorf
Wieschendorf 01.01.1957
Wilmstorf 01.07.1950

Einwohnerentwicklung[edit | edit source]

Jahr Einwohner
1990 3176
1995 3152
2000 3194
2005 4036
2010 3972
Jahr Einwohner
2015 4034
2016 4076
2017 4077
2018 4042

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[8]

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl 2005 ist auf die Eingemeindungen von Harkensee und Pötenitz im Jahr 2004 zurückzuführen.

Politik[edit | edit source]

Stadtvertretung[edit | edit source]

Die Stadtvertretung von Dassow besteht aus 14 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,8 % zu folgender Zusammensetzung der Stadtvertretung:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
SPD 40,2 % 6
Wählergemeinschaft Ostseestrand 31,5 % 4
CDU 19,9 % 3
Bündnis 90/Die Grünen 08,9 % 1
Gesamt 14

Bürgermeister[edit | edit source]

  • 1997–2004: Kerstin Weiss (SPD)
  • 2004–2016: Jörg Ploen (SPD)
  • seit 2016: Annett Pahl (SPD)[10]

Annett Pahl wurde am 26. Mai 2019 mit 83,5 % der gültigen Stimmen gewählt.[11] Sie hatte seit 2016 als Vertreterin des erkrankten Bürgermeisters Jörg Ploen amtiert.

Wappen[edit | edit source]

Wappen der Stadt Dassow
Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden eine rote Burg mit zwei spitzbedachten Zinnentürmen und einem offenen Tor, darin ein grüner Dornenstrauch.“[12]

Das Wappen wurde von dem Schweriner Lithographen und Kunstmaler Otto Menzel nach einem Vorschlag des Direktors des Geheimen und Hauptarchivs Schwerin Dr. Friedrich Stuhr gestaltet. Es wurde am 28. Oktober 1927 durch das Mecklenburg-Schwerinsche Staatsministerium verliehen und unter der Nr. 176 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Das Wappen verbindet ein städtisches Symbol, eine Burg, mit einem redenden Zeichen, einem Dornstrauch als Bezug zu dem aus dem Slawischen stammenden Ortsnamen (darč=Dornstrauch). Einer volkstümlichen Überlieferung nach soll die Sperrung des Tores durch einen Dornstrauch angeblich dazu beigetragen haben, dass der Ort jahrhundertelang von allen Neuerungen unberührt geblieben ist, einen Dornröschenschlaf gehalten hat.

Flagge[edit | edit source]

Die Stadt verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.[13]

Dienstsiegel[edit | edit source]

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen mit der Umschrift „STADT DASSOW • LANDKREIS NORDWESTMECKLENBURG“.[13]

Städtepartnerschaft[edit | edit source]

Seit 2002 ist Grobiņa in Lettland Partnerstadt von Dassow.

Alter Speicher an der Stepenitz

Sehenswürdigkeiten[edit | edit source]

Wirtschaft und Infrastruktur[edit | edit source]

Dassow hat neben Banken, Arztpraxen, einer Apotheke, Kindergarten und Schule sowie einigen Geschäften zahlreiche weitere Infrastruktureinrichtungen.

Ein umfangreiches Sanierungsprogramm für die historische Altstadt wurde in Angriff genommen. Daneben genießt die Entwicklung des Tourismus große Aufmerksamkeit.

Im Gewerbegebiet Holmer Berg haben sich über 30 Firmen angesiedelt, unter ihnen die Popcorn Company, zwei Medizintechnikfirmen, die Lübecker Euroimmun und die EndoComplete, das Hamburger Pharmaunternehmen AqVida und der Zulieferer für Komponenten, die GPE Group.

Verkehr[edit | edit source]

Dassow liegt an der Bundesstraße 105 (Lübeck–Wismar). Die Dassower Brücke führt in ihrem Verlauf über die Stepenitz. Die Landesstraße 01 führt von Schönberg über Dassow nach Klütz. Zwölf Kilometer südlich liegt die Bundesautobahn 20 (Lübeck–Rostock) mit der Anschlussstelle Schönberg.

Der Bahnhof Schönberg (Meckl) befindet sich sieben Kilometer entfernt an der Strecke Lübeck–Bad Kleinen, von der bis Ende der 1940er Jahre eine Stichbahn nach Dassow führte. Busse fahren nach Grevesmühlen, Schönberg, Selmsdorf, Lübeck und über Klütz nach Boltenhagen.

Persönlichkeiten[edit | edit source]

Söhne und Töchter der Stadt[edit | edit source]

Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt[edit | edit source]

Literatur[edit | edit source]

  • Carl Griewank: Kurze Beschreibung der Gegend um Dassow in Mecklenburg-Schwerin. Berlin 1846.
  • 800 Jahre Dassow. Eine Chronik. Dassow 2019.[15]

Weblinks[edit | edit source]

Commons: Dassow – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2018 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Hauptsatzung der Stadt Dassow
  4. Die Verfassung des Fleckens Dassow. Beständeübersicht des Landeshauptarchivs Schwerin
  5. Weiße Fahnen über Dassow in Unser Mecklenburg 1965, Nr. 233. Darin angegebene Quelle: DDR-Zeitung 1965. Zitiert nach: Joachim Schultz-Naumann: Mecklenburg 1945. Universitas-Verlag, 2. Auflage 1990. ISBN 3-8004-1215-2. S. 283–284
  6. a b c Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  8. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Annett Pahl kandidiert für Bürgermeisteramt. In: Lübecker Nachrichten Online, 26. April 2019.
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  12. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 158/159.
  13. a b Hauptsatzung § 3 (PDF).
  14. Kurzbiografie, abgerufen am 29. August 2013
  15. Dassows erste große Chronik erscheint. In: Ostsee-Zeitung, 3. September 2019.