Egenhausen

From Wikipedia
Jump to navigation Jump to search
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Egenhausen
Egenhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Egenhausen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 34′ N, 8° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 535 m ü. NHN
Fläche: 10,01 km2
Einwohner: 2039 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72227
Vorwahl: 07453
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 19
72227 Egenhausen
Website: www.egenhausen.de
Bürgermeister: Sven Holder
Lage der Gemeinde Egenhausen im Landkreis Calw
OstelsheimEnzkreisLandkreis KarlsruheLandkreis KarlsruheLandkreis BöblingenLandkreis TübingenLandkreis RastattLandkreis FreudenstadtPforzheimBad HerrenalbDobelHöfen an der EnzUnterreichenbachSchömberg (Landkreis Calw)Oberreichenbach (Schwarzwald)Bad LiebenzellAlthengstettCalwBad Teinach-ZavelsteinBad WildbadEnzklösterleNeuweilerSimmersfeldAltensteigRohrdorf (Landkreis Calw)EgenhausenHaiterbachNagoldWildberg (Schwarzwald)EbhausenNeubulachGechingenOstelsheimSimmozheimSimmozheimKarte
Über dieses Bild

Egenhausen ist eine kleine Gemeinde und ein Erholungsort im Landkreis Calw in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Nordschwarzwald.

Geografie[edit | edit source]

Lage[edit | edit source]

Die Gemeinde liegt zwischen Schwarzwald und Heckengäu am Fuße des Kapfes in 493 bis 627 Meter Höhe.

Gemeindegliederung[edit | edit source]

Zur Gemeinde Egenhausen gehören das Dorf Egenhausen, der Ort Ölmühle und die Häuser Kapf.

Geschichte[edit | edit source]

Egenhausen im Mittelalter[edit | edit source]

Egenhausen wurde erstmals im Jahre 1353 urkundlich erwähnt. 1398 verkauften die Grafen von Hohenberg den Ort an die Markgrafschaft Baden, bevor 1603 Württemberg ihn aufkaufte und in das Amt Altensteig eingliederte.

Mittelalterlicher Ort Sindelstetten[edit | edit source]

Im Gemeindegebiet liegt rechts des Bömbachs am Hang des Egenhauser Kapfes die abgegangene Ortschaft Sindelsteta.[2] Sindelstetten taucht in einer auf das Jahr 1005 datierten, doch gefälschten Urkunde aus dem 12. Jahrhundert sowie um 1100 urkundlich erstmals auf.[3] Bereits Mitte des 14. Jh. wird der Weiler in verschiedenen Urkunden nur noch als Ortsteil von Egenhausen genannt („beide Egenhausen“), aber noch Anfang des 16. Jh. als Gemarkung und die Bewohner Sindelstettens in Steuerbüchern erwähnt. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. war der Ort wohl endgültig – zugunsten Egenhausens – aufgegeben worden. 1624 wird Sindelstetten als ein abgegangener Weiler bezeichnet.[4]

Mittelalterliche Kapelle[edit | edit source]

Nordwestlich vom Ort hatte wahrscheinlich kurz vor dem Altensteiger Gewerbegebiet „Turmfeld“ auf Egenhauser Gemarkung eine wohl hochmittelalterliche Kapelle gelegen.[5] Die Kapelle zu den Trögen dürfte sich genauer im Bereich der früheren Verbindungsstrasse von Spielberg nach Altensteig kurz vor der inzwischen gekappten Einmündung in die heutige Entlastungsstrasse zur B28 befunden haben. Das Gewann trägt noch heute den verwandten Namen Trögelsbach, ebenso die Entlastungstrasse und eine nah gelegene Straße auf Altensteiger Gemarkung. Eine Landkarte aus dem Anfang des 17. Jh. zeigt noch Grundmauern der Kapelle.[6]

Neuzeit[edit | edit source]

Egenhausen teilte über Jahrhunderte das Schicksal der nur 3 km entfernten Stadt Altensteig, zu dessen Amt es gehörte. In Folge der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg wurde Egenhausen 1811 dem Oberamt Nagold zugeordnet.

Während der NS-Zeit in Württemberg fanden zwei Kreisreformen statt. Zunächst gab es 1934 lediglich eine Umbenennung des Oberamts in Kreis Nagold, dem Egenhausen von 1934 bis 1938 angehörte. Mit der größeren Kreisreform von 1938 kam Egenhausen zum Landkreis Calw.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Teil der Französischen Besatzungszone und erfuhr somit die Zuordnung zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Egenhausen konnte seine kommunale Selbständigkeit über die Kreis- und Gemeindereformen in Baden-Württemberg bewahren.

Religionen[edit | edit source]

Politik[edit | edit source]

Gemeinderat[edit | edit source]

Der Gemeinderat in Egenhausen hat zehn Mitglieder. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde in Egenhausen nach dem System der Mehrheitswahl gewählt. Das bedeutet, dass nur eine Liste aufgestellt war und die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen gewählt sind. Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem mit Stimmrecht. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,49 % (2014: 60,24 %).

Bürgermeister[edit | edit source]

Im November 2014 wurde Sven Holder mit 80,6 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Amtsvorgänger Frank Buob war nach 24 Jahren Amtszeit nicht mehr angetreten.

Wappen[edit | edit source]

Das Wappen zeigt auf rotem Grund eine Silberdistel mit silberner Blüte, bewurzeltem goldenem Stängel und sechs goldenen Blättern.

Söhne und Töchter der Gemeinde[edit | edit source]

  • Johannes Rath (1876–1945), Politiker (DVP), Landtagsabgeordneter

Literatur[edit | edit source]

  • Egenhausen. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Nagold (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 42). Karl Aue, Stuttgart 1862, S. 161–164 (Volltext [Wikisource]).
  • Burkhart Oertel: Ortssippenbuch Egenhausen, Gemeinde im Kreis Calw in Württemberg, 1595–1952. Neubiberg: Selbstverlag des Verfassers 2008 (= Württembergische Ortssippenbücher 88)

Weblinks[edit | edit source]

Commons: Egenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 467–520
  3. Dietmar Waidelich, Das verschwundene Sindelstetten – der „Vor-Ort“ von Egenhausen?, in: Dietmar Waidelich, Heimatgeschichtliches aus Altensteig und Simmersfeld. Tübingen 1985, S. 15.
  4. Waidelich, Heimatgeschichtliches, S. 17–18.
  5. Dietmar Waidelich, Die Kapelle zu den Trögen und die Laurentius-Kapelle von Sindelstetten. In: Spielberg im Wandel der Zeit. Horb am Necker, 1998. S. 58.
  6. Hans Stahl, Frühe Darstellung im Kartenbild. Spielberg und seine Umgebung. In: Spielberg im Wandel der Zeit. Horb am Neckar 1998. Abbildung 26 S. 63.
  7. Website der Gesamtkirchengemeinde Spielberg-Egenhausen