Eichenbühl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eichenbühl
Eichenbühl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eichenbühl hervorgehoben

Koordinaten: 49° 42′ N, 9° 20′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 158 m ü. NHN
Fläche: 31,23 km2
Einwohner: 2510 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 63928, 97896, 74731
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 119
Gemeindegliederung: 15 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 97
63928 Eichenbühl
Website: www.eichenbuehl.de
Erster Bürgermeister: Günther Winkler[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Eichenbühl im Landkreis Miltenberg
AschaffenburgLandkreis AschaffenburgLandkreis Main-SpessartHohe Wart (gemeindefreies Gebiet)Gemeindefreies Gebiet ForstwaldGemeindefreies Gebiet Hohe BergCollenbergDorfprozeltenAltenbuchWörth am MainWeilbach (Bayern)Sulzbach am MainStadtprozeltenSchneeberg (Unterfranken)RüdenauRöllbachObernburg am MainNiedernbergNeunkirchen (Unterfranken)MönchbergMömlingenMiltenbergLeidersbachLaudenbach (Unterfranken)Klingenberg am MainKleinwallstadtKleinheubachKirchzellHausen (bei Aschaffenburg)GroßwallstadtGroßheubachFaulbachEschau (Unterfranken)Erlenbach am MainElsenfeldEichenbühlBürgstadtAmorbachAmorbachHessenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Eichenbühl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie[edit | edit source]

Geographische Lage[edit | edit source]

Die Gemeinde liegt in der Region Bayerischer Untermain am Nordostrand des Odenwaldes und am Südrand des Spessarts (Wertheimer Hochfläche). Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 406,3 m ü. NHN (Lage) am Gipfel der Guggenberger Höhe, der niedrigste liegt an der Erf auf 145 m ü. NHN (Lage). Durch Eichenbühl führt der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung[edit | edit source]

Es gibt 15 Gemeindeteile[3] auf vier Gemarkungen:

Name[edit | edit source]

Etymologie[edit | edit source]

Der Name Eichenbühl setzt sich zusammen aus den mittelhochdeutschen Wörtern eichîn für Eichen und buohel im Sinne von Buckel, Hügel. Er bezeichnet einen mit Eichen bewachsenen Hügel.[4]

Frühere Schreibweisen[edit | edit source]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1248 „Eichenbohel“
  • 1308 „Eichinbuhil“
  • 1344 „Eichenbuel“
  • 1357 „Eichenbüchel“
  • 1364 „Eychenbul“
  • 1379 „Eichinbohel“
  • 1395 „Eychenbuhel“
  • 1576 „Eichenbüell“
  • 1694 „Eychenbühl“
  • 1831 „Eichenbühl“

Geschichte[edit | edit source]

Bis zur Gemeindegründung[edit | edit source]

Aus dem Ortsteil Riedern entstammt das gleichnamige lokale Adelsgeschlecht der von Riedern, deren Wappenmotiv einer roten Kanne auch heute noch ein Element des Gemeindewappens bildet.[5] Der Ort im Erzstift Mainz wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezess Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte[edit | edit source]

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Eichenbühl lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Eichenbühl war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Eingemeindungen[edit | edit source]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1974 die Gemeinden Riedern und Windischbuchen und am 1. Januar 1976 Heppdiel eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[edit | edit source]

1961[6] 1970[6] 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2016
2252 2553 2680 2811 2760 2809 2715 2632 2545 2514

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2704 auf 2478 um 226 Einwohner bzw. um 8,4 %. 1992 zählte Eichenbühl 2858 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik[edit | edit source]

Bürgermeister und Gemeinderat[edit | edit source]

Erster Bürgermeister ist seit 2008 Günther Winkler (CSU), er wurde 2014 im Amt bestätigt und am 15. März 2020 mit 60,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

Der Gemeinderat besteht nach der Wahl 2020 aus 14 Mitgliedern, die sich wie folgt aufteilen:[7]

  • CSU: 8 Sitze (57,27 %)
  • SPD/UWG: 6 Sitze (42,73 %)

UWG=Unabhängige Wählergemeinschaft

Wappen[edit | edit source]

Wappen Eichenbühl.svg
Blasonierung: „Schräg geviert; vorne in Silber eine rote Kanne mit zwei Tüllen, hinten in Silber eine schräglinke rote Mauritiusfahne, oben in Rot ein silbernes Rad, unten in Rot ein wachsender silberner Eichenzweig mit drei Eicheln und zwei Blättern.“[8]

Dieses Wappen wird seit 1995 geführt.

Wappenbegründung: Die Gemeinde Eichenbühl besteht seit 1974 aus den Gemeinden Eichenbühl, Heppdiel, Riedern und Windischbuchen. Das sechsspeichige silberne Rad weist auf die Landesherrschaft des Kurstaates Mainz hin. Die rote Kanne ist dem Wappen der Herren von Riedern entnommen, die erstmals 1206 urkundlich erwähnt werden und 1588 erloschen sind. Die Mauritiusfahne mit dem Mauritiuskreuz steht für den Ort Heppdiel. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Mauritius geweiht, der Chorturm stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Eichenzweig mit den drei Eicheln steht redend für den Ortsnamen Eichenbühl. Dieses Wahrzeichen ist schon auf einem Relief aus der Zeit um 1680 an der Ortskirche überliefert. Es ist dem untergegangenen Wappen von Eichenbühl aus dem Jahr 1959 entnommen.
Romanische Kapelle St. Valentin

Baudenkmäler[edit | edit source]

Wirtschaft und Infrastruktur[edit | edit source]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[edit | edit source]

2017 gab es in der Gemeinde 299 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1033 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 734 Personen größer als die der Einpendler. 29 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 22 landwirtschaftliche Betriebe.

Erneuerbare Energien[edit | edit source]

2013 wurde in den Gemarkungen Heppdiel und Windischbuchen ein Windpark mit fünf Windkraftanlagen des Typs Nordex N117/2400 errichtet. Die Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 12 MW wurden im Oktober 2013 in Betrieb genommen und sollen nach Angaben des Projektentwicklers Green City Energy jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Mit einer Nabenhöhe von 141 Metern Höhe und einem Rotordurchmesser von 117 Metern sind die Anlagen speziell für die Windbedingungen von Binnenlandstandorten ausgelegt. Der Windpark wurde teilweise über einen besonderen Bürgerbeteiligungsfonds finanziert. Dieser soll durch finanzielle Beteiligung der Bürger vor Ort die Wertschöpfung der Anlagen in der Region halten und so die Wirtschaft vor Ort stärken.[9]

Bildung[edit | edit source]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • 2 Kindertageseinrichtungen mit 100 Plätzen und 75 Kindern
  • 1 Volksschule mit 7 Klassen und 131 Schülern

Sport[edit | edit source]

Eichenbühl verfügt über zahlreiche sportliche Einrichtungen, einen Tennis- und Reitclub sowie den Golfclub Erftal e. V. Jährlich findet das Int. AvD/GAMSC Bergrennen Unterfranken statt. Das Bergrennen erfreut sich jedes Jahr großer Begeisterung. Die Bergrennstrecke Unterfranken ist 3,05 km lang und führt auf der Staatsstraße 507 von Eichenbühl nach Umpfenbach.

Ortsneckname[edit | edit source]

Hauptnahrungsmittel zwischen Spessart und Odenwald waren die Kartoffeln (Krummbern). Sie werden „mitsammen der Montur“ (mit der Schale), als Schnitze, Brei und Suppe mit frischen Kräutern, püriert oder gewürfelt, aufgetischt. Der Ortsneckname „Krummbernsäck“ galt nicht nur für die Eichenbühler, sondern (im Dialekt unterschiedlich) in der ganzen Gegend.[10]

Literatur[edit | edit source]

  • Anton Rottmayer (Hrsg.): Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern. Sartorius’sche Buchdruckerei, Würzburg 1830, S. 423–424 (Digitalisat).

Weblinks[edit | edit source]

Commons: Eichenbühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat. Gemeinde Eichenbühl, abgerufen am 14. Juni 2020.
  3. Gemeinde Eichenbühl in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 13. Juni 2020.
  4. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 62 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Wappenbeschreibung für die Gemeinde Eichenbühl beim HdBG (Memento des Originals vom 3. September 2012 im Webarchiv archive.today)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hdbg.de
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 750.
  7. Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 13. Juni 2020
  8. Eintrag zum Wappen von Eichenbühl in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Green City Energy AG: Windpark Bayerischer Odenwald. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. November 2013; abgerufen am 2. November 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.greencity-energy.de
  10. Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer, Landkreis Miltenberg 2003