Hermaringen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hermaringen
Hermaringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hermaringen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 36′ N, 10° 16′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heidenheim
Höhe: 498 m ü. NHN
Fläche: 15,25 km2
Einwohner: 2238 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 89568, 89537
Vorwahl: 07322
Kfz-Kennzeichen: HDH
Gemeindeschlüssel: 08 1 35 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karlstraße 12
89568 Hermaringen
Website: www.hermaringen.de
Bürgermeister: Jürgen Mailänder (parteilos)
Lage der Gemeinde Hermaringen im Landkreis Heidenheim
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Über dieses Bild

Hermaringen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Sie ist die kleinste selbständige Gemeinde im Landkreis Heidenheim.

Geographie[edit | edit source]

Gemeindegliederung[edit | edit source]

Zur Gemeinde Hermaringen gehören das Dorf Hermaringen, der Gemeindeteil Gerschweiler, Hohweiher und das Gehöft Allewind. Des Weiteren liegen im Gemeindegebiet die abgegangenen Ortschaften Burg Benzenberg, Burg auf dem Stronberg (landläufig „Strohmberg“), Güssenburg, Güssenberg, Stettberg, Kapfersfeld und Taublingen.[2] Hermaringen liegt an der Brenz.

Flächenaufteilung[edit | edit source]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[edit | edit source]

Hermaringen aus Nordosten

Frühe Geschichte[edit | edit source]

Älteste Funde einer Besiedelungsgeschichte in Hermaringen sind Grabhügel im Hartwald, die vermutlich von Kelten der frühen Hallstattzeit stammen. Aus der römischen Zeit gibt es nur sehr wenig Spuren, jedoch lassen Urnengräber die Existenz eines Gutshofs vermuten.

Mittelalter[edit | edit source]

Der Ortsname Hermaringen, der vom Männernamen Herimar abgeleitet ist, wurde erstmals um 1150 als Haermeringen genannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1216, damals zur Grafschaft Dillingen gehörend. Ortsherren waren seit dem 13. Jahrhundert die Güssen, die die nahegelegene Güssenburg erbauten. Nachdem die Reichsstädte Ulm, Lauingen und Giengen an der Brenz sie im Juni 1448 zerstörten, wurde die Burg im selben Jahr von Graf Ulrich von Württemberg erworben.

Neuzeit[edit | edit source]

Mit der Herrschaft Heidenheim fiel Hermaringen 1504 an Württemberg und wurde dem Amt Heidenheim zugeordnet. In den Jahren 1585, 1692 und 1698 ereigneten sich jeweils größere Dorfbrände.

Nach der Gründung des Königreichs Württemberg war der Ort von 1806 bis 1808 kurzzeitig beim Oberamt Giengen, kam aber schon 1808 wieder zum Oberamt Heidenheim. 1875 erfolgte mit dem Weiterbau der Brenzbahn von Heidenheim der Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Eisenbahn. 1876 war auch der Streckenabschnitt bis Ulm fertiggestellt. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg kam die Gemeinde 1938 zum Landkreis Heidenheim. 1945 bis 1952 gehörte Hermaringen zum Land Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. 1952 gelangte die Gemeinde zum neuen Bundesland Baden-Württemberg.

Religionen[edit | edit source]

Wie in allen Teilen Altwürttembergs wurde auch in Hermaringen im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt. Seither ist der Ort evangelisch geprägt. Die Kirchengemeinde Hermaringen gehört zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die kleine römisch-katholische Gemeinde im Ort, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus zugezogenen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen bildete, wird im Zusammenhang einer „Seelsorgeeinheit“ im unteren Brenztal von Giengen an der Brenz aus geistlich versorgt. Die Seelsorgeeinheit gehört zum Dekanat Heidenheim der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Einwohnerentwicklung[edit | edit source]

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 18711 911
1. Dezember 18801 921
1. Dezember 18901 932
1. Dezember 19001 971
1. Dezember 19101 1002
16. Juni 19251 1080
16. Juni 19331 1109
17. Mai 19391 1146
13. September 19501 1695
6. Juni 19611 1940
27. Mai 19701 2293
Jahr Einwohner
31. Dezember 1980 2196
25. Mai 19871 2115
31. Dezember 1990 2234
31. Dezember 1995 2345
31. Dezember 2000 2243
31. Dezember 2005 2297
31. Dezember 2010 2313
31. Dezember 2015 2162
31. Dezember 2020 2238

Politik[edit | edit source]

Bürgermeister[edit | edit source]

Am 10. Januar 2010 wurde Jürgen Mailänder (parteilos) mit 98,76 % der Stimmen wiedergewählt.

Ehemalige Bürgermeister sind Oskar Enslin, Fritz Keck (1948 bis 1978) und Kurt Keller (1978 bis 2002).

Gemeinderat[edit | edit source]

Der Gemeinderat in Hermaringen hat 12 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,7 % (2014: 61,0 %).

Wappen[edit | edit source]

Das Hermaringer Wappen zeigt im Schildhaupt drei sechsstrahlige silberne Sterne, das Zeichen der Güssen. Im Schild sieht man eine grüne Linde. Die Gemeindefarben sind Grün-Silber bzw. Grün-Weiß.

Gemeindepartnerschaften[edit | edit source]

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit der sächsischen Gemeinde Claußnitz.

Wirtschaft und Infrastruktur[edit | edit source]

Verkehr[edit | edit source]

Hermaringen liegt an der Bundesstraße 492 (nach Herbrechtingen). Anbindung besteht zur Bundesautobahn 7 (Ausfahrt 117). Hermaringen liegt an der Brenzbahn (AalenHeidenheimUlm) und gehört dem Heidenheimer Tarifverbund an. Die Durchfahrtsstraße ist nach den zwei Württembergischen Königen Friedrich I. und Karl I. benannt.

Ansässige Unternehmen[edit | edit source]

Im Industriegebiet Berger Steig:

  • Hauff-Technik GmbH & Co. KG[4]
  • Moroff und Baierl GmbH[5]
  • Lindel Bau GmbH[6]
  • Strobel Garten- u. Landschaftsbau GmbH[7]
  • Klaiber GmbH[8]

In Gerschweiler befindet sich die Vereinigte Filzfabriken AG.


Bildungseinrichtungen[edit | edit source]

Mit der Rudolf-Magenau-Schule verfügt Hermaringen über eine eigene Grundschule. Weiterführende Schulen können in Giengen und Heidenheim besucht werden.

Sehenswürdigkeiten[edit | edit source]

Neben einem Stolperstein, dort wo das Geburtshaus Georg Elsers ehemals stand, gibt es seit dem 4. November 2019 ein Denkmal für den Sohn der Gemeinde am Rathausplatz, eingeweiht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.[9]

Die Ruine der Burg Güssenburg liegt auf dem Schlossberg über dem Brenztal.

Blick vom Benzenberg auf Hermaringen

Persönlichkeiten[edit | edit source]

Ehrenbürger[edit | edit source]

  • Fritz Keck
  • Kurt Keller

In Hermaringen geboren oder aufgewachsen[edit | edit source]

Mit Hermaringen verbunden[edit | edit source]

Literatur[edit | edit source]

  • Gemeinde Hermaringen. In: Christoph Friedrich von Stälin (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Heidenheim (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 19). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1844, S. 226–232 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks[edit | edit source]

Commons: Hermaringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 598–600.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Hermaringen.
  4. Hauff-Technik Hermaringen: Hauff-Technik - Kabelabdichtungen, Rohrabdichtungen, Hauseinführungen. Abgerufen am 9. Juni 2020.
  5. Hersteller für CNC-Maschinen - Hochleistungsfähige Bearbeitungszentren. Abgerufen am 9. Juni 2020 (deutsch).
  6. (kein Titel). Abgerufen am 9. Juni 2020 (deutsch).
  7. Hermann Strobel Garten- und Landschaftsbau in Hermaringen. Abgerufen am 9. Juni 2020.
  8. Startseite. Abgerufen am 9. Juni 2020 (deutsch).
  9. Denkmal für Hitler-Attentäter: Geburtsort ehrt Georg Elser sehr spät, deutschlandfunkkultur.de vom 31. Oktober 2019, abgerufen 7. November 2019
  10. Hermaringen – Geburtsort Elsers auf georg-elser-arbeitskreis.de. Abgerufen am 25. Oktober 2015.
  11. Biografie von Rudolf Magenau auf hermaringen.de.