Landkreis Mansfeld-Südharz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Mansfeld-Südharz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Mansfeld-Südharz hervorgehobenKoordinaten: 51° 32′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Sangerhausen
Fläche: 1.448,82 km²
Einwohner: 142.054 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: MSH, EIL, HET, ML, SGH
Kreisschlüssel: 15 0 87
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Rudolf-Breitscheid-Straße 20/22
06526 Sangerhausen
Webpräsenz: www.mansfeldsuedharz.de
Landrat: Angelika Klein (Linke)
Lage des Landkreises Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
(Neues) Logo des Landkreises Mansfeld-Südharz
Satellitenaufnahme des Landkreises Mansfeld-Südharz, man erkennt die größeren Städte Eisleben und Sangerhausen sowie die Ausläufer des Harzes.
Ortsteil Rotha in Sangerhausen

Der Landkreis Mansfeld-Südharz ist eine Gebietskörperschaft im Südwesten des Landes Sachsen-Anhalt. Er wurde im Zuge der Kreisgebietsreform vom 1. Juli 2007 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Mansfelder Land und Sangerhausen gebildet.

Historische Entwicklung[edit | edit source]

Im Laufe des Mittelalters hatten sich auf dem Gebiet des Landkreises mehrere Herrschaftssysteme etabliert. Der größten Anteil hatte die Grafschaft Mansfeld, in deren Bereich auch die Städte Hettstedt, Lutherstadt Eisleben und Gerbstedt lagen. Die Grafschaft bestand bis zum Aussterben des Geschlechts 1780 und kam danach zu Kursachsen bzw. Preußen, 1807/1808 zum überwiegenden Teil an das Königreich Westphalen (Saale-Departement) und 1815 an Preußen. Ein weiteres Grafengeschlecht übte seit 1210 die Herrschaft über den Westen des Kreisgebietes aus, die Grafen zu Stolberg. Zur Grafschaft Stolberg gehörte etwa der Bereich der heutigen Gemeinde Südharz, sowie weiter südlich zeitweise gemeinsam mit den Grafen von Schwarzburg die Orte Kelbra und Tilleda. 1738/1740 kam die Grafschaft Stolberg unter kursächsische Herrschaft, die 1815 von Preußen abgelöst wurde.

Ganz im Norden gehörte Sandersleben zu den anhaltischen Fürstentümern, von 1918 bis 1945 zum Freistaat Anhalt. Wechselnden Herrschaftsverhältnissen unterlagen die Städte Sangerhausen und Allstedt. Sangerhausen gehörte seit 1291 der brandenburgischen Markgrafen, ging 1340 in den Besitz des Herzogtum Braunschweig und kam 1372 unter wettinisch-sächsische Herrschaft. Die sächsische Periode, zwischenzeitlich 1656 bis 1748 Herzogtum Sachsen-Weißenfels, endete 1815 mit der Übernahme durch Preußen.

Allstedt wurde 1299 als Vogtei der Grafschaft Beichlingen erwähnt. 1320 wurde Allstedt als Reichslehen an verschiedene Herrschaftshäuser vergeben, unter anderem Mansfeld, Anhalt und Sachsen. Erst 1575 übten die Ernestiner uneingeschränkt die Herrschaft über das Amt Allstedt aus. Von 1815 bis 1945 war das Gebiet um Allstedt eine thüringische Exklave in Preußen (1815–1920: Sachsen-Weimar-Eisenach). Das übrige heutige Kreisgebiet mit Ausnahme von Sandersleben und Tilkerode war bereits seit 1815 infolge des Wiener Kongresses in preußischer Hand.

Von den bis 1818 neu eingerichteten preußischen Kreisen bildeten der Mansfelder Gebirgskreis, der Mansfelder Seekreis und der Landkreis Sangerhausen das heutige Kreisgebiet. Diese Einteilung blieb im Wesentlichen bis 1994 bestehen, wobei aus wesentlichen Teilen der Mansfelder Kreise und des seit 1908 bestehenden Stadtkreises Eisleben 1950 der Landkreis Eisleben gebildet wurde, der 1952 in die Kreise Hettstedt und Eisleben geteilt wurde. Bei der ersten Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt wurden 1994 die Landkreise Hettstedt und Eisleben zum Landkreis Mansfelder Land zusammengelegt.

Geografie[edit | edit source]

Der Norden des Landkreises wird vom Mansfelder Bergland, dem östlichsten Teil des Harzes bestimmt. Bei Ulzigerode erreicht das Gebiet mit dem 291 Meter hohen Mahnberg seinen höchsten Punkt. Nach Osten schließt sich das Harzvorland mit seiner fast waldlosen, flachwelligen und abwechslungsarmen Landschaft an. Im Westen gehören Teile des Südharzes zum Landkreis, und hier liegt mit dem 580 Meter hohen Großen Auerberg der höchste Punkt des Kreises. Im Südwesten schließt der Landkreis mit der Goldene Auen ab.

In jenem fruchtbaren Niederungsgebiet liegt auch der sechs Quadratkilometer große Stausee Kelbra. In entgegengesetzter Richtung an der Ostgrenze des Kreises, sieben Kilometer östlich von Eisleben befindet sich mit dem drei Quadratkilometer großen Süßen See das zweitgrößte Gewässer des Kreises. Zwei Flüsse durchqueren den Kreis von West nach Ost, im Norden die Wipper und im Süden die Helme. Im äußersten Osten des Landkreises berührt die Saale das Kreisgebiet.

Einwohnerstärkste Städte und Gemeinden[edit | edit source]

Ökologie[edit | edit source]

Die Südharzer Karstlandschaft ist weltweit einmalig und für den Naturschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. Sie ist daher in Teilen als Biosphärenreservat ausgewiesen.

Wirtschaft und Verkehr[edit | edit source]

Der Landkreis Mansfeld-Südharz gehört zu den wirtschaftsschwächeren Regionen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Trotz positiver Entwicklungen im Landkreis liegt die Arbeitslosenquote noch über dem Landesdurchschnitt. Nach dem Niedergang des Kupferbergbaus und der Aluminiumverhüttung im Mansfelder Raum entwickelten sich neue Wirtschaftszweige. In der Lutherstadt Eisleben mit der Klemme AG oder in Sangerhausen mit der Mifa AG und Hettstedt mit der MKM (Mansfelder Kupfer und Messing Werke) entstanden Arbeitsplätze im größeren Umfang. Bei Amsdorf gibt es außerdem den Tagebau Amsdorf, die dortige Montanwachsfabrik der Romonta GmbH deckt nach eigenen Angaben 80 % des weltweiten Montanwachsbedarfs. In der waldreichen Westregion wird Forstwirtschaft und in der Osthälfte überwiegend Landwirtschaft betrieben. Die Harzgebiete und die Lutherstädte Eisleben und Mansfeld profitieren von der Tourismusbranche. Die Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH fungiert als Ansprechpartner für Investoren und Ansiedlungen im Landkreis Mansfeld-Südharz.

Übersicht Verkehrswege[edit | edit source]

Thyratalbrücke der A 38 bei Berga

Folgende wichtige Verkehrswege verlaufen im/durch den Landkreis Mansfeld-Südharz:

  • Fernverkehrsstraßen:
Autobahnen
  • A 38 auf ca. 46 km
  • A 71 auf ca. 4,9 km
Bundesstraßen
  • B 80 auf ca. 13 km
  • B 85 auf ca. 6,3 km
  • B 86 auf ca. 36 km
  • B 180 auf ca. 40 km
  • B 242 (Harzhochstraße) auf ca. 25 km
  • Schienenwege:
touristisch genutzt:

Krankenhäuser[edit | edit source]

Im Landkreis Mansfeld-Südharz gibt es Helios-Kliniken in Hettstedt, Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen. Alle drei Kliniken sind Basisversorger.

Politik[edit | edit source]

Wahl des Mansfeld-Südharzer Kreistags 2014[2]
Wahlbeteiligung: 45,6 % (2007: 34,7 %)
 %
30
20
10
0
28,3
27,0
16,6
6,9
6,0
5,2
3,5
2,9
3,7
FWG MSH d
FBM f
Bauern-verband g
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2007
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,4
+5,0
-4,7
+6,9
-3,8
+5,2
+0,9
+1,3
-0,5
FWG MSH d
FBM f
Bauern-verband g
Sonst.
Anmerkungen:
d Freie Wählergemeinschaft Mansfeld-Südharz
f Freie Bürger Mitteldeutschlands Mansfeld-Südharz
g Bauernverband Mansfeld-Südharz
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im
Mansfeld-Südharzer Kreistag 2014
         
Von 48 Sitzen entfallen auf:

Landrat[edit | edit source]

Bei den ersten Landratswahlen setzte sich bei der Stichwahl am 6. Mai 2007 Dirk Schatz (CDU) mit 52,89 % zu 47,11 % der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Frank Bayer (SPD) durch.[3] Bei der Landratswahl am 15. Juni 2014 setzte sich Angelika Klein in der Stichwahl gegen den bisherigen Landrat Dirk Schatz (CDU) durch.

Kreistag[edit | edit source]

Sitzverteilung nach der Kreistagswahl 2007

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014)

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2007
Sitze
2007
Prozent
2004
Prozent
1999
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,3 14 30,7 17 35,9 37,1
Linke Die Linke 27,0 13 22,0 12 22,3 18,6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,6 8 21,3 12 19,0 26,5
FWG MSH Freie Wählergemeinschaft Mansfeld-Südharz 6,9 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,0 3 9,8 5 10,5 5,9
FBM Freie Bürger Mitteldeutschland 5,2 3
Bauernverband Bauernverband Mansfeld-Südharz 3,5 2 2,6 1 2,0 2,0
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 2,9 1 1,6 1 1,0 1,8
Regionale Die Regionalen Mansfeld-Südharz 1,3 1
FFA Freie Fraktion Arnstein 1,0
WGF Wählergemeinschaft Feuerwehr Mansfeld-Südharz 0,8
HKV Heimat- und Kulturverein Hedersleben e. V. 0,6
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 4,2 2
FWJS Freie Wählerschaft Jugend und Sport 3,7 2 5,1 2,3
VS M-S Volkssolidarität Mansfeld-Südharz 1,2 1
VS Sgh Volkssolidarität Sangerhausen 0,9 1 1,0 1,2
WASG Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit 0,5
EB Einzelbewerber 1,6 0,3 0,8
Sonst. Sonstige 2,9 3,9
Gesamt 100 48 100 54 100 100
Wahlbeteiligung in Prozent 45,6 34,7 43,9 53,6

[4] [5]

  • EB: Einzelbewerber 2007: Gerald Kästner (0,7 %), Horst Tetzel (0,5 %), Hartmut Reinicke (0,4 %); 2004: Hartmut Reinicke; 1999: k. A.
  • Die Ergebnisse von 1999 und 2004 wurden auf den Gebietsstand von 2007 umgerechnet.

Im Kreistag wurden folgende Fraktionen gebildet: CDU (14 Mitglieder), DIE LINKE./GRÜNE (14 Mitglieder), SPD (8 Mitglieder), FBM/Bauernverband/Regionale (6 Mitglieder), FDP (3 Mitglieder), FWG MSH (3 Mitglieder).

Wappen[edit | edit source]

Wappen des Landkreises Mansfeld-Südharz

Das Wappen wurde am 17. März 2008 durch das Ministerium des Innern von Sachsen-Anhalt genehmigt.

Blasonierung: „Halbgespalten und geteilt; vorn oben geviert, Feld 1 und 4: sechsfach Silber über Rot geteilt; Feld 2 und 3: in Silber sechs (3:3) rote Rauten; hinten oben in Silber eine stilisierte natürliche rote Rose; unten in Grün ein silbernes Dreieck, belegt mit einem schräggekreuzten schwarzen Bergmannsgezähe.“[6]

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises befinden sich in der Liste der Wappen im Landkreis Mansfeld-Südharz.

Flagge[edit | edit source]

Die Flagge ist grün-weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.[6]

Trivia[edit | edit source]

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Städte und Gemeinden[edit | edit source]

(in Klammern: Einwohner am 31. Dezember 2014[7])

Salzlandkreis Landkreis Harz Saalekreis Thüringen Sachsen-Anhalt Gerbstedt Allstedt Seegebiet Mansfelder Land Südharz Ahlsdorf Benndorf Blankenheim Bornstedt Helbra Hergisdorf Klostermansfeld Wimmelburg Lutherstadt Eisleben Hettstedt Mansfeld Sangerhausen Sangerhausen Berga (Kyffhäuser) Brücken-Hackpfüffel Edersleben Kelbra (Kyffhäuser) Wallhausen ArnsteinMunicipalities in MSH.svg
Über dieses Bild

Einheitsgemeinden
(Städte sind fett hervorgehoben)

Wappen Gemeinde Einwohner Fläche
in km²
Wappen Allstedt.png
Allstedt 7996 149,81[8]
Führt kein Wappen.svg
Arnstein 6940 121,69
Wappen Gerbstedt neu.png
Gerbstedt 7527 102,31
Wappen Hettstedt.svg
Hettstedt 14.495 36,93
DEU Eisleben COA.svg
Lutherstadt Eisleben 24.346 143,86
Wappen Mansfeld.svg
Mansfeld 9203 143,79
Wappen Sangerhausen.png
Sangerhausen 27.546 207,66
Wappen Seegebiet Mansfelder Land.png
Seegebiet Mansfelder Land 9255 107,92
Führt kein Wappen.svg
Südharz 9759 236,37

Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden
(* Sitz der Verbandsgemeinde)

Verbandsgemeinde Goldene Aue
Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra

Gebietsänderungen[edit | edit source]

Veränderungen auf Gemeindeebene[edit | edit source]

Gemeindeneugründungen[edit | edit source]

Eingemeindungen[edit | edit source]

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften und Verbandsgemeinden[edit | edit source]

Kfz-Kennzeichen[edit | edit source]

Am 1. Oktober 2007 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen MSH zugewiesen. Bis dahin wurden die Kennungen ML (Mansfelder Land) und SGH (Sangerhausen) genutzt. Diese sowie die Unterscheidungszeichen EIL (Eisleben) und HET (Hettstedt) sind seit dem 29. November 2012 (wieder) erhältlich.

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2014 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw14/erg/kreis/kw.15087.ergtab.frametab.html
  3. Kreis-Site.
  4. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  5. [2] Ergebnisse der Kreistagswahlen 1999–2007
  6. a b Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Amtsblatt. 5. Jahrgang, Nr. 8. Halle (Saale) 15. Mai 2008, S. 137 (PDF;235 KB [abgerufen am 1. Dezember 2015]).
  7. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2014 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  8. https://www.regionalstatistik.de/genesis/online?sequenz=statistikTabellen&selectionname=11111 Regionaldatenbank des Bundesamtes für Statistik

Weblinks[edit | edit source]

 Commons: Landkreis Mansfeld-Südharz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien