Landkreis Wittenberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Landkreis Wittenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Wittenberg Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wittenberg hervorgehobenKoordinaten: 51° 49′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Lutherstadt Wittenberg
Fläche: 1.930,6 km²
Einwohner: 128.721 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WB, GHC, JE
Kreisschlüssel: 15 0 91
Kreisgliederung: 9 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Breitscheidstraße 3
06886 Lutherstadt Wittenberg
Webpräsenz: www.landkreis-wittenberg.de
Landrat: Jürgen Dannenberg (Linke)
Lage des Landkreises Wittenberg in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Wittenberg ist eine Gebietskörperschaft im Osten des deutschen Landes Sachsen-Anhalt. Er liegt an den Flüssen Elbe und Schwarze Elster. Kreisstadt und zugleich mit knapp 50.000 Einwohnern größte Gemeinde ist Lutherstadt Wittenberg.

Nachbarkreise sind im Norden die brandenburgischen Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming, im Osten der ebenfalls brandenburgische Landkreis Elbe-Elster, im Süden der sächsische Landkreis Nordsachsen und im Westen der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau.

Geographie[edit | edit source]

Die Elbe durchfließt auf einer Länge von 52 km in einer über große Abschnitte naturnahen Auenlandschaft den Landkreis. Im Norden erstrecken sich von Ost nach West die waldreichen Höhenzüge des Fläming und seiner Ausläufer. Im Süden liegt das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteldeutschlands, die Dübener Heide.

Geschichte[edit | edit source]

Verwaltungsgeschichte[edit | edit source]

Verwaltungsgebäude Landkreis Wittenberg

Politik[edit | edit source]

Wahl des Kreistages Wittenberg 2014[2]
Wahlbeteiligung: 47,0 % (2007: 36,6 %)
 %
40
30
20
10
0
33,2 %
21,5 %
16,9 %
14,7 %
4,5 %
2,6 %
2,6 %
1,6 %
2,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2007
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,9 %p
+0,5 %p
-2,4 %p
+4,8 %p
+4,5 %p
-0,1 %p
+2,6 %p
-3,2 %p
-3,8 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d 2014: FREIE WÄHLER; 2007: Freie Wähler für Wittenberg (FWW)
e Allianz der Bürger
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im
Kreistag Wittenberg 2014
          
Von 48 Sitzen entfallen auf:

Landräte[edit | edit source]

Landräte 1816–1952[edit | edit source]

Vorsitzende des Rates des Kreises Wittenberg 1952–1990[edit | edit source]

  • 1952–1959: Albin Fleischmann
  • 1959–1967: Heinz Block
  • 1967–1971: Rolf Hoppe
  • 1972–1988: Werner John
  • 1988–1989: Siegfried Beiche
  • 1989–1990: Werner Engelmann

Landräte ab 1990[edit | edit source]

Kreistag[edit | edit source]

Das Ergebnis der Kommunalwahlen zwischen 1994 und 2014 lautet wie folgt:

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2007
Sitze
2007
Prozent
2004
Sitze
2004
Prozent
1999
Sitze
1999
Prozent
1994
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,2 16 36,1 18 37,9 18 42,9 21 32,8
DIE LINKE. DIE LINKE. 21,5 10 21,0 10 25,7 12 19,1 9 16,5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,9 8 19,3 9 19,5 10 24,0 12 28,7
FREIE WÄHLER FREIE WÄHLER 14,7 7 - - - - - - -
AdB Allianz der Bürger 4,5 2 - - - - - - -
GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 2,6 1 2,7 1 2,5 1 1,9 1 6,0
AfD Alternative für Deutschland 2,6 1 - - - - - - -
FDP Freie Demokratische Partei 1,6 1 4,8 2 7,0 3 5,2 3 6,7
BBP Bürgerbewegung Landkreis Wittenberg 1,4 1 1,2 1 3,9 2 3,5 2 4,0
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,9 1 - - - - - - -
FWW Freie Wähler für Wittenberg - 9,9 5 - - - - -
Offensive D Offensive D - - 2,7 1 2,9 2 - - -
DP Deutsche Partei - - 1,5 1 - - - - -
Tierschutzpartei Die Tierschutzpartei - - - - 0,7 - - - -
WG LUN Landwirtschaft, Umwelt und Natur - - - - - - 1,0 - -
DVU Deutsche Volksunion - - - - - - 0,8 - -
STATT Partei STATT Partei - - - - - - 0,4 - -
WG BDM Bürgerverein für Dorfentwicklung „Mühlengrund“ - - - - - - 0,4 - -
WG SCM Sozial Christliche Mitte - - - - - - 0,4 - -
WG VBI/LSA Verband der Bürgerinitiativen für Kommunalabgaben des Landes Sachsen-Anhalt - - - - - - 0,4 - -
EB Einzelbewerber - - 0,7 - - - - - 0,5
Sonst. Sonstige - - - - - - - - 0,1
Gesamt 100 48 100 48 100 48 100 48 100
Wahlbeteiligung in Prozent 47,0 36,6 46,6 55,3 67,6

[3] [4] [5] [6]

  • Die Linke ist bis 2004 als PDS angetreten.
  • Ezb.: Einzelbewerber 2007: Hans-Jürgen Günther (0,2 %), Winfried Melzer (0,5 %); 1994: k.A.
  • Die Ergebnisse der Wahlen 1994 bis 2004 beziehen sich auf den Gebietsstand vor 2007.
  • Für die Wahl 1994 liegt keine Sitzverteilung vor.

Im Kreistag haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU (incl. FDP, 17 Mitglieder), DIE LINKE. (10 Mitglieder), SPD/GRÜNE (9 Mitglieder), FREIE WÄHLER (7 Mitglieder), AdB/AfD (3 Mitglieder). Es gibt zwei fraktionslose Kreistagsmitglieder (1 BBP, 1 NPD).

Wappen[edit | edit source]

Blasonierung: „Geteilt von Schwarz und Silber; zwei schräggekreuzte rote Schwerter.“

Dies war das Amtswappen der Herzöge von Sachsen-Wittenberg als Erzmarschälle des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das Wappen geht direkt auf die historische Reichsrennfahne zurück.

Flagge[edit | edit source]

Die Flagge des Landkreises zeigt die Farben Schwarz-Rot mit geführtem Wappen längs und quer gehisst.

Wirtschaft[edit | edit source]

Die Branchen chemische Industrie, Maschinenbau, Verpackungsmittelindustrie und die Nahrungs- und Genussmittelproduktion sind strukturbestimmend. Etwa 50 % der Fläche des Kreises werden landwirtschaftlich genutzt.

Verkehr[edit | edit source]

Autoverkehr[edit | edit source]

Die Bundesautobahn 9 (Berlin-München) führt im Nordwesten und Westen durch das Gebiet des Landkreises. Die Anschlussstellen 6 (Klein Marzehns), 7 (Köselitz), 8 (Coswig) und 9 (Vockerode) liegen im Kreisgebiet.

Durch das Landkreisgebiet führen die Bundesstraßen 2 und 187, die sich in der Kreisstadt kreuzen. Südlich der Elbe enden die Bundesstraßen 100 und 182 an der Bundesstraße 2 im Ortsteil Eutzsch der Stadt Kemberg.

Zum 1. Januar 2014 waren hier 89.810 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 5.651 Krafträder, 74.290 PKW, davon 5.164 gewerbliche PKW, 6.212 LKW sowie 1.991 Zugmaschinen in der Land- und Forstwirtschaft[7].

Schienenverkehr[edit | edit source]

Der Bahnhof von Lutherstadt Wittenberg wird täglich von über 5.000 Reisenden passiert und wird in den nächsten Jahren zum „Grünen Bahnhof“ umgebaut.

Durch den Landkreis Wittenberg führen zwei überregionale Eisenbahnstrecken: Die Bahnstrecke Berlin–Halle/LeipzigMünchen hat in der Kreisstadt Lutherstadt Wittenberg alle zwei Stunden einen ICE-Takthalt und erschließt ebenso den Landkreis im Regionalverkehr durch fahrplanmäßige Regionalexpresse in Nord-Süd-Richtung. In West-Ost-Richtung wird der Landkreis durch die Strecke Dessau-Roßlau–Lutherstadt Wittenberg–Falkenberg/Elster mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen erschlossen. Eine eingleisige Regionalbahn (Dübener-Heide-Bahn) führt von Lutherstadt Wittenberg nach Bad Schmiedeberg. Der Landkreis wird im Osten von der Bahnstrecke Jüterbog–Riesa tangiert: Auf dem Kreisgebiet liegen die Bahnhöfe Linda (Elster) und Holzdorf (Elster). Die Bahnhöfe Wörlitz und Oranienbaum der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn werden nur in der Sommersaison bedient.

Historisch erwähnenswert sind weitere Bahnstrecken:

Busverkehr[edit | edit source]

Der öffentliche Personennahverkehr wird seit dem 1. Januar 2007 durch den Unternehmensverbund Neuer Wittenberger Busverkehr durchgeführt. Dieser setzte sich in einem europaweiten Bieterwettbewerb durch. Der Unternehmensverbund wird durch mehrere regionale Busunternehmen gebildet.

Gemeinden[edit | edit source]

Der Landkreis Wittenberg besteht aus neun Einheitsgemeinden, die alle das Stadtrecht besitzen (Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2014[8]):

Brandenburg Sachsen Dessau-Roßlau Landkreis Anhalt-Bitterfeld Annaburg Bad Schmiedeberg Coswig (Anhalt) Gräfenhainichen Jessen (Elster) Kemberg Oranienbaum-Wörlitz Lutherstadt Wittenberg Zahna-Elster Zahna-ElsterMunicipalities in WB.svg
Über dieses Bild
  1. Annaburg, Stadt (7041)
  2. Bad Schmiedeberg, Stadt (8545)
  3. Coswig (Anhalt), Stadt (12.179)
  4. Gräfenhainichen, Stadt (12.076)
  5. Jessen (Elster), Stadt (14.261)
  6. Kemberg, Stadt (10.045)
  7. Lutherstadt Wittenberg, Stadt (46.621)
  8. Oranienbaum-Wörlitz, Stadt (8592)
  9. Zahna-Elster, Stadt (9361)

Gebietsänderungen[edit | edit source]

Veränderungen auf Gemeindeebene[edit | edit source]

Die folgend aufgezählten Eingemeindungen beziehungsweise Gemeindeauflösungen sind das Ergebnis des GemNeuglG WB: [10]

Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 108 auf 9 (Landkreis Wittenberg seit dem 1. Juli 1994 und inkl. Kreisreform).

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[edit | edit source]

Somit verringerte sich die Anzahl der Verwaltungsgemeinschaften von 14 auf 0 (inkl. Kreisreform).

Namensänderungen[edit | edit source]

  • von Euper zu Abtsdorf (1. Dezember 1995)
Die Gemeinde Euper mit dem Ortsteil Abtsdorf wurde zur Gemeinde Abtsdorf mit dem Ortsteil Euper.

Kfz-Kennzeichen[edit | edit source]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen WB, das bis heute ausgegeben wird. Seit dem 29. November 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen GHC (Gräfenhainichen) und JE (Jessen) erhältlich.

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2014 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw14/erg/kreis/kw.15091.ergtab.frametab.html
  3. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  4. [2] Ergebnis der Kreistagswahl 2007
  5. [3] Ergebnis der Kreistagswahl 2004
  6. [4] Ergebnisse der Kreistagswahlen 1994 und 1999
  7. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  8. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2014 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  9. a b c Lutherstadt Wittenberg: Daten und Zahlen, auf www.wittenberg.de, abgerufen am 22. Dezember 2009.
  10. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Wittenberg (GemNeuglG WB) vom 8. Juli 2010

Weblinks[edit | edit source]

 Commons: Landkreis Wittenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien