Plattling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Plattling
Plattling
Deutschlandkarte, Position der Stadt Plattling hervorgehoben
Koordinaten: 48° 46′ N, 12° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 35,87 km2
Einwohner: 12.913 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 360 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94447
Vorwahl: 09931
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 146
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Preysingplatz 1
94447 Plattling
Webpräsenz: www.plattling.de
Bürgermeister: Erich Schmid (CSU)
Lage der Stadt Plattling im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Passau Landkreis Regen Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen Aholming Auerbach (Landkreis Deggendorf) Außernzell Bernried (Niederbayern) Buchhofen Deggendorf Grafling Grattersdorf Hengersberg Hunding (Niederbayern) Iggensbach Künzing Lalling Metten Moos (Niederbayern) Niederalteich Oberpöring Offenberg Osterhofen Otzing Plattling Schaufling Schöllnach Stephansposching Wallerfing Winzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
360° Panorama von Plattling
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Plattling ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografie[edit | edit source]

Geografische Lage[edit | edit source]

Isarauen bei Plattling
Plattling: Kirche St. Magdalena und Teil des Stadtplatzes

Plattling liegt im Gäuboden und bildet gemeinsam mit Deggendorf in der Region Donau-Wald ein Oberzentrum. Neun Kilometer ONO vom Ortskern Plattlings mündet die Isar in die Donau. Dieses Mündungsgebiet ist von hoher landschaftlicher Schönheit und eignet sich hervorragend für ausgiebige Fußwanderungen oder Radtouren. Bei der ehemaligen Grafenmühle (nunmehr Wirtshaus mit Garten) und dem früheren Elektrizitätswerk befindet sich das Isar-Informationszentrum mit Ausstellungen zur Geologie und Biologie dieser Kulturlandschaft. Dieser Bereich gehört mit dem rechtsseitigen Isarufer jedoch bereits zur Nachbargemeinde Moos, während die Isarmündung selber, einschließlich der letzten 1.630 Meter vor der Mündung, zum Stadtgebiet von Deggendorf gehört. In der Nähe kann man im Sommer mit der Radfähre Altaha zum gegenüberliegenden Donauufer (Niederalteich) übersetzen.

Es existieren folgende Gemarkungen: Pankofen, Pielweichs, Plattling.

Stadtgliederung[edit | edit source]

Die Stadt Plattling hat 13 amtlich benannte Gemeindeteile, den Hauptort Plattling, die Kirchdörfer Höhenrain und Pielweichs, die Dörfer Enchendorf, Enzkofen, Pankofen, Ringkofen und Schiltorn, die Weiler Altholz, Holzschwaig, Rohr und Scheuer und die Einöde Singerhof.[2]

Geschichte[edit | edit source]

Plattling: ehem. Bürgerspital, jetzt Kultur- und Tourismusamt, Ludwigplatz 8
Napoleon in Plattling: Preysingplatz 22

Bis zur Gemeindegründung[edit | edit source]

Plattling ist eine Nibelungenstadt. Im Nibelungenlied (21. Abenteuer) wird nämlich erwähnt, dass Kriemhild auf ihrem Zug ins Hunnenland vom Passauer Bischof Pilgrim empfangen wurde und man in „Pledelingen“ ihnen „Gemach“ schuf.

Urkundlich erwähnt wird Platling erstmals im Jahr 868, als es von König Ludwig dem Kloster Metten geschenkt wurde. Um 1200 kam es in den Besitz der Grafen von Bogen. Schon damals bestanden eine Brücke und ein Mautamt in Plattling. 1242 fiel es mit der Grafschaft an die Wittelsbacher und wird 1317 als Markt erwähnt.

Bis 1379 soll Plattling am östlichen Isarufer gelegen haben, wovon auch heute noch die aus dem 12. Jahrhundert stammende Pfarrkirche St. Jakob zeugt. Wegen ständiger Überschwemmungen wurde der Ort damals auf Anordnung von Herzog Albrecht I. verlegt. Die entsprechende Urkunde vom 10. November 1379 lässt allerdings nicht klar erkennen, ob die Umsiedlung „auf das Feld, da er nun liegt und fürbaß bleiben soll“ von einem Ufer zum anderen oder am selben Ufer in einen höher gelegenen Teil vorgenommen wurde. 1494 erhielt Plattling eine eigene Gemeindeordnung.

Im Landshuter Erbfolgekrieg plünderten am 18. und 19. Juni 1504 pfälzische Truppen Plattling, während des Dreißigjährigen Krieges brannte es dreimal nieder, und am 23. April 1742 verbrannten im Österreichischen Erbfolgekrieg ungarische Husaren die Isarbrücke. Am 17. Juli und am 1. Oktober 1742 kam es hier zu Scharmützeln zwischen österreichisch-ungarischen und bayerischen Truppen.

Plattling gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Natternberg des Kurfürstentums Bayern. Plattling besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert[edit | edit source]

Zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Plattling etwa 1800 Einwohner, und es fanden neun Waren- und Viehmärkte statt.

Der Eisenbahnbau machte von 1857 bis 1880 Plattling zu einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt. 1888 erfolgte die Stadterhebung. Die günstige Verkehrslage führte zu mehreren Industrieansiedlungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich Zweige der Textilbranche in Plattling nieder. 1960 entstand das Werk Plattling der Südzucker AG und im Oktober 1982 die Niederlassung der MD Papierfabriken Heinrich Nicolaus GmbH.

KZ-Außenlager Plattling[edit | edit source]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, am 20. Februar 1945, wurde in Plattling ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg errichtet.[3] Es befand sich in der einstigen Knabenschule – mitten in der Innenstadt zwischen Rathaus und Stadtpfarrkirche St. Magdalena. Anfangs waren 500 Häftlinge aus Flossenbürg darin untergebracht. Über die Hälfte davon waren Juden, die meisten davon polnischer Herkunft. Des Weiteren wurden 50 Ungarn, 80 Tschechen, 20 Russen, einige Deutsche, Franzosen und Männer anderer Nationalitäten festgehalten und zur schweren Zwangsarbeit beim Ausbau eines Übungsflugplatzes herangezogen. Die Versorgungslage und der Zustand der Häftlinge war desaströs, die Sterbeziffer äußerst hoch. Die damals rund 7.000 Bürger Plattlings konnten das tägliche Morden und Schinden der Häftlinge nicht übersehen, zumal diese Häftlinge in ihren gestreiften Lumpen täglich zweimal durch die Stadt geführt wurden. Tatsächlich sind auch Proteste von Plattlinger Frauen im Rathaus und freundliche Essensgaben bekannt.

Am 24. oder 25. April wurde das Außenlager – bis auf 60 Kranke – Richtung Eggenfelden evakuiert, in Surberg bei Traunstein befreiten US-Truppen ca. 120 Gefangene, etwa 70 sollen während des Todesmarsches erschossen worden sein. Genaue Zahlen gibt es nicht. Die Überlebenden des Außenkommandos Plattling wurden am 1. Mai von amerikanischen Soldaten befreit.

Nach der Befreiung diente das Lager zur Internierung von Nazis und später für die Sammlung von 3000 Soldaten der Wlassow-Armee. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I führten zu keinem Ergebnis, sie wurden 1976 eingestellt.[4]

Eingemeindungen[edit | edit source]

Im Jahr 1963 wurde aus der Gemeinde Pankofen das Dorf Enzkofen eingegliedert[5], die Gemeinde Pielweichs wurde am 1. Juli 1971[6] und die Gemeinde Pankofen am 1. Mai 1978[7] eingemeindet.

Politik[edit | edit source]

Stadtratswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 42,65 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,88 %
20,83 %
18,35 %
9,95 %
JL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,88 %p
-0,97 %p
-2,95 %p
-0,05 %p
JL

Stadtrat[edit | edit source]

Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 (und zum Vergleich 2002 und 2008):

CSU SPD FW JL Gesamt
2014 13 5 4 2 24
2008 12 5 5 2 24
2002 15 5 4 1 25

Bürgermeister[edit | edit source]

Zum ersten Bürgermeister wurde bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 Erich Schmid (CSU) mit 70,25 % wiedergewählt. Schmid bekleidet das Amt seit Mai 2002.

Wappen[edit | edit source]

ehemaliges Stadtwappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „Unter Schildhaupt mit den bayerischen Rauten in Silber auf schwarzem Dreiberg drei blaue natürliche Lilien an grünen Stängeln.“

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Wappenverleihung durch den bayerischen Herzog Albrecht im Jahre 1506 wurden die Elemente des Plattlinger Stadtwappens 2006 neu gestaltet.

Städtepartnerschaften[edit | edit source]

  • DeutschlandDeutschland Deutschland: Nebra (Unstrut) in Sachsen-Anhalt, vertreten durch Bürgermeister Gerhard Hildebrandt, Partnerschaft seit 1992.
  • SchottlandSchottland Schottland: Selkirk, vertreten durch Provost Jim Newlands, Partnerschaft seit 1998.
  • OsterreichÖsterreich Österreich: Scharnitz im Karwendel in Tirol, vertreten durch Bürgermeisterin Isabella Blaha, Partnerschaft seit 2009. Scharnitz ist die Quellgemeinde der Isar, während in Plattling deren Mündung in die Donau ist. Die grüne Isar ist also quasi das verknüpfende Band dieser Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[edit | edit source]

Bauwerke[edit | edit source]

Plattling, "romanisches Juwel" St. Jakob außen
Plattling, Kirche St. Jakob innen

Am östlichen Isarufer, mitten im heutigen Friedhof, steht die Kirche St. Jakob. Sie wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut. Vor der Verlegung des Ortes 1379 war sie Gemeindekirche. Im Inneren der Kirche befindet sich ein Taufbecken aus dem 15. Jahrhundert. Auf einem der steinernen Bodenquader ist in Altarnähe ein Abdruck zu sehen, der der Sage nach von einem türkischen Reiter stammt, der bei den osmanischen Feldzügen im Mittelalter bis nach Plattling gekommen sein soll.[9]

Baudenkmäler[edit | edit source]

Denkmäler[edit | edit source]

Plattling, St. Jakob, Gedenkstein Shoa

Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1914 bis 1918 am Ludwigplatz wurde von dem Architekten und Bildhauer Christian Metzger aus Regensburg geschaffen.[10]

Am Preysingplatz befindet sich das Preysing-Denkmal zu Ehren von Conrad von Preysing, der lange Zeit in Plattling lebte und wirkte.

In der Nähe des Bahnhofs befindet sich der so genannte „Läusestein“, ein Denkmal für die Entlausungsstelle, die an diesem Ort nach dem Ersten Weltkrieg eingerichtet wurde.[11]

Auf dem Vorplatz des Plattlinger Friedhofs St. Jakob erinnert seit 1987 ein Gedenkstein an die KZ-Opfer des Außenlagers Plattling-Michaelsbuch sowie an die jüdischen Einwohner, die Opfer der Shoa wurden.[12]

Regelmäßige Veranstaltungen[edit | edit source]

Alle 2 Jahre (wie 2008) findet im Sommer ein mittelalterlicher Markt, der Nibelungenmarkt statt, der traditionell mit einem Auszug von über 400 mittelalterlich kostümierten Frauen und Männern beginnt. Da der Markt den ganzen Stadtplatz einnimmt, muss dieser während des Marktes für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Alle 4 Jahre (wie 2006) werden zusätzlich zum Nibelungenmarkt die Nibelungenfestspiele aufgeführt, die die im Nibelungenlied dargestellte Begegnung von Bischof Pilgrim mit Kriemhild als Bühnenstück in Szene setzen. Seit 2008 wird beim Nibelungenmarkt als Ausgleich zu den Nibelungenfestspielen der Drachenstich des Siegfried szenisch dargestellt. Hierzu wurde 2008 der ausrangierte Drache des Further Drachenstichs nach Plattling gebracht. Die letzten Festspiele fanden vom 23.–26. Juli 2010 statt.[13]

Jedes Jahr veranstaltet Plattling außerdem den so genannten „Künstlersommer“. In diesem Rahmen finden verschiedene Ausstellungen, Konzerte, musische Abende oder Kabarettprogramme regionaler Künstler statt. Ort hierfür ist meist das Bürgerspital, aber auch die Musikschule, Kirchen oder örtliche Säle.

Sport[edit | edit source]

  • Der 1863 gegründete TSV Plattling untergliedert sich in die Abteilungen Alte-Herren-Männersport, Aikido, Badminton, Basketball, Coronar-Sport, Frauengymnastik, Teenie Power, Kanuten, Karate, Kickboxen, Leichtathletik, Mutter und Kind, Reiten, Rollstuhlsport, Ju-Jutsu, Sportgymnastik, Schülerinnenturnen, Skisport, und Volleyball. Der Verein ist der älteste und größte Sportverein in Plattling.
  • Der 1919 gegründete Fußballverein SpVgg Plattling sorgte in den Spitzenzeiten für überregionale Bekanntheit der Stadt Plattling. Viele Jahre traten die Fußballer der SpVgg Plattling in der damals drittklassigen Fußball-Bayernliga gegen namhafte Gegner wie TSV 1860 München, FC Augsburg oder den SSV Jahn Regensburg an. Im DFB-Pokal waren unter anderem Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Fortuna Düsseldorf zu Gast an der Plattlinger Rennbahn.
  • Der Motorsportclub Plattling e. V. existiert seit 1928 und veranstaltet auf seiner Fünf-Kurven-Sandbahn Motorrad-Sandbahnrennen.* Im ESV Plattling, der seit 1958 besteht, werden die Sportarten Eisstock, Tennis, Kegeln, Gymnastik und Unihockey betrieben.
  • Der SV Pankofen wurde 1929 gegründet und gliedert sich in die Abteilungen Fußball (zwölf Junioren- und zwei Seniorenmannschaften, eine Alte Herren- und eine Damenabteilung), Tennis, Ski und Stockschützen. Mit etwa 180 Mitgliedern ist die Jugend die stärkste Abteilung des SV Pankofen. In der Saison 2017/18 sind neun Juniorenmannschaften im Spielbetrieb, wobei die G-Junioren nur Freundschaftsspiele bestreiten.
  • Der seit 1966 bestehende Schützenverein Hauser-Moos Pankofen e. V. (Luftgewehr) ist Mitglied im Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) und Schützengau Deggendorf. Jährlich findet im Herbst eine offene Dorfmeisterschaft statt, bei der sich alle Plattlinger Vereine, Betriebe und Behörden im Sportschießen messen.
  • Der Fußballverein Plattlinger Kickers besteht seit 1977 und ging aus dem Stammtisch Panzerknacker hervor.
  • Die Plattling Black Hawks sind ein American-Football-Team, das 1986 in Deggendorf gegründet wurde und 2005 als Abteilung der SpVgg Plattling firmierte. Heute ist der Plattling Black Hawks e. V. ein eigenständiger Verein.
Plattlinger Isarwelle

In Plattling befindet sich außerdem eine stehende Flusswelle „Plattlinger Walze“, die durch ein Wehr verursacht wird, das eine höher gelegene Brücke schützen soll. Diese Welle ist bei Freestyle-Paddlern, auch von weit außerhalb Bayerns, beliebt. Daher wurde die Freestyle-Weltmeisterschaft 2011 an der Plattlinger Walze ausgetragen. 2010 fand zudem das Weltcupfinale dort statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[edit | edit source]

Verkehr[edit | edit source]

Straßen[edit | edit source]

Eisenbahn[edit | edit source]

Plattling ist vor allem eine Eisenbahnstadt. Am 20. September 1860 wurde die 76,3 Kilometer lange Bahnstrecke von Straubing über Plattling nach Passau eröffnet (heute Bahnstrecke Regensburg–Passau). 1877 wurde die Verbindung in den Bayerischen Wald nach Bayerisch Eisenstein, die so genannte Waldbahn in Betrieb genommen und 1880 das Teilstück zwischen Landau an der Isar und Landshut (heute Bahnstrecke Landshut–Plattling), so dass nunmehr Plattling direkt mit München verbunden war. Dadurch konnten beispielsweise Viehtransporte in die Landeshauptstadt viel effektiver abgewickelt werden. Insbesondere durch den Einsatz von Conrad von Preysing wurde Plattling zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Niederbayerns. Am 28. Juli 1888 wurde Plattling durch Prinzregent Luitpold zur Stadt erhoben. Am 16. April 1945 wurde der Bahnhof durch einen Bombenangriff vollständig zerstört, in den folgenden Jahren aber wieder aufgebaut. Die 1957 einsetzenden Elektrifizierungsmaßnahmen führten letztlich zur Abwertung des Eisenbahn-Standorts Plattling; am 6. März 1974 fuhr zum letzten Mal eine Dampflok vor einem fahrplanmäßigen Personenzug von Plattling in den Bayerischen Wald. Das Plattlinger Bahnbetriebswerk, das jahrzehntelang für die Instandhaltung von Dampflokomotiven zuständig war, wurde 1985 endgültig aufgegeben. Aber auch heute noch ist Plattling ein wichtiger Umschlagplatz für Personen und Güter, da sich hier die in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung verlaufenden Bahnstrecken kreuzen.[14] Siehe auch: Bahnhof Plattling

Neben diesem Knotenpunkt gibt es im Ortsteil Pankofen einen weiteren Haltepunkt auf dem Stadtgebiet. Dieser war ehemals ebenso ein Bahnhof.

Ansässige Unternehmen[edit | edit source]

360° Panorama vom Industriegebiet Plattling - aufgenommen auf dem Gelände der ZITEC Industrietechnik GmbH, ebenfalls zu sehen sind: MD Plattling, Südzucker, Interpane, Kermi, IAC, Hefele, etc
als Kugelpanorama anzeigen

In Plattling wurde 1961 die größte Rübenzuckerfabrik Deutschlands errichtet (Südzucker). Seit 1982 beziehungsweise 2008 sind zwei große Papierfabriken der Myllykoski Corporation („MD Plattling“ und „Plattling Papier“) am Ort angesiedelt.[15][16]

In Plattling gegründet wurde 1985 die mittlerweile bundesweit vertretene Schnellrestaurantkette Yorma’s mit über 1.000 Mitarbeitern und starker Expansion seit 2001.

Der größte Arbeitgeber in Plattling mit circa 1.350 Mitarbeitern ist Kermi, der Heizkörper, Wärmesysteme und Sanitärprodukte entwickelt, produziert und verkauft.[17]

Weitere bekannte ansässige Unternehmen:

  • BayWa (Agrar und Baustoffe)
  • E.ON (Wasserkraftwerk Pielweichs)
  • Interpane Glas Industrie AG (Flachglasveredelung)
  • Rauh Hydraulik GmbH (Technischer Handel, Produktion und Dienstleistung im kompletten Hydraulik und Pneumatikbereich)
  • Goldsteig Käserei Bayerwald GmbH (Weichkäserei)
  • Mamminger Konserven GmbH & Co. KG
  • Solea AG (Europaweite Projektierung schlüsselfertiger Solarkraftwerke)
  • Stanglmeier GmbH & Co. KG (Fleisch- und Wurstwarenfabrik mit ehemals über 20 Filialen in Nieder- und Oberbayern und der Oberpfalz; seit Juni 2017 im Insolvenzverfahren[18])
  • ZITEC Industrietechnik GmbH (Technischer Handel & Dienstleister)
  • Bürsten-Baumgartner, Ludwig und Rosa Baumgartner OHG (Hersteller von Industrie- und Spezialbürsten)
  • WISAG Produktionsservice GmbH (Instandhaltung, Industriemontage, Technische Reinigung Produktionsanlagen)
  • International Automotive Components Group (Unternehmensgruppe der Automobilzuliefererbranche)
  • Südzucker AG (der größte Zuckerproduzent der Welt)
  • Interpane International Glas GmbH

Medien[edit | edit source]

Bildung[edit | edit source]

Die Stadt Plattling bietet folgende Bildungseinrichtungen:

  • Kindergärten (Michaeli-Kindergarten, Pankofen und St. Raphael)
  • Grundschule mit Kinderhort
  • Mittelschule
  • Realschule (Conrad-Graf-Preysing-Realschule)
  • Städtische Musikschule
  • Förderberufsschule St. Erhard
  • Berufsfachschulen für Musik, Altenpflege, IT-Berufe, Ergotherapie, Podologie und Masseur/med. Bademeister

Söhne und Töchter der Stadt[edit | edit source]

Literatur[edit | edit source]

  • Landratsamt Deggendorf (Hrsg.): Ein Bilderreise durch den Landkreis Deggendorf. 2002, ISBN 3-00-008866-0.
  • Dieter Vogel (Hrsg.): Der Gäuboden. Heimatbuch. Vilsbiburg 1996, ISBN 3-9804048-2-X.
  • Historischer Eisenbahnverein Plattling: Festschrift 125 Jahre Eisenbahnerstadt Plattling 1860–1985. Plattling 1985.
  • Werner Reinhard: Die Grafenmühle (Maxmühle) bei Sammern, Gemeinde Moos. In: Deggendorfer Geschichtsblätter 20/1999.
  • Michael S. Westerholz: Kranke krepierten natürlich wie das Vieh – Erinnerungen an das KZ Plattling Eine Reportage. Deggendorf, 1995, ISBN 3-98-047970-6.
  • Franz Xaver Zacher: Geschichte der Stadt Plattling. München-Pasing 1948.

Weblinks[edit | edit source]

 Commons: Plattling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Plattling in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 29. August 2017
  3. Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Abgerufen am 6. Juli 2016
  4. Ulrich Fritz: Plattling In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Flossenbürg. Das Konzentrationslager Flossenbürg und seine Außenlager, Beck München, 2007, S. 220 - 223.
  5. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 59, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00059558-7 (Digitalisat).
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 444.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 605.
  8. http://www.plattling.de/wahl/271146_000027/
  9. St. Jakob
  10. Christian Metzger. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 24: Mandere–Möhl. E. A. Seemann, Leipzig 1930, S. 446.
  11. Sixtus Lampl, Michael Petzet, Wilhelm Neu, Otto Braasch: Denkmäler in Bayern – Niederbayern. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1986, S. 72.
  12. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 184.
  13. Nibelungenfestspiele.com
  14. Teja Fiedler: Gebrauchsanweisung für Niederbayern. Piper, München 2006, Vorwort.
  15. Myllykoski MD Papier (Memento vom 17. Februar 2009 im Internet Archive) im Internet Archive
  16. Myllykoski Plattling Papier
  17. Idowa.de:Campus-Eröffnung: Kermi setzt auf die Kompetenz seiner Partner, 21. Februar 2014, Plattlinger Zeitung, Abruf 17. Dezember 2016
  18. Insolvenzverfahren für Stanglmeier. PNP, 22. Juni 2017, abgerufen am 15. Juli 2017.