Härte (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Härte
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Rosa von Praunheim
Drehbuch Nicolas Woche,
Jürgen Lemke,
Rosa von Praunheim
Produktion Rosa von Praunheim
Musik Andreas Wolter
Kamera Nicolai Zörn,
Elfi Mikesch
Schnitt Mike Shepard
Besetzung

sowie Steffen Bielig, Agnes Herrlein, Benno Wenz, Ivana Vukovic, Luise Schnittert, Sascia Haj, Marcus Lachmann, Stephan Schill, Harro Korn.

Cast & Crew des Films bei der Berlinale 2015: Andreas Marquardt, Katy Karrenbauer, Rosa von Praunheim, Nicolas Woche, Jürgen Lemke (v.l.n.r.)

Härte ist eine deutsche Filmbiografie von Rosa von Praunheim über den deutschen Kampfsportler und ehemaligen Zuhälter Andreas Marquardt, basierend auf dessen 2006 veröffentlichter Autobiografie Härte – Mein Weg aus dem Teufelskreis der Gewalt. Im Film wird Marquardt von Hanno Koffler dargestellt. Der Film hatte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2015 am 6. Februar 2015 in der Sektion „Panorama Special“.[2] Der Kinostart war am 23. April 2015.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schwere Kindheit hat Andreas Marquardt für das Leben geprägt. Als 2-Jährigen übergießt ihn der Vater mit Wasser und stellt ihn bei Minusgraden auf den Balkon. Als er sechs Jahre alt ist, beginnt ihn die Mutter zu missbrauchen. Seine Aggressionen als Erwachsener kanalisiert er im Kampfsport. Als ihm angeboten wird, im Rotlichtmilieu zu arbeiten, gerät er in eine Welt aus Geld, Gewalt und Prostitution.

Traumatisiert von sexuellen Erfahrungen mit seiner Mutter, tritt er seinen Frauen gegenüber roh und herrisch auf, was bei einigen zu seiner Verwunderung gut ankommt. Als er auf die Buchhalterin Marion trifft, will er sie für sich als Prostituierte arbeiten lassen. Gelangweilt von ihrem tristen Arbeitsalltag willigt sie ein.

Für seine Machenschaften sitzt Marquardt später acht Jahre im Gefängnis ein. Niemand hält zu ihm außer Marion, die er sogar am Weihnachtsabend auf den Strich schickte. Sie liebt ihn trotz allem und macht ihm Mut, den Weg zurück in ein bürgerliches Leben zu finden. Als er entlassen wird, gründen beide eine Kampfsportschule in Berlin-Neukölln, in der Marquardt bis heute Kinder und Jugendliche unterrichtet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist eine Produktion der Rosa von Praunheim Filmproduktion in Koproduktion mit dem Westdeutschen Rundfunk, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg und Arte. Filmförderung erhielt der Film von der Filmförderungsanstalt sowie der Film- und Medienstiftung NRW, die den Film mit 30.000 Euro unterstützte.[4] Der Filmverleih für die Kinoauswertung liegt bei missingFILMs.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Zeitung urteilte, „dieser Film tut weh“. Er zeige „Gewalt, die nicht mit Fäusten verübt wird“ und sei eine „subtilere, aber nicht weniger grausame Grenzüberschreitung, vor der niemand gefeit ist“. Die Rückblicke in Marquardts Leben in „theaterähnlichen Kulissen in Schwarz-Weiß“ seien „Kammerspiele der sozialen Verrohung“.[5] Die Filmwebsite kino.de bezeichnet den Film als „ungewöhnliche[s], gleichermaßen wuchtige[s] wie eindringliches Dokument, [das] zugleich die typische Praunheim-Handschrift trägt“.[6] Die Zeitschrift Stern urteilte, der Film sei ein „erschütterndes, bedrückendes und zugleich Mut machendes Werk“. Insbesondere die Darstellung der Missbrauchssituationen sei „teilweise nur schwer zu ertragen“. Es wird hervorgehoben, dass das Thema der sexualisierten Gewalt durch Mütter bisher nur selten ein Thema im Kino war. [7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Berlinale erhielt der Film den 3. Platz beim Panorama-Publikumspreis.[8] Weiterhin kam er in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2015.[9] Zwar wurde der Film selbst nicht nominiert, jedoch erhielt Hanno Koffler eine Nominierung als bester Hauptdarsteller. Katy Karrenbauer wurde für ihre Rolle mit dem Sonderpreis „Jaeger-LeCoultre Hommage an den Deutschen Film“ ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Härte. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2015 (PDF; Prüf­nummer: 150 574 K).
  2. Härte. Internationale Filmfestspiele Berlin, abgerufen am 30. März 2015.
  3. a b Härte. film-dienst, abgerufen am 30. März 2015 (Credits).
  4. Company Credits. Internet Movie Database, abgerufen am 30. März 2015.
  5. Kerstin Krupp: Dein Schwanz gehört mir! Berliner Zeitung, 5. Februar 2015, abgerufen am 30. März 2015.
  6. geh: Härte. In: kino.de. Busch Entertainment Media, abgerufen am 30. März 2015.
  7. "Härte": Missbrauchsdrama mit Katy Karrenbauer. Stern, 20. April 2015, archiviert vom Original am 25. April 2015, abgerufen am 13. Oktober 2016.
  8. Pressemitteilungen Panorama 65. Berlinale. Internationale Filmfestspiele Berlin, 14. Februar 2015, abgerufen am 16. Februar 2015.
  9. Die Vorauswahl zum DEUTSCHEN FILMPREIS 2015. Deutsche Filmakademie, 12. Januar 2015, abgerufen am 30. März 2015 (PDF; 122,6 kB).