Kistenfabrik Gebrüder Busch

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Die Kistenfabrik Gebrüder Busch war ein holzverarbeitendes Unternehmen in der ostwestfälischen Stadt Minden.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde südlich des Mittellandkanals in der direkten Nähe des Wasserstraßenkreuz Minden in der Stadt Minden gegründet. Auf dem Stadtbezirk rechten Weserufer war in der Nähe des Hafens Minden genug Platz um die Holzanlieferung und Ablieferung zu organisieren. Zudem standen in der Stadt Minden genug Arbeitskräfte zur Verfügung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel auf dem ehemaligen Gelände der Kistenfabrik Busch

Die Zigarrenkistenfabrik Gebrüder Busch ging 1845 aus einer Zigarrenmanufaktur hervor. 1867 kam es zu einen Feuer auf dem Gelände, dem höchstwahrscheinlich das Dampfsägewerk zum Opfer fiel.[1] 1874 wurde der Schwiegersohn Robert Noll in die Geschäftsführung des Unternehmens aufgenommen. Diese Geschäftsführung gab er 1917 in die Hände seiner drei Söhne Heinrich, Dr. Robert und Friedrich Noll.[2] Die Kistenfabrik Busch beschäftigte in den Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs viele Zwangsarbeiter, darunter auch Frauen. Auf dem Werksgelände befand sich ein Luftschutzbunker, der bei den Angriffen genutzt wurde. Am 26. Oktober 1944 kam es bei einem Bombenangriff auf die Kanalanlagen an der Friedrich-Wilhelm-Straße zu einem direkten Treffer der Kanalböschung. Der Damm des Mittellandkanals wurde auf 50 Metern zerstört. Der Kanal lief zwischen den Sperrtoren in Hahlen im Westen und Berenbusch im Osten vollständig leer. Die Wassermassen rissen fünf Schleppkähne mit auf das tiefer gelegene Gelände und ergossen sich auch auf das Gelände der Kistenfabrik. Der Luftschutzbunker war schon zuvor direkt getroffen worden.[3] In diesen Wassermassen, die auch in den Luftschutzbunker drangen, kamen 73 Menschen um Leben. Ein Denkmal auf dem Gelände der Kistenfabrik Busch erinnert an dieses Unglück.

Nach dem Krieg startete der Wiederaufbau, im Januar 1949 startete die Produktion. Doch der Markt hatte sich geändert, die Spanplatte verdrängte die Furnierplatten. Viele der bewährten Mitarbeiter fehlten und konnten nicht ersetzt werden. Am 31. Oktober 1965 wird die Produktion eingestellt.[4] Die Reste der Kistenfabrik wurden 1991 abgerissen, um das Gelände, das zu dieser Zeit der Mindener Kreisbahn gehörte, verkaufen zu können.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Flessner: Geschichte und Schicksal der Zigarrenkistenfabrik Gebr. Busch in Minden. Online bei Google Books, abgerufen am 14. Oktober 2016
  2. Hermann Flessner: Geschichte und Schicksal der Zigarrenkistenfabrik Gebr. Busch in Minden. Druckausgabe, Seite 60
  3. Amtage: Stadtgeschichte Minden: Luftangriff 1945 auf Minden, abgerufen am 14. Oktober 2016
  4. Hermann Flessner: Geschichte und Schicksal der Zigarrenkistenfabrik Gebr. Busch in Minden. Druckausgabe, Seite 143
  5. Mindener Tageblatt: "Kistenfabrik Busch versinkt in Trümmern", Druckausgabe vom 14. Oktober 1991