Tom Strohschneider

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Tom Strohschneider (2013)

Tom Strohschneider (* 1974 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Journalist. Vom 1. August 2012 bis Ende 2017 war er Chefredakteur der Tageszeitung Neues Deutschland.

Strohschneider wurde im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain[1] als Sohn von Psychologen geboren und beschreibt sein Aufwachsen in der DDR als „Nischendasein“, in dem „viel politisiert“ und viel gelesen wurde.[2] Er erlebte Mauerfall und Einheit als Jugendlicher und nahm die Probleme der DDR vor der Wende als „Knirschen einer Übergangsgesellschaft“ wahr.[2] Strohschneider studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie zeitweise an der Universität Graz Neuere und Neueste Geschichte, Kunsttheorie (Ästhetik), Politikwissenschaft und Soziologie.

Ab 2000 absolvierte er ein Volontariat bei der Tageszeitung Neues Deutschland und stieg anschließend als Redakteur Inland bis zum stellvertretenden Ressortleiter auf. Eine Zeit lang war er zudem Vorsitzender des Betriebsrates der Neues Deutschland GmbH.[3] Dabei beschäftigte er sich kritisch mit der Geschichte des Blattes, das zur DDR-Zeit SED-Zentralorgan gewesen war.[2]

Im Jahr 2008 ging er für vier Jahre zur Berliner Wochenzeitung der Freitag und war anschließend für ein halbes Jahr bei der ebenfalls in Berlin erscheinenden Tageszeitung die taz im Ressort Meinung tätig,[4] bevor er am 1. August 2012 mit der Maßgabe zum Neuen Deutschland zurückging, jüngere Leserschichten zu erschließen.[3] Zunächst teilte er sich dort die Funktion des Chefredakteurs mit seinem Vorgänger Jürgen Reents, seit dem 1. Januar 2013 war er alleiniger Chefredakteur.[5]

Strohschneider betrieb daneben bis Ende 2012[6] ein Blog unter der Bezeichnung Lafontaines Linke,[4] in dem er die Geschicke der Partei Die Linke „sympathisierend“ (Mariam Lau) begleitete.[2] Er selbst ist parteilos und nennt sein Verhältnis zur Partei „kritisch-solidarisch-beobachtend“.[1] Strohschneider engagiert sich – zuletzt in einer 2014 erschienenen „Flugschrift“ über eine „linke Mehrheit“ – in den Debatten über eine mögliche rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene. Sein taz-Kollege Stefan Reinecke würdigt, er sei „wahnsinnig schnell“ und „gewandt“ und habe das „verschlafene“ Neue Deutschland „überraschend schnell aufpoliert“.[2] Dem rapiden Auflagenrückgang konnte jedoch auch er kein Ende setzen. Er verließ die Redaktion auf eigenen Wunsch zum Ende des Jahres 2017, das Blatt befand sich in einer desolaten wirtschaftlichen Lage.[7][8] Er wirkte danach federführend an der monatlich erscheinenden Wirtschaftszeitung OXI mit, die bis zur Einstellung der gedruckten Ausgabe auch dem Neuen Deutschland beilag.[9]

Tom Strohschneider ist Autor der Rosa-Luxemburg-Stiftung.[10]

Strohschneider lebt in Berlin-Kreuzberg.[1]

Einzelnachweise

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  1. a b c Markus Decker: Chefredakteur Tom Strohschneider: Frischer Wind fürs Neue Deutschland., 1. August 2012.
  2. a b c d e Mariam Lau: Chefredakteur „Neues Deutschland“: Ich bin so frei. Porträt. In: Die Zeit, 14. März 2013.
  3. a b „Neues Deutschland“: Tom Strohschneider wird neuer Chefredakteur. In: Spiegel Online, 24. Juli 2012.
  4. a b Impressum. In: Lafontaines-Linke.de.
  5. Personalwechsel bei „neues deutschland“. In: Neues Deutschland, 8. Januar 2013.
  6. Vincent Körner, Wolfgang Hübner, Tom Strohschneider: Schluss, Aus, Ende. In: Lafontaines-Linke.de, 31. Dezember 2012.
  7. Redaktion und Verlag neues deutschland: Veränderung in der Chefredaktion von „neues deutschland“. 13. November 2017 (nd-aktuell.de [abgerufen am 13. November 2017]).
  8. Anne Fromm: Chefredakteur des „Neues Deutschland“: Tom Strohschneider geht. In: Die Tageszeitung: taz. 13. November 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 14. November 2017]).
  9. Wolfgang Hübner: Im Laufschritt: Tom Strohschneider war fünf Jahre lang nd-Chefredakteur. In: Neues Deutschland, 30. Dezember 2017.
  10. Autorenseite bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung