Carl Dornberger (Steinbildhauer)

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Carl Dornberger (geb. vor 1847 vermutlich in Berka; gest. nach 1859 ebenda (?)[1]) war ein deutscher Steinmetzmeister aus Berka, der dort einer alten Steinmetzfamilie entsprang. Es ist aber über seine unmittelbaren Vorfahren sonst wenig bekannt. Sein Vater war vermutlich der Steinmetzmeister Friedrich Wilhelm Dornberger (1793–1853).[2][3]

Er war Mitte des 19. Jahrhunderts derjenige Steinmetz, der die von Maria Pawlowna gestifteten Brunnen in Weimar, die heute in der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Einzeldenkmale) aufgeführt sind, geschaffen hatte. Da mindestens sechs der auf die Stiftung der Maria Pawlowna hin zurückzuführenden Brunnen in Weimar von ihm hergestellt wurden, ist von einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der Großherzogin und ihm auszugehen. Auf eine Stiftung der Großherzogin geht unter Umständen auch ein Postament in Jena zurück, das ebenfalls von Dornberger hergestellt wurde.[4] Sonst ist über ihn nichts überliefert. Die meisten der von Dornberger geschaffenen Brunnen befinden sich in der Altstadt Weimars.

Die in Weimar laut Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte von der Stiftung der Maria Pawlowna finanzierten und durch Carl Dornberger ausgeführten Brunnen in Weimar sind der Delphinbrunnen, der Brunnen am Haus der Frau von Stein, der Geleitbrunnen in der Scherfgasse, der Muschelbrunnen, der Theaterbrunnen und der Löwenbrunnen.[5] Als Brunnen in Weimar mit unklarem Auftraggeber und von Carl Dornberger geschaffen wurden oder ihm zumindest zugeschrieben werden, sind zu erwähnen der Bodebrunnen und der Stadtmauerbrunnen oder ehemals Bankstraßenbrunnen.[6] Dornberger schuf die Brunnen zwischen 1847 und 1859. Die der Maria-Pawlowna-Stiftung zugeschriebenen Brunnen entstanden sämtlich 1847.

Dornberger ist wohl nicht der einzige Dornberger aus Berka gewesen, der für Weimar Arbeiten verrichtete. Für die Sphinxgrotte der Leutraquelle in Weimar im Park an der Ilm war ein Steinhauer dieses Namens mehr als ein halbes Jahrhundert vor der Errichtung der von Maria Pawlowna gestifteten Brunnen tätig. Das war aller Wahrscheinlichkeit nach Friedrich Christoph Dornberger.[7] Susanne Müller Wolff zitiert aus den Rechnungsbüchern der fürstlichen Kasse: [...] Grotte und Zubehör, und zwar a) Auf die Verschönerung. 8 Rthl 4 gr dem Steinhauer Dornberger vor 2 Stück Steine zu einer Figur incl. Arbeitslohn [...] 22. Jul. 1785 b) Auf Transportierung eines Stück Felsen[...].[8] Dass auch dieser Dornberger aus Berka gewesen sein dürfte, belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass die Figur im Original aus Berkaer Sandstein gefertigt wurde.[9] Es sind aber auch Brunnen von Dornberger in Weimar geschaffen worden, die nach 1945 verschwunden sind. Dazu zählt u. a. der Vasenbrunnen in der Gartenstraße (heute Abraham-Lincoln-Straße).[10] Ein Friedrich Christoph Dornberger errichtete 1792 in Goethes Wohnhaus einen englischen Kamin im „Gelben Saal“, den Goethe darin als dekoratives Hauptstück bezeichnete.[11]

Es gibt einen norwegischen Maler Carl Dørnberger, der mit dem Steinmetzenmeister jedoch nichts zu tun hat!

Einzelnachweise

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  1. Im Weimarer Adressbuch von 1861, S. 11 ist noch ein Steinhauermeister Dornberger angegeben. In dem von 1865 auf S. 7 nur noch dessen Witwe.
  2. Der Sandstein und seine Bedeutung für unsere Stadt
  3. Manchmal werden Steinmetze auch als Steinhauer bezeichnet, was aber der künstlerischen Qualität der Erzeugnisse häufig nicht entspricht.
  4. https://royal-magazin.de/russia/maria-pavlovna.pdf S. 188. Hier ist von einem von Dornberger für die herzoglichen Gärten in Jena gefertigtes Postament die Rede und der Rechnung dafür.
  5. Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 57.
  6. Hans-Joachim Leithner: Von Brunnenstuben, Röhrenfahrten und Wasserleitungen, den historischen und jüngeren Brunnen in Weimar, Hrsg. Hans-Joachim Leithner im Eigenverlag 2018, Gutenberg Druckerei Weimar (WeimarWissen 1, Der Weimarer Brunnenschatz), S. 90–93 und S. 241 f.
  7. Kalliope Beleg über Hausreparatur, Dornberger, Friedrich Christoph (Steinhauer, Bad Berka)
  8. Susanne Müller-Wolff: Ein Landschaftsgarten im Ilmpark: Die Geschichte des herzoglichen Gartens in Weimar. Köln/Weimar/Wien 2007, ISBN 978-3-412-20057-2, S. 328.
  9. Die heute sichtbare Sphinxstatue ist eine Kopie aus Cottaer Elbsandstein von 1977/78 des Dresdner Bildhauers Hempel. Gerd Seidel, Walter Steiner: Baustein und Bauwerk in Weimar (= Ständige Kommissionen Kultur der Stadtverordnetenversammlung Weimar und des Kreistages Weimar-Land in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Weimar (Hrsg.): Tradition und Gegenwart). Weimarer Schriften. Heft 32. Weimar 1988, ISBN 3-910053-08-4, S. 77.
  10. Hans-Joachim Leithner: Von Brunnenstuben, Röhrenfahrten und Wasserleitungen, den historischen und jüngeren Brunnen in Weimar, Hrsg. Hans-Joachim Leithner im Eigenverlag 2018, Gutenberg Druckerei Weimar (WeimarWissen 1, Der Weimarer Brunnenschatz), S. 215 und S. 251 f.
  11. Axel Stefek (Hrsg.): Energie in Weimar: Vom Mittelalter bis in die Neuere Zeit (= Energiegeschichte der Stadt Weimar. Bd. 1). Hrsg. von der Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-GmbH durch Axel Stefek. Weimar 2016, S. 343 f. und S. 348.