Jerusalem rejos for joy

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Einzug Jesu in Jerusalem

Jerusalem rejos for joy (engl. Jerusalem rejoice for joy “Erfreue dich, Jerusalem!” / lat. Illuminare, Jerusalem) ist ein auf einem mittelenglischen Gedicht aus dem 15. Jahrhundert basierendes Carol. Der Verfasser des Textes ist unbekannt. Er ist in der nach George Bannatyne (1545–1608) benannten Handschrift (Bannatyne MS f.27v) enthalten, einer Literaturanthologie, die im 16. Jahrhundert in Schottland zusammengestellt wurde.[1]

Er wird bisweilen dem schottischen Dichter William Dunbar (um 1460–um 1520) zugeschrieben[2], dessen Rorate coeli (Tauet Himmel; vgl. Jes 45,8 Vul) es darin unmittelbar folgt.[3]

Die Phrase 'Illuminare, Jerusalem' stammt aus dem biblischen Buch Jes 60,1 Vul: 'Surge, illuminare, Jerusalem, quia venit lumen tuum, et gloria Domini super te orta est'.[4]

Eine moderne Vertonung stammt von Judith Weir[5] (geb. 1954).[6]

Englisch
(A Clerk of Oxford)
Übersetzung[7]

Jerusalem reioss for joy:
Jesus the sterne of most bewte
In thee is rissin, as rychtous roy,
Fro dirknes to illumyne the.
With glorius sound of angell gle
Thy prince is borne in Baithlehem
Quhilk sall thee mak of thraldome fre.
Illuminare, Jerusalem.

With angellis licht in legionis
Thow art illumynit all about.
Thre kingis of strenge regionis
To the ar cumin with lusty rout,
All drest with dyamantis but dout,
Reverst with gold in every hem,
Sounding attonis with a schout,
Illuminare, Jerusalem.

The regeand tirrant that in the rang,
Herod, is exilit and his ofspring,
The land of Juda that josit wrang;
And rissin is now thy richtouss king.
So he so mychtie is and ding,
Quhen men his gloriuss name dois nem,
Hevin, erd and hell makis inclyning.
Illuminare, Jerusalem.

His cumming knew all element -
The air be sterne did him persaife:
The water quhen dry he on it went:
The erd that trymlit all and raife:
The sone quhen he no lichtis gaif:
The croce quhen it wes done contem:
The stanis quhen they in pecis claif:
Illuminare, Jerusalem.

The deid him knew that raiss upricht
Quhilk lang tyme had the erd lyne undir:
Crukit and blynd declarit his micht
That helit of thame so mony hundir:
Nature him knew and had grit wundir
Quhen he of wirgyn was born but wem:
Hell, quhen thair yettis wer brokin asundir.
Illumynare, Jerusalem.

Jerusalem, freue dich:
Jesus, der Stern von größter Schönheit
Ist in dir als gerechter König aufgestiegen
Von der Dunkelheit, um dich zu erleuchten .
Mit dem herrlichen Klang der Heiterkeit der Engel
Wird dein Prinz in Bethlehem geboren
Der dich aus der Sklaverei befreien wird.
Illuminare, Jerusalem.

Mit dem Licht der himmlischen Heerscharen der Engel
Bist du über allem erleuchtet;
Drei Könige aus fernen Gegenden
Sind zu dir gekommen in einer fröhlichen Gesellschaft,
Alle geschmückt mit Diamanten, ohne Zweifel,
Und getrimmt mit Gold in jedem Saum,
Sie rufen zusammen gemeinsam,
Illuminare, Jerusalem.

Der tobende Tyrann, der über dich regierte,
Herodes, ist mit seinen Nachkommen im Exil;
Er besaß das Land Juda zu Unrecht,
Und aufgestiegen ist nun dein rechtmäßiger König.
Er ist so mächtig und würdig,
Wenn seine herrlicher Name ausgesprochen wird,
Verbeugen sich Himmel, Erde und Hölle;
Illuminare, Jerusalem.

Alle Elemente wussten von seinem Kommen:
Die Luft, sie erkannte ihn durch einen Stern;
Das Wasser, als er trockenen Fußes darüber ging;
Die Erde, sie bebte und spaltete sich;
Die Sonne, als sie kein Licht gab;
Das Kreuz, als er mit Verachtung behandelt wurde;
Die Steine, als sie in Stücken geplündert wurden;
Illuminare, Jerusalem.

Die Toten kannten ihn, die aufrecht erstanden,
Die lange Zeit unter der Erde gelegen hatte;
Die Krüppel und Blinden proklamierten seine Macht
Die so viele Hunderte von ihnen geheilt hat.
Die Natur kannte ihn, und es war ein großes Wunder
Als er von einer Jungfrau geboren wurde, unbefleckt;
Die Hölle [kannte ihn], als ihre Tore zergebrochen wurden.
Illuminare, Jerusalem.

  • Bannatyne manuscript. In: John MacQueen, Winifred MacQueen (Hrsg.): A Choice of Scottish Verse, 1470–1570. Faber and Faber, London 1972, ISBN 0-571-09532-1.
  • John MacQueen (Hrsg.): George Bannatyne. Ballattis of Luve: The Scottish Courtly Love Lyric 1400–1570. Edinburgh University Press, Edinburgh 1970, ISBN 0-85224-156-9.
  • Denton Fox, William A. Ringler (Hrsg.): The Bannatyne Manuscript: National Library of Scotland Advocates’ MS. 1.1.6. Scolar Press, in Association with The National Library of Scotland, London 1980 (Facsimile).
  • Klangbeispiele: a (Judith Weir, Choir of King’s College, Cambridge), b (Judith Weir, Church of the Advent Choir)

Einzelnachweise und Fußnoten

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  1. Die Bannatyne-Handschrift ist eine wichtige Quelle für die schottische Poesie des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts. Die Handschrift enthält Texte der Gedichte der großen Makars, mit vielen anonymen schottischen Stücken und Werken mittelalterlicher englischer Dichter. (A transcript of the manuscript, Hunterian Club, 1896, (Volume 2 of 4) - archive.org)
  2. Jerusalem rejoice for joy (Memento vom 19. Dezember 2013 im Internet Archive) (Center for Digital Discourse and Culture); vgl. The Poems of William Dunbar with Introductions, Notes and Glossary (Online) und archive.org
  3. Rorate coeli desuper! heavens, distill your balmy showers (A Clerk of Oxford)
  4. Illuminare, Jerusalem auf aclerkofoxford.blogspot.com, (A Clerk of Oxford)
  5. Illuminare, Jerusalem : Jerusalem rejos for joy : carol for SATB and organ. Judith Weir. London, Novello 1986 (Bibliothekslink). - Sie ist auch in dem von William Llewellyn herausgegebenen Novello Book of Carols enthalten.
  6. Die Komposition dieses Carols wurde für das Festival of Nine Lessons and Carols des King’s College in Cambridge im Jahr 1985 in Auftrag gegeben. (kings.cam.ac.uk)
  7. Deutsche Übersetzung mit Hilfe der modernisierten englischen Fassung unter aclerkofoxford.blogspot.de: Illuminare, Jerusalem (A Clerk of Oxford)