Nathan von Gaza

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Nathan von Gaza. Aus der Jewish Encyclopedia 1906

Nathan von Gaza (Nathan Benjamin ben Elisha ha-Levi Ghazzati; geboren 1643 in Jerusalem; gestorben 1680 in Skopje) war ein jüdischer Religionsphilosoph des 17. Jahrhunderts, der vor allem als Prophet für den angeblichen Messias Schabbtai Zvi bekannt wurde.

Nathan hatte nach Studien an örtlichen Jeschiwot Jerusalem verlassen und sich in Gaza niedergelassen, denn dort befand sich ein weiteres Zentrum für jüdische Gelehrsamkeit. Er unterwarf sich häufig selbstauferlegtem Fasten und längeren Phasen der Selbstisolation. Dadurch erlangte er Zustände der Trance. Dabei soll er bereits vor seiner ersten Begegnung mit Schabbtai Zvi eine Eingebung enthalten haben, wonach dieser der Messias sei. Nathan galt in der örtlichen jüdischen Gemeinde als Person mit einer besonderen Gabe, Menschen zu heilen und ihre Zweifel zu erkennen. Für die Heilung riet er zu Fasten und zur Lesung der von ihm verfassten Gebete, dabei berief er sich auf kabbalistische Erwägungen kosmischer Kräfte.[1] Der US-amerikanische Rabbiner Chaim Potok verteidigt Nathan gegen den Vorwurf der Scharlatanerie und betont seine tadellose Lebensführung, respektierte Stellung und hohe Bildung.[2]

Literatur (Auswahl)

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  • Gershom Scholem: Sabbatai Zwi. Der mystische Messias, Frankfurt am Main 1992.
Commons: Nathan von Gaza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Simon Schama: L'histoire des juifs – Appartenir: De 1492 à 1900. Librairie Arthème Fayard, Paris 2019, ISBN 978-2-213-70093-9, S. 237 ff. (Originalausgabe: The Story of the Jews. Belonging, 1492–1900. The Bodley Head (publisher), London 2017).
  2. Chaïm Potok: Une histoire du peuple juif – Des origines à nos jours. Éditions Ramsay, Paris 1996, ISBN 978-2-84114-152-4, S. 526, 529 (Originalausgabe: Wanderings: Chaim Potok's History of the Jews, Alfred A. Knopf (publisher), New York 1978; übersetzt von Élie Robert-Nicoud).