Quissac (Gard)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Quissac
Quiçac
Quissac (Frankreich)
Quissac (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Gard (30)
Arrondissement Le Vigan
Kanton Quissac (Hauptort)
Gemeindeverband Piémont Cévenol
Koordinaten 43° 55′ N, 4° 0′ OKoordinaten: 43° 55′ N, 4° 0′ O
Höhe 60–472 m
Fläche 23,32 km²
Einwohner 3.373 (1. Januar 2021)
Bevölkerungsdichte 145 Einw./km²
Postleitzahl 30260
INSEE-Code
Website Quissac

Quissac – Protestantische Kirche (temple)

Quissac (okzitanisch Quiçac) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 3.373 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021) im Département Gard in der Region Okzitanien.

Quissac liegt in den südöstlichen Ausläufern der Cevennen in einer Höhe von ca. 80 m ü. d. M. ca. 45 km nordöstlich von Montpellier am Fluss Vidourle.[1] Das Klima ist gemäßigt; Regen fällt über das ganze Jahr verteilt.[2] An der östlichen Gemeindegrenze verläuft der Fluss Crieulon mit seinem Hochwasserstaudamm Barrage de la Rouvière.

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2017
Einwohner 1277 1770 1606 1460 2272 3216

Das Bevölkerungswachstum Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Ansiedlung von Handwerk und Kleinindustrie zurückzuführen.

Die Einwohner von Quissac lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; auch die Viehzucht (Schafe, Ziegen) spielte eine gewisse Rolle. Im Jahr 1874 wurde Quissac über eine Nebenstrecke an das französische Eisenbahnnetz angeschlossen und erlebte um die Jahrhundertwende einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Geschichte der Kleinstadt reicht bis ins Mittelalter zurück; die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1274. Im 16. Jahrhundert setzte sich auch hier der Protestantismus weitgehend durch, wurde jedoch durch das Edikt von Fontainebleau (1685) verboten und anschließend verfolgt. Die Revolutionsjahre brachten den Kult der Vernunft und den Kult des höchsten Wesens; danach fand eine gewisse Liberalisierung statt.

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kirche Saint-Faustin-et-Saint-Jovite
  • Die Kirche Saint-Faustin-et-Saint-Jovite stammt aus dem Mittelalter; der weitgehend aus nur grob behauenen Bruchsteinen errichtete Bau wurde jedoch nach (Teil-)Zerstörungen während der Hugenottenkriege (1562–1598) im 17. Jahrhundert nahezu komplett erneuert.
  • Die protestantische Kirche (temple) entstand in den 1830er Jahren; die auf Säulen ruhenden Seitenemporen wurden etwa 10 Jahre später eingebaut. Der äußerlich schlichte klassizistische Bau mit seinem imposanten Portikus wurde im Jahr 2012 zum Monument historique[3] erklärt.
  • Das Rathaus (Hôtel de Ville) entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
  • Die alte Brücke über den Vidourle wurde mehrfach bei Überschwemmungen des Flusses in Mitleidenschaft gezogen.
  • Der großflächige Bautenkomplex des Château de Sabatier wurde im 18. Jahrhundert anstelle einer ursprünglich mittelalterlichen Domäne erbaut.

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Quissac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Quissac – Karte mit Höhenangaben
  2. Quissac – Klimatabellen
  3. Quissac – Temple in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)