Sex and Drugs and Rock and Roll

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Sex & Drugs & Rock & Roll
Ian Dury
Veröffentlichung 1977
Länge 3:14
Genre(s) Post-Punk, New Wave
Autor(en) Ian Dury, Chaz Jankel
Label Stiff Records

Sex and Drugs and Rock and Roll ist ein Rock-’n’-Roll-Song aus dem Jahr 1977, der von Ian Dury gemeinsam mit Chaz Jankel geschrieben und von Ian Dury gesungen wurde, zu dem Zeitpunkt offiziell noch ohne seine Band Blockheads.

Der Ausdruck wurde bereits vorher als Redewendung im Englischen mindestens seit den späten 1960ern[1] und frühen 1970ern[2] verwendet und fand auch Eingang in den deutschen Sprachraum.

Entstehungsgeschichte

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Der Song wurde von Ian Dury gemeinsam mit Chaz Jankel, dem Gitarristen und Keyboardspieler der Blockheads geschrieben. Ein erster Textvorschlag von Dury wurde von Jankel erst dann aufgegriffen, als Dury das Grundmotiv summte. Dury hatte dieses Riff aus einer Basslinie von Charlie Haden, die auf Ornette Colemans Free-Jazz-Album Change of the Century ertönte.[3] Dury und Jankel wandelten dieses Motiv leicht ab:

Riff aus Ian Durys Sex and Drugs and Rock'n'Roll/?

Ian Durys Gesang wurde von Charlie Charles am Schlagzeug und Norman Watt-Roy am Bass, ebenfalls Mitglieder der Blockheads, begleitet. Produziert wurde das Stück laut Label der Single von Nobody. Im August 1977 wurde es als Single-A-Seite auf Stiff Records mit der Bestellnummer BUY 17 herausgebracht. B-Seite war „Razzle in my Pocket (True Story)“.

Wirkungsgeschichte

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Sex & Drugs & Rock & Roll war eine der ersten Veröffentlichungen auf dem Stiff-Label, dem Ian Dury sich im August 1977 angeschlossen hatte. Es war die erste Platte von Ian Dury nach der Auflösung von Kilburn & the High Roads. Der Song wurde schnell zu einem Klassiker; 19.000 Exemplare wurden innerhalb weniger Tage verkauft. Doch Presse und Öffentlichkeit protestierten heftig wegen des Textes; die BBC setzte das Lied auf den Index. Stiff stellte den Verkauf schon nach kurzer Zeit wieder ein – Ian Dury musste weiter auf seinen ersten Charthit warten. Dem Song tat die Indizierung allerdings gut – in der Zeit von Punk und New Wave wurde er nun erst recht gehört. Pressungen aus Kontinentaleuropa, wo man keine Bedenken wegen des Textes hatte, wurden nach England importiert und zum Teil sehr teuer verkauft.[4]

Stein des Anstoßes war vor allem der textliche Einstieg ins Lied: „Sex and drugs and rock and roll / is all my brain and body need / sex and drugs and rock and roll / is very good indeed.“ („Sex, Drogen und Rock ’n’ Roll sind alles, was mein Hirn und Körper brauchen – Sex, Drogen und Rock ’n’ Roll sind wirklich total gut.“)

Ian Dury sagte über sein Lied, dass es „als milde Ermahnung angefangen, aber als eine schöne Hymne geendet habe“ – und dass es „nahelegen wolle, dass es im Leben mehr gebe als diese drei (Themen)“.[5]

Im Dezember verteilten Stiff Records auf ihrer Weihnachtsfeier eine Single-Version von „Sex & Drugs & Rock & Roll“, auf deren B-Seite sich zwei Live-Aufnahmen von Ian Dury & the Kilburns, nämlich „Two Steep Hills (A Recitation)“ und „England's Glory“ befanden. 500 weitere Exemplare dieser Single wurden 1978 nachgepresst und in einem Preisausschreiben des NME verlost. Diese Single hatte die Katalognummer FREEBIE 1.

Auf der ersten Ausgabe von Ian Durys erstem Stiff-Album „New Boots and Panties!!!“, das am 30. September 1977 herauskam, war der Song nicht vorhanden; auf späteren Pressungen wurde er (zunächst ohne auf dem Cover genannt zu werden) hinzugefügt.

Sex & Drugs & Rock & Roll ist der Titel eines biografischen Films über Ian Dury aus dem Jahr 2010.[6]

Neurowissenschaftlicher Hintergrund

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Die meisten Drogen bewirken eine bevorzugte Freisetzung von neuronalem Dopamin im Nucleus accumbens. Neuere Forschung deutet darauf hin, dass viele zwanghafte (nicht drogenbezogene) Verhaltensweisen wie Hypersexualität, pathologisches Glücksspiel oder zwanghaftes Musikhören ebenfalls Dopamin im Nucleus accumbens freisetzen.[7]

Einzelnachweise

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  1. Gerald Handel, Gail G. Whitchurch: The Psychosocial Interior of the Family. Transaction Publishers, 1968, ISBN 978-0-202-36990-7 (google.de [abgerufen am 14. Juni 2019]).
  2. The Spectator. F.C. Westley, 1971 (google.com [abgerufen am 14. Juni 2019]).
  3. Diese acht Takte, die noch einmal wiederholt wurden, beendeten sein Solo in dem Stück Ramblin' . Haden wiederum hatte das Riff aus einer Cajunmelodie. Vgl. Sex and Drugs and Rock And Roll by Ian Dury. In: songfacts.com. Abgerufen am 9. August 2019 (englisch).
  4. Bert Muirhead: „Stiff – The Story of a Record Label“, p. 13, p. 83; Poole/Dorset 1983, ISBN 0-7137-1314-3
  5. https://www.wsws.org/articles/2000/apr2000/dury-a11.shtml Nachruf auf Ian Dury
  6. Sex & Drugs & Rock & Roll in der Internet Movie Database (imdb)
  7. Kenneth Blum, Tonia Werner, Stefanie Carnes, Patrick Carnes, Abdalla Bowirrat: Sex, Drugs, and Rock ‘N’ Roll: Hypothesizing Common Mesolimbic Activation as a Function of Reward Gene Polymorphisms. In: Journal of Psychoactive Drugs. Band 44, Nr. 1, Januar 2012, ISSN 0279-1072, S. 38–55, doi:10.1080/02791072.2012.662112, PMID 22641964, PMC 4040958 (freier Volltext) – (tandfonline.com [abgerufen am 25. August 2018]).