Frontalkraft

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Frontalkraft
Allgemeine Informationen
Herkunft Spremberg, Deutschland
Genre(s) Rechtsrock
Gründung 1992
Gründungsmitglieder
Thomas (bis 2001)
Sten Söhndel
Rolle (bis 1999)
Alex (bis 1994)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Sten Söhndel (seit 1992)
1. Gitarre
Alex (seit 2001)
2. Gitarre
Katze (seit 2002)
Bass
Wolfi (seit 2001)
Schlagzeug
Fritze (seit 2005)

Frontalkraft ist eine Rechtsrock-Band aus Cottbus und eine der ältesten Bands der neonazistischen Hammerskins-Szene in Deutschland.

Bereits vor seiner Musikkarriere erlangte der Sänger Sten Söhndel im November 1992 bundesweite Bekanntheit, als der damals noch 17-Jährige Sachsendorfer in einer Ausgabe des Magazins Der Spiegel als ein Jugendaktivist der neonazistischen Kleinpartei Deutsche Alternative (DA) vorgestellt wurde. Der damalige Bundesvorsitzende der DA und frühere Cottbuser Stadtverordnete Frank Hübner (NPD) lobte Söhndel in dem Artikel als einen „zuverlässigen Kameraden“.[1]

Die Band wurde im Oktober 1992 in Spremberg gegründet. Einige Zeit hatte die Band ihren Proberaum in einem ortsansässigen Jugendclub. Nach einem Demo 1995 erschienen die beiden Alben Wenn der Sturm sich erhebt und Operation Deutsche Nation über DiKo Musikverlag, das Label des NPD-Politikers Dieter Koch. 2001 erschien die Eigenveröffentlichung Volksmusik, die 2005 über Rebel Records neu veröffentlicht und im Januar 2016 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert wurde.[2] Die Band wechselte dann zum Label Front Records, auf dem die beiden Alben Wir bekennen uns (2003) und Lieder, die wir für Deutschland schrieben (2005) veröffentlicht wurden. Seit 2005 erschienen alle weiteren Veröffentlichungen über das aus dem Umfeld der Band stammende Label Rebel Records, das in jenem Jahr vom Cottbuser NPD-Aktivist Martin Seidel gegründet wurde. Das Label produziert auch andere Rechtsrock-Bands aus dem In- und Ausland. Die wohl aufwändigste Produktion des Labels war eine Box anlässlich des 15-jährigen Bestehens von Frontalkraft, welche neben drei Langspielplatten umfangreiche Materialbeilagen enthielt.[3][4]

Frontalkraft traten häufig im Umfeld der NPD auf, so unter anderem beim Sachsentag 2007, beim Rock für Deutschland 2010, dem Schwabentag 2011 und dem Nationalen Kundgebungstag 2014. Im Laufe ihrer Bandkarriere haben sie mehr als 100 Konzerte gespielt, unter anderem auch im europäischen Ausland.[5]

Im Oktober 2016 spielten Frontalkraft neben u. a. Stahlgewitter vor über 5000 Neonazis in der Schweiz auf einem der größten Rechtsrock-Konzerte der letzten 20 Jahre.[6]

Musikstil und Texte

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Musikalisch spielt die Band überwiegend klassischen Rock, aber auch Hardrock, teilweise auch Balladen. Eine CD wurde komplett als Balladen-CD konzipiert. Die Liedtexte sind in der Regel nationalistisch. „Mehr oder weniger offen verherrlicht Frontalkraft den Nationalsozialismus, propagiert ein angeblich nordisch-germanisches Heidentum und ruft zum Kampf gegen das ‚System‘ auf“, urteilt der Sozialpädagoge Jan Raabe in einer Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung.[5]

Die starke rechte Politisierung der Lieder erklärt sich durch das Selbstverständnis der Band: Im Interview mit dem englischen Szene-Magazin Blood & Honour definiert die Band als Ziel ihrer musikalischen Aktivitäten, „dem Volk nationalistische Botschaften und Gedanken zu bringen“. Ihrer Meinung nach sei Musik „das optimale Medium, um die Menschen in Deutschland und Europa wachzurütteln.“[5]

  • 1996: Wenn der Sturm sich erhebt (CD, DiKo Musikverlag)
  • 1998: Operation Deutsche Nation (CD, DiKo Musikverlag)
  • 2001: Volksmusik (CD, Eigenveröffentlichung), indiziert[2]
  • 2003: Wir bekennen uns (CD, Front Records)
  • 2005: Lieder, die wir für Deutschland schrieben (CD, Front Records)
  • 2008: Nacktes Land (CD, Rebel Records), (Erstauflage indiziert, weitere Auflagen erschienen ohne das Lied Talkshownation)
  • 2015: Bereit zu wagen (CD, Rebel Records)
  • 2015: Lieder, die wir für Deutschland schrieben (CD, Rebel Records) (geremasterte Version des 2005 erschienenen gleichnamigen Albums)
  • 2023: Ab heute frei (CD, Rebel Records)

Samplerbeiträge

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Einzelnachweise

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  1. Grüne Stadt mit brauner Jugend. Wie im brandenburgischen Cottbus Neonazis zur drittstärksten Mitgliederpartei wurden. In: Der Spiegel. Nr. 48, 1992, S. 43–49 (online23. November 1992).
  2. a b BAnz AT 29.01.2016 B7
  3. Rebel Records/The Devils Right Hand Store (Cottbus, Brandenburg) – Netz gegen Nazis. In: netz-gegen-nazis.de. 2. Mai 2008, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  4. „Frontalkraft“ auf der Bühne – Blick nach Rechts. In: bnr.de. 3. August 2015, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  5. a b c Jan Raabe: Braune Töne – elf rechte Bands im Überblick – bpb. In: bpb.de. 13. November 2014, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  6. Skandal in der Schweiz: Wie konnte ein Nazi-Konzert mit 5000 Besuchern genehmigt werden? Stern, 18. Oktober 2016, abgerufen am 3. April 2017.