Glastal, Großer Buchwald und Tautschbuch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
FFH-Gebiet
„Glastal, Großer Buchwald und Tautschbuch“
Naturschutzgebiet Digelfeld

Naturschutzgebiet Digelfeld

Lage Fünf Städte und Gemeinden im Landkreis Reutlingen und im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg, Deutschland
Kennung DE-7722-311
WDPA-ID 555623527
Natura-2000-ID DE7722311
FFH-Gebiet 3,583 km²
Geographische Lage 48° 13′ N, 9° 25′ OKoordinaten: 48° 12′ 50″ N, 9° 24′ 56″ O
Glastal, Großer Buchwald und Tautschbuch (Baden-Württemberg)
Glastal, Großer Buchwald und Tautschbuch (Baden-Württemberg)
Einrichtungsdatum 11. Januar 2019
Verwaltung Regierungspräsidium Tübingen
f6

Das FFH-Gebiet Glastal, Großer Buchwald und Tautschbuch (Schutzgebietskennung DE-7722-311) entstand 2015 durch die Zusammenlegung der zwei bereits bestehenden FFH-Gebiete Zwiefaltener Alb sowie Großer Buchwald und Tautschbuch im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Diese ehemaligen Gebiete wurden bereits im Jahr 2005 durch das Regierungspräsidium Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldet. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 5. November 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Das 3583,1 Hektar große FFH-Gebiet gehört zu den Naturräumen 040-Donau-Ablach-Platten und 097-Mittlere Flächenalb innerhalb der naturräumlichen Haupteinheiten 04-Donau-Iller-Lech-Platte und 09-Schwäbische Alb. Es liegt zwischen Hayingen und Langenenslingen.

Beschreibung und Schutzzweck

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um eine hügelige Mittelgebirgslandschaft mit überwiegender Exposition nach Westen bis Südosten. Im östlichen Teil das Glastal mit Felsen, Wacholderheiden und Waldformationen. Im westlichen Teil am Südrand der Schwäbischen Alb gelegene, große Buchenwälder mit kleinen Wacholderheiden und Kalk-Magerrasen. Im Gebiet befinden sich 37 Höhlen.

Lebensraumklassen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(allgemeine Merkmale des Gebiets) (prozentualer Anteil der Gesamtfläche)

Angaben gemäß Standard-Datenbogen aus dem Amtsblatt der Europäischen Union

N09 – Trockenrasen, Steppen
  
4 %
N10 – Feuchtes und mesophiles Grünland
  
3 %
N15 – Anderes Ackerland
  
3 %
N16 – Laubwald
  
56 %
N17 – Nadelwald
  
10 %
N19 – Mischwald
  
23 %
N23 – Sonstiges (einschl. Städte, Dörfer, Straßen)
  
1 %

Lebensraumtypen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Anlage 1 der Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Verordnung) vom 5. November 2018 kommen folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie im Gebiet vor:

EU
Code
Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung Hektar
3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutenderWasservegetation 9,85
5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 27,18
6110 Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Kalk-Pionierrasen 0,66
6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) Kalk-Magerrasen 11,40
6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planarenund montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 1,00
6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorbaofficinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 40,32
7220 Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 0,42
8160 Kalkhaltige Schutthalden der collinen bismontanen Stufe Mitteleuropas Kalkschutthalden 2,03
8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 4,02
8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen 0,001
9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 2090,80
9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) Orchideen-Buchenwälder 18,20
9180 Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion Schlucht- und Hangmischwälder 24,20
91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 0,60

Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:[1]

Bild EU
Code
* Art wissenschaftlicher Name Artengruppe
Groppe 1163 Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler
Großes Mausohr 1324 Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere
Biber 1337 Biber Castor fiber Säugetiere
Grünes Besenmoos 1381 Grünes Besenmoos Dicranum viride Moose
Grünes Koboldmoos 1386 Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis Moose
Gelber Frauenschuh 1902 Gelber Frauenschuh Cypripedium calceolus Pflanzen

Die ursprünglich ebenfalls für das Gebiet gemeldete Gelbbauchunke konnte nicht nachgewiesen werden.[1]

Zusammenhängende Schutzgebiete

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das FFH-Gebiet besteht aus 10 Teilgebieten. Es überschneidet sich mit mehreren Landschaftsschutzgebieten. Das Vogelschutzgebiet 7624-441 Täler der Mittleren Flächenalb hat rund 20 Prozent Anteile am FFH-Gebiet. Es liegt außerdem zu 22 Prozent im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Innerhalb des Gebiets liegen die Naturschutzgebiete

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b Regierungspräsidium Tübingen (Hrsg.): Managementplan für das FFH-Gebiet 7722-311 „Glastal, Großer Buchwald und Tautschbuch“ und das Vogelschutzgebiet 8022-401 „Pfrunger und Burgweiler Ried“. bearbeitet von IVL, Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie, H. Schott & Partner, Landschaftsökologen. 20. Dezember 2020 (157 S., baden-wuerttemberg.de [PDF]).