Liste deutsch-türkischer Autoren

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Die Liste deutsch-türkischer Autoren ist eine Positivliste der in der Wikipedia vorhandenen Autorenartikel.

Deutschsprachige Autoren

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  • İhsan Acar (* 1975), Satiriker
  • Mustafa Acar (* 1969), Fachbuchautor, politologische Schriften
  • Ayşegül Acevit (* 1968), Erzählerin, Journalistin
  • Fitnat Ahrens (* 1963), Fantasyautorin, Lyrikerin, Prosaistin
  • Ülkü Akbaba (* 1958), Theaterautorin, Dramaturgin
  • Melda Akbaş (* 1991), autobiografische Erzählerin
  • Dursun Akçam (1930–2003), Roman- und Sachbuchautor
  • Hakan Akçit, Schriftsteller, Kolumnist, literarischer Übersetzer
  • Lale Akgün (* 1953), Fachautorin, Erzählerin
  • Doğan Akhanlı (1957–2021), Romanautor, Erzähler1
  • Fatih Akin (* 1973), Filmautor
  • Bülent Akinci (* 1967), Filmautor
  • Sinan Akkuş (* 1970), Filmautor
  • İhsan Aksoy (* 1944), Romanautor, Lyriker, Publizist
  • Hatice Aksoy-Woinek (* 1968), Hörspielautorin, Lehrerin an der Gesamtschule Wanne-Eickel
  • Mehmet Aktaş (* 1966), Roman-, Filmautor und Journalist
  • Levent Aktoprak (* 1959), Dichter
  • Hatice Akyün (* 1969), Journalistin, Romanautorin
  • Züli Aladağ (* 1968), Filmautor
  • Buket Alakuş (* 1971), Filmautorin
  • Iris Alanyali (* 1969), Erzählerin, Literaturkritikerin
  • Orhon Murat Arıburnu (1918/20–1989), Lyriker2
  • Thomas Arslan (* 1962), Filmautor
  • Yılmaz Arslan (* 1968), Filmautor
  • Mevlüt Asar (* 1951), Lyriker, Erzähler, literarischer Übersetzer1
  • Kemal Astare (* 1960), Lyriker, Erzähler
  • Django Asül (* 1972), Kabaretttexter
  • İlhan Atasoy (* 1970), Kabaretttexter, Lyriker, Erzähler, Romanautor1
  • Seyran Ateş (* 1963), Sachbuchautorin
  • Canan Atilgan (* 1968), Fachautorin
  • Yağmur Atsız (* 1939), Journalist, Kolumnist, Essayist und Dichter1
  • İmran Ayata (* 1969), Erzähler
  • Semiramis Aydınlık (1930–2008), Karikaturistin, Satirikerin, literarische Übersetzerin1
  • Sırrı Ayhan (* 1961), Prosaist
  • Esmahan Aykol (* 1970), Kriminalschriftstellerin3
  • Hatice Ayten, Filmautorin
  • Nuray Lale (* 1962), Romanautorin, literarische Übersetzerin1

1 
Bei diesen Autoren existiert neben dem deutschsprachigen Werk auch ein verhältnismäßig umfangreiches türkischsprachiges.
2 
Diese Autoren arbeiten zwar ausschließlich türkischsprachig, konzipieren bzw. konzipierten ihre Werke jedoch häufig in enger Zusammenarbeit mit einem Übersetzer für eine in die deutsche Sprache übersetzte Erstausgabe.
3 
Die Autoren, die vornehmlich zunächst in der Türkei erscheinen, aber anderweitig in besonderem Maße am deutschen Literaturbetrieb teilnehmen bzw. nahmen, etwa durch speziell für die deutschsprachige Ausgabe bearbeitete Fassungen ihrer Werke.

Türkischsprachige Autoren

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4 
Von diesen Autoren existieren bislang keine Übersetzungen literarischer Werke ins Deutsche

Autobiographien, Erlebnisberichte

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In den letzten Jahren haben auch Migranten aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Politik und Zeitgeschichte biografische Werke veröffentlicht, so Nazan Eckes, Mehmet Daimagüler, Cem Gülay, Vural Öger, Kemal Şahin und Murat Kurnaz. Zu den autobiographischen Werken gehören auch teilweise unter Pseudonym erscheinende und von Ghostwritern geschriebene Erlebnisberichte von außerhalb dieser Werke nicht bekannten Personen wie Hülya Kalkan, Devrim Kaya, Inci Y. oder Ayse. Zuletzt veröffentlichte Murat Kurnaz ein beachtetes autobiografisches Werk.

Deutschstämmige, türkische und andere Autoren

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Will man deutsch-türkische Literatur als Literatur einer deutsch-türkischen Kultursynthese beschreiben, lassen sich ihr auch deutsche Autoren ohne türkische Wurzeln bzw. ihre Werke zuordnen: Ganz unten (1985) von Günter Wallraff wurde zum ersten stark von der deutschen Öffentlichkeit beachteten Versuch eines deutschstämmigen Autoren aus deutsch-türkischer Sicht heraus zu schreiben und hat damit eine Art Vorreiterstellung inne. Es folgen Autoren wie Jakob Arjouni, dessen Hauptwerk die Kayankaya-Reihe ist, oder Raul Zelik. Während die Unternehmungen dieser Schriftsteller aus dem Blickwinkel einer interkulturellen Literaturwissenschaft zum Teil äußerst kritisch gesehen werden, galt zumindest der Roman Selim oder die Gabe der Rede (1990) des nichttürkischen Autors Sten Nadolny noch bis zum Ausgang des 20. Jahrhunderts sogar als die wertvollste Deutschtürken-Darstellung in der deutschen Literatur. Auch Thorsten Becker wird inzwischen eine deutsch-türkische Erzählhaltung nachgesagt. Einige dieser Autoren haben oder hatten zumindest zeitweise ein deutsch-türkisch geprägtes Lebensumfeld oder türkischstämmige Lebenspartner. Eine Schriftstellerin, die vor den ersten Autoren türkischer Abstammung Elemente türkischer und deutscher Sprache in ihrer Erzählsprache miteinander vereinigte war die Märchenerzählerin Elsa Sophia von Kamphoevener (An Nachtfeuern der Karawan-Serail).

Auf der anderen Seite werden bisweilen auch Werke türkischer Autoren – wie z. B. Almanya Almanya von Nevzat Üstün oder diverse Texte der Schriftstellerin und Brecht-Übersetzerin Adalet Ağaoğlu oder auch der in Deutschland produzierte Film Lola und Bilidikid (1997) von Kutluğ Ataman – der deutsch-türkischen Literatur zugerechnet, wie auch Werke von Autoren dritter Nationalitäten (z. B. das türkische Gastarbeiter-Monodrama Barfuß Nacht Herz in der Hand (1995) des iranischen Dramatikers Ali Jalaly). Auch der Roman Schnee des türkischen Nobelpreisträgers Orhan Pamuk hat einen deutsch-türkischen Protagonisten. Ein Autor wie Bekir Yıldız, der nach nur kurzer Tätigkeit als Gastarbeiter in Deutschland die gemachten Erfahrungen ebenfalls früh literarisch verarbeitete, blieb sogar sein Leben lang dieser Thematik verpflichtet.

Kaum hier einordnen hingegen kann man die Werke deutschstämmiger Autoren, die mit ihrer Deutschtürkendarstellung ausschließlich eine deutsche Zielgruppe amüsieren wollen, womöglich sogar durch die veralbernde Darstellung unzureichender Sprachkenntnisse oder das Bedienen sonstiger Klischees (solche Dinge sind Wallraff freilich auch unterlaufen, jedoch war zumindest die dahinterstehende Absicht eine andere). Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang das Komikerduo Erkan und Stefan.

Weiterführende Literatur

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  • Irmgard Ackermann (Hrsg.): Türken deutscher Sprache. Berichte, Erzählungen, Gedichte. Dtv, München 1984, ISBN 3-423-10311-6.
  • Maria Brunner: Migration ist eine Hinreise. Es gibt kein „Zuhause“ zu dem man zurück kann. Der Migrationsdiskurs deutsch-türkischer Autor/inne/en der neunziger Jahre. In: Manfred Durzak und Nilüfer Kuruyazycy (Hrsg.): Die andere deutsche Literatur. Istanbuler Vorträge. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004, S. 71–91, ISBN 3-8260-2839-2 (Anlass für die Entstehung dieses Bandes war das im März 2003 an der Universität Istanbul veranstaltete Symposion mit dem Titel „Grenzüberschreitungen“).
  • Tayfun Demir (Hrsg.): Türkischdeutsche Literatur. Chronik literarischer Wanderungen. Dialog Edition, Duisburg 2008, ISBN 978-3-9812594-1-4.
  • Wolfgang Riemann: Über das Leben in Bitterland. Bibliographie zur türkischen Deutschland-Literatur und zur türkischen Literatur in Deutschland. Harrassowitz, Wiesbaden 1990, ISBN 3-447-03070-4.