Heronsball

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Dieser Artikel behandelt ein antikes Gerät zur Demonstration von Dampfkraft und Rückstoß. Zu Geräten mit Druckbehälter und Gasdruckfeder siehe Siphonflasche, Spritzflasche und Windkessel.
Historische Darstellung eines Heronsballs

Der Heronsball, auch Äolsball oder Aeolipile genannt, ist eine von Heron von Alexandria beschriebene Maschine, die die Expansionskraft von Wasserdampf und das Rückstoßprinzip demonstriert. Die Aeolipile war zuvor schon altägyptischen Priestern bekannt gewesen.[1]

Der Heronsball ist die erste schriftlich überlieferte Wärmekraftmaschine. Er ist in Herons Schrift Pneumatika überliefert. Diese Erfindung hatte in der Antike keinen praktischen Nutzwert. Sie wurde als Kuriosum angesehen. Erst rund anderthalb Jahrtausende später wurden in Frankreich und England Wärmekraftmaschinen in Form der Dampfmaschine zur Verrichtung von Arbeit eingesetzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Nachbau eines Heronsballs

Der untere Teil der Maschine ist ein dichter Wasserkessel, der von unten mit einer offenen Flamme beheizt werden kann. Oben befindet sich eine Kugel, die in ihrer Halterung drehbar gelagert ist und an der zwei Austrittsdüsen angebracht sind. Eine der beiden Halterungen dient als Rohr, durch das aus dem unteren Teil Wasserdampf in die obere Kugel gelangen kann. Bringt man das Wasser im unteren Gefäß zum Kochen, so strömt Wasserdampf durch die Halterung in die Kugel und verlässt sie durch die beiden Düsen. Dabei entsteht ein Rückstoß, der die Kugel in Drehung versetzt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aeolipile – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Die Dampfturbinen. Springer, 1910, S. 1 (bei Archive.org, abgerufen am 9. Juni 2014).
  2.  Herons von Alexandria Druckwerke und Automatentheater. Teubner, 1899, S. 230 (bei Archive.org, abgerufen am 28. April 2014).