Alexandrine zu Mecklenburg

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Königin Alexandrine

Alexandrine Auguste, Herzogin zu Mecklenburg (* 24. Dezember 1879 in Schwerin; † 28. Dezember 1952 in Kopenhagen) war durch Heirat Kronprinzessin und von 1912 bis 1947 Königin von Dänemark sowie von 1918 bis 1944 auch Königin von Island.

Herkunft und Bildung[Bearbeiten]

Alexandrines Elternhaus, das Schweriner Schloss

Alexandrine Auguste war die älteste Tochter des Großherzogs Friedrich Franz III. von Mecklenburg (1851–1897) und seiner Ehefrau, der Großfürstin Anastasia Michailowna Romanowa (1860–1922), sowie Urenkelin des russischen Zaren Nikolaus I..

Alexandrine wuchs zusammen mit ihren Geschwistern Friedrich Franz und Cecilie im Schweriner Schloss auf. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes ihres Vaters hielt sich die Familie außerdem in Italien und vor allem im französischen Cannes auf. Auch in Russland, dem Heimatland ihrer Mutter, verbrachte Alexandrine regelmäßig Zeit.

Alexandrine erhielt eine umfassende Bildung. Neben Deutsch und Russisch, den Muttersprachen ihrer Eltern, sprach sie sehr gut Französisch und Englisch. Alexandrine war sehr musikalisch und eine ausgezeichnete Pianistin. In ihrer Erziehung spielte außerdem Sport eine große Rolle: sie lernte unter anderem Tennis, Golf, Rudern und Segeln.[1]

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Kronprinzenpaar mit Sohn Frederik, 1900

Am 26. April 1898 heiratete sie in Cannes den dänischen Kronprinzen Christian (X.) (1870–1947) aus dem Hause Glücksburg, den ältesten Sohn von König Frederik VIII. und der Prinzessin Louise von Schweden-Norwegen. Aus der Ehe, die allen Berichten zufolge als harmonisch galt, gingen zwei Söhne hervor:

∞ 1935 Prinzessin Ingrid von Schweden (1910–2000)
∞ 1933 Prinzessin Caroline Mathilde von Dänemark (1914–1995)

Ihre Enkelkinder sind die regierende dänische Königin Margrethe II., die ehemalige griechische Königin Anne-Marie, Prinzessin Benedikte zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Prinzessin Elisabeth zu Dänemark, Ingolf Graf von Rosenborg sowie Christian Graf von Rosenborg († 2013).

Königin[Bearbeiten]

Alexandrine füllte ihre repräsentative Rolle voll aus.[2] Gemeinsam mit ihrem Mann unternahm sie Reisen in alle dänischen Landesteile und besuchte auch die dänischen Außengebiete Grönland, Island und die Färöer. Die bis heute stattfindende jährliche Dänemark-Rundreise der Königsfamilie auf der Yacht Dannebrog wurde durch Christian X. und Alexandrine begründet.[3] Alexandrine taufte das Schiff 1931.

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Alexandrine je politischen Einfluss gesucht hat. Ihr Wirken konzentrierte sich auf die damals schon lange üblichen Bereiche der Wohltätigkeitsarbeit. Hierfür zeigte sie großes Interesse und nahm lebendig Anteil.[4] Ihre Begeisterung für Musik zeigte sie als Schirmherrin der Musikforeningen i Köbenhavn und der Danske Richard Wagner-Forening.

In den Ferien hielt sich das Königspaar oft in Cannes auf und besuchte außerdem häufig andere europäische Fürstenhäuser, zu denen sie viele verwandtschaftliche Verbindungen hatten.

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde die Königsfamilie zu einem nationalen Symbol, und Alexandrine zeigte sich uneingeschränkt loyal. Die Bevölkerung begegnete Alexandrine in der Zeit danach deshalb mit besonderer Herzlichkeit.[4]

Residenzen[Bearbeiten]

Schloss Marselisborg in Aarhus

Schloss Amalienborg diente Alexandrine und Christian X. als Kopenhagener Residenz. Viel Zeit verbrachten sie außerdem auf Schloss Sorgenfri in Lyngby bei Kopenhagen. Hier kamen auch ihre beiden Söhne zur Welt.[5] Einer ihrer Enkel, Graf Christian von Rosenborg, lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2013 in einem der Gebäude der Schlossanlage.[6] Weitere Residenzen lagen in Jütland: in Aarhus stand ihnen Schloss Marselisborg zur Verfügung, das für sie erbaut wurde, als sie noch das Kronprinzenpaar waren. In Skagen ließen sie das kleine Schloss Klitgården errichten.[7]

Späte Jahre[Bearbeiten]

Als der König 1947 starb, behielt Alexandrine als erste in der dänischen Geschichte ihren Titel als Königin und musste sich nicht als Königinwitwe bezeichnen, wie es der bisherigen Etikette entsprochen hätte.[7] Alexandrine hielt sich in ihren späten Jahren immer länger auf Schloss Marselisborg in Jütland auf. Sie blieb bis zu ihrem Lebensende sehr aktiv und setzte ihre Arbeit als Schirmherrin und ihr wohltätiges Engagement fort.[8]

Königin Alexandrine starb am 28. Dezember 1952 nach längerer Krankheit und wurde am traditionellen Begräbnisort der königlichen Familie im Dom von Roskilde bestattet.

Literatur[Bearbeiten]

Jensen, Grethe: Danmarks dronninger. In: Danske dronninger i tusind år. Herausgegeben von Steffen Heiberg. Gyldendal Verlag, Kopenhagen 2000. S. 95-97: ALEXANDRINE.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexandrine zu Mecklenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Busck, Jens: Christian 10. og Dronning Alexandrine. Biografie, herausgegeben vom Amalienborg-Museum. Kopenhagen 2012. ISBN 978-87-89542-98-0. S. 18.
  2. Jensen, Grethe: Danmarks dronninger. In: Danske dronninger i tusind år. Herausgegeben von Steffen Heiberg. Gyldendal Verlag, Kopenhagen 2000. ISBN 87-00-45504-0. S. 95.
  3. Jensen, Grethe: Danmarks dronninger. In: Danske dronninger i tusind år. Herausgegeben von Steffen Heiberg. Gyldendal Verlag, Kopenhagen 2000. ISBN 87-00-45504-0. S. 92.
  4. a b Jensen, Grethe: Danmarks dronninger. In: Danske dronninger i tusind år. Herausgegeben von Steffen Heiberg. Gyldendal Verlag, Kopenhagen 2000. ISBN 87-00-45504-0. S. 97.
  5. Sorgenfri Slot - Kongehuset Offizielle Homepage des dänischen Königshauses.
  6. Greve Christian af Rosenborg - Politiken.dk Nachruf auf Alexandrines Enkel Graf Christian in der dänischen Tageszeitung Politiken.
  7. a b Dansk Kvindebiografisk Leksikon - Alexandrine KVINFO, dänisches biografisches Lexikon.
  8. Busck, Jens: Christian 10. og Dronning Alexandrine. Biografie, herausgegeben vom Amalienborg-Museum. Kopenhagen 2012. ISBN 978-87-89542-98-0. S. 45, S. 47.
Vorgänger Amt Nachfolger
Louise von Schweden-Norwegen Königin von Dänemark
1912–1947
Ingrid von Schweden
Königin von Island
1918–1944
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