Alois von und zu Liechtenstein

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Prinzen von und zu Liechtenstein. Für den aktuellen Erbprinzen siehe Alois von Liechtenstein, für weitere Namensträger siehe Alois von Liechtenstein (Begriffsklärung).
Alois von und zu Liechtenstein

Alois Maria Adolf, auch Aloys Gonzaga Maria Adolf, (* 17. Juni 1869 auf Schloss Hollenegg bei Deutschlandsberg, Steiermark, Österreich; † 16. März 1955 in Vaduz, Liechtenstein) war ein Prinz von und zu Liechtenstein.

Leben[Bearbeiten]

Alois von und zu Liechtenstein mit Frau Elisabeth Amalie
Aus Sport & Salon, Wien, 25. April 1903

Alois wurde als drittes Kind von Alfred von und zu Liechtenstein und Henriette von Liechtenstein auf Schloss Hollenegg geboren.

Er war aktiver Rittmeister im 12. Ulanen-Regiment, zuletzt als Oberstleutnant. Alois heiratete Erzherzogin Elisabeth Amalie von Österreich, eine Tochter des Erzherzogs Karl Ludwig von Österreich und Maria Theresa von Portugal, am 20. April 1903 in Wien. Kaiser Franz Joseph I. stellte persönlich bei der Verlobung am 8. November 1902 in Laxenburg klar, dass seine Nichte Elisabeth Amalie keinen seiner Untertanen und folglich keinen österreichischen Staatsbürger heiraten könne. Er machte daher die Aufgabe der österreichischen Staatsbürgerschaft durch den Prinzen zur Bedingung für die Heirat.[1]

Durch eine Bodenreform wurde der Familienbesitz in Böhmen und Mähren stark reduziert. Die hohen Erbschaftssteuern in der Tschechoslowakei waren das Motiv, in der Nachfolge eine ganze Generation zu überspringen. Nach dem kinderlosen Brüderpaar Johann II. und Franz, der 1929 bis 1938 als Fürst Franz I. regierte, waren die Söhne des Prinzen Alfred (1842–1907) erbberechtigt. Doch am 26. Februar 1923 verzichteten sowohl der als Nächstes erbberechtigte, aber unverheiratete und kinderlose Prinz Franz (1868–1929) als auch sein jüngerer Bruder Prinz Alois auf die fürstliche Majoratsanwartschaft und auf die Thronfolge im Fürstentum Liechtenstein. Die Sukzession ging damit auf Alois’ ältesten Sohn Franz Josef (1906–1989), das Patenkind des Kaisers, über. Der Verzicht wurde mittels Handschreiben des Fürsten Johann II. am 15. März 1923 kundgemacht.[2][3][4] Franz Josef II. holte in den Kriegsjahren 1944 seine Eltern von ihrem Wohnsitz auf dem mährischen Schloss Groß Ullersdorf auf das Schloss Vaduz.[1]

Alois von und zu Liechtenstein galt als Förderer der Wissenschaft und Künste. Er war Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste. Alois war Ordensritter vom Goldenen Vlies; seine Frau Elisabeth Amalie war Sternkreuzordensdame. Alois war Mitglied der K.Ö.St.V. Austria Wien im ÖCV.

Nachkommen[Bearbeiten]

  • Franz Joseph II. (1906–1989)
  • Marie Therese (1908–1973)
  • Karl Alfred (1910–1985)
  • Georg Hartmann (1911–1998)
  • Ulrich (1913–1978)
  • Marie Henriette (1914-2011)
  • Aloys (1917–1967)
  • Heinrich (1920–1993)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b „Kaiser Franz Joseph I. war vor 100 Jahren das letzte Mal in Laxenburg“ PDF, aus Kulturstein - Zeitung des Kulturvereins Alt-Laxenburg, Ausgabe 57, Dezember 2002, Seite 4, abgerufen am 11. Februar 2010 aus dem Google-Cache als HTML wegen Leseproblemen mit der original PDF-Datei
  2. Information durch Dr. Arthur Stögmann, Archivar des fürstlichen Hausarchivs des Hauses Liechtenstein, 18. Februar 2010
  3. Geschichte des Hauses Liechtenstein: Thronfolge, Portal Fürstentum Liechtenstein, abgerufen am 11. Februar 2010
  4. Fürst Franz I., Portal Fürstentum Liechtenstein, abgerufen am 11. Februar 2010