Gerhard Boeden

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Gerhard Boeden (* 10. Februar 1925 in Gütersloh; † 26. Mai 2010 in Bonn) war ein deutscher Polizeibeamter, Vizepräsident des Bundeskriminalamts und Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Leben[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs diente Boeden als Soldat der Kriegsmarine. Im November 1945 trat er in den Polizeidienst der Polizei Nordrhein-Westfalen ein. 1951 wechselte er als Hauptwachtmeister zur Kriminalpolizei. Ab 1956 arbeitete Boeden im Bundeskriminalamt (BKA), wo er 1965 in den Höheren Dienst übernommen wurde. 1972 trat er der CDU bei. 1974 übernahm er die Leitung der Sicherungsgruppe, die für Schutz- und Sicherheitsfragen zuständig war. In dieser Funktion kam es zu einer Fahndungspanne mit einer versäumte Festnahme von drei RAF-Mitgliedern in Hamburg,[1] unter ihnen Adelheid Schulz und Christian Klar. Als Reaktion auf die Rote Armee Fraktion hatte er 1975 am Standort Bonn-Bad Godesberg die Abteilung zur Bekämpfung des Terrorismus (TE) aufgebaut. Maßgeblich beteiligt war er am Aufbau des BKA-Standortes in Meckenheim in der Nähe des Bonner Regierungssitzes. Dort entstand die Zentrale des Staatsschutzes in einem neuen Gebäudekomplex im Ortsteil Merl. 1983 wurde Boeden Vizepräsident und 1987 nach Erreichen der Altersgrenze des BKA in den Ruhestand verabschiedet.

Die Polizeigewerkschaft GdP, deren Mitglied er seit 1952 war, erklärte ihn zu ihrem Ehrenmitglied. Wenige Wochen nach seiner Pensionierung wurde er am 1. April 1987 zum Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz ernannt und führte das Amt bis zum 28. Februar 1991.

Boeden ist einer der wenigen Polizeibeamten, die vom einfachen Streifenpolizisten bis in die höchsten Ämter aufgestiegen sind. Sein Spitzname lautete „der Polizist“. Angeblich war Boeden bei den Beamten der unteren Besoldungsgruppen besonders beliebt, hingegen bei Kollegen in Führungsetagen nicht immer anerkannt. Boeden hat sich nach Ausscheiden aus dem Dienst nicht öffentlich zu den Nachrichtendiensten und dem Bundeskriminalamt geäußert.[2]

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Rainer Hofmeyer: Vizepräsident, Präsident und GdP-Mitglied. In: Deutsche Polizei. Nr. 7, Verlag Deutsche Polizeiliteratur, Hilden 2010, ISSN 0949-2844, S. 27.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gestorben. Gerhard Boeden. In: Der Spiegel, 31. Mai 2010, abgerufen am 9. Februar 2011
  2. Einar Koch: RAF-Jäger Boeden tot! In: Bild, 26. Mai 2010, abgerufen am 9. Februar 2011
  3. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF-Datei; 6,59 MB)
  4. Das Bundeskriminalamt stellt sich seiner Geschichte: Feierstunde in Meckenheim zur Umbenennung der Paul-Dickopf-Straße in Gerhard-Boeden-Straße am 25. Juni 2012. Einladung für Medienvertreter. Bundeskriminalamt, 20. Juni 2012, abgerufen am 9. Februar 2013 (PDF; 179 kB).