Clastogen

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Ein Clastogen ist ein Toxin, welches Chromosomenaberrationen durch Bruch eines Chromosoms hervorruft oder induziert, durch den Teile eines Chromosoms verloren gehen oder einem anderen hinzugefügt werden oder die Bruchstücke neu angeordnet werden können.[1][2]

Dieser Vorgang kann als eine Form der Mutagenese verstanden werden und kann zu Karzinogenese führen, da Zellen, die durch den clastogenen Effekt nicht abgetötet werden, kanzerös werden können: Clastogene können mutagen oder kanzerogen wirken, je nachdem, ob die Wirkung innerhalb der Keimbahn an eine Nachfolgegeneration weitergegeben wird oder ob sich in somatischen Zellen ein Tumor entwickelt.[3]

Identifizierte Clastogene sind Acridingelb, Benzol, Ethylenoxid, Arsen, Phosphin und Mimosin (Leucenol). Häufiger Kontakt mit Clastogenen erhöht die Wahrscheinlichkeit abnormaler Spermien und Entwicklungsstörungen der mit ihnen gezeugten Föten.

Testverfahren[Bearbeiten]

Chemische Substanzen können in vitro in einem Clastogenicity Assay unterzogen werden, um sie als Clastogene zu identifizieren oder von diesem Verdacht zu befreien.[1] Dieser wird oft als Comet-Assay durchgeführt und liefert dann auch Angaben zu Aneuploidie auslösendem Potential.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rosefort C., E. Fauth, H. Zankl: Micronuclei induced by aneugens and clastogens in mononucleate and binucleate cells using cytokinesis block assay. Mutagenesis, Band 19, 2004, S. 277–284.
  2. "This leads to the conclusion that a chemical that fails to induce a significant response in an in vitro clastogenicity assay is unlikely to be clastogenic in vivo, in bone marrow assays." Rose, John. (1988). Environmental Toxicology: Current Developments, S. 64.
  3. "Cells were treated with both mutagenic (causing gene mutations) and clastogenic (causing chromosome aberrations) compounds." Comparison of clastogen-induced gene expression profiles in wild-type and DNA repair-deficient Rad54/Rad54B cells. BMC Genomics, Band 11, 2010, S. 24, doi:10.1186/1471-2164-11-24.
  4. Burlinson B.: The in vitro and in vivo comet assays. Methods Mol Biol. Band 817, 2012, S. 143–163. doi:10.1007/978-1-61779-421-6_8.