Ernst Jaeger

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Ernst Jaeger (* 22. Dezember 1869 in Landau in der Pfalz; † 12. Dezember 1944 in Leipzig) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Ernst Jaeger (um 1899)

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Jaeger studierte Rechtswissenschaften in Straßburg, Heidelberg, Leipzig und Erlangen. 1892 legte er sein erstes Staatsexamen ab und 1895 das zweite Staatsexamen. Er war danach zunächst im Bayerischen Justizministerium in München und als Amtsrichter in seiner Heimatstadt Landau in der Pfalz tätig. Aufgrund seiner Schrift Der Konkurs der offenen Handelsgesellschaft (1897) wurde er 1899 ohne Habilitationsverfahren auf eine außerordentliche Professur nach Erlangen berufen. Im Jahr 1900 wechselte er auf eine ordentliche Professur an der Universität Würzburg. 1905 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Zivilprozessrecht an der Universität Leipzig, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1935 wirkte.

Bleibende Bedeutung erlangte Jaeger vor allem mit seinen Arbeiten zum Konkursrecht. Bereits in seiner Dissertation bei Konrad Hellwig aus dem Jahr 1893 behandelte er ein konkursrechtliches Thema. 1901 begründete er auf Anregung von Hermann Staub den nach ihm benannten Großkommentar zur Konkursordnung (jetzt: Jaeger, Insolvenzordnung), den er als Alleinautor bis zur 7. Auflage (1936) verfasste. Nach Jaegers Tod führten zunächst Friedrich Lent und Friedrich Weber den Kommentar fort, ehe Wolfram Henckel und Walter Gerhardt die Herausgeberschaft übernahmen. Jaegers Schaffen fand über Deutschland hinaus auch internationale Anerkennung; so bildeten seine konzeptionellen Arbeiten etwa die Grundlage für die erneuerte japanische Konkursordnung von 1922.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Voraussetzungen eines Nachlaßkonkurses, Erlangen 1893 (Dissertation)
  • Der Konkurs der offenen Handelsgesellschaft, Tübingen 1897
  • Konkursordnung, Berlin, 1. Aufl. 1901 bis 7. Aufl. 1936 (Großkommentar)
  • Lehrbuch des deutschen Konkursrechts, Berlin, 1932

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]