Exposé (Literatur)
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Ein Exposé bzw. Exposee ist eine schriftliche Form der kurzen vorausschauenden Inhaltsangabe eines Buchprojekts, eines Films oder eines wissenschaftlichen Werks.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Gebrauch
[Bearbeiten] Exposé in der Literatur
Das Exposé soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf eines literarischen Werks vorstellen. Es ist meist nur einige Seiten lang und enthält weder Dialoge noch Einzelheiten. Es skizziert die Hauptfiguren oder gibt die thematische Grundlinie eines Sachbuchs wieder.
Exposés spielen im Verlagswesen eine große Rolle. Ein Verlag lässt sich von einem Autor das Exposé eines Romans vorlegen, um zu entscheiden, ob der Roman in die Planung aufgenommen werden soll. Ein Exposé beschreibt darum meist Inhalt und Hauptidee eines Werks, das noch nicht existiert.
[Bearbeiten] Exposé im Film
Das Exposé ist ein Grundriss der Geschichte, der – je nach Länge des Films – etwa ein bis fünf DIN A4-Seiten umfasst. Es beschreibt den wesentlichen Konflikt um den sich die Geschichte dreht sowie die Hauptfiguren, die darin vorkommen. Diese sind meistens in ihrem Ziel (was die Figur will) und ihrem Bedürfnis (was die Figur braucht) definiert. Der große Bogen wird bereits inklusive der Auflösung erzählt. Ebenso sollten der Ton und der Stil bereits erkennbar sein, so lässt beispielsweise ein Exposé für eine Komödie einen deutlich lockereren Schreibstil zu, als etwa einer für eine Tragödie.
Nebenhandlungen, -figuren und kleinere dramaturgische Probleme sowie ein szenisches Arrangement der Handlung, sind nicht Bestandteil des Exposés und sind zum Zeitpunkt seiner Erstellung oft noch nicht ausgearbeitet oder nur stereotypisch vorhanden. So stellt das Exposé in der Stoffentwicklungsphase zumeist den ersten Schritt in Richtung einer vollständigen Geschichte dar. Urheberrechtlich überschreitet das Exposé damit die Schöpfungshöhe und gilt als schützenswert, was bei Prämissen und Ideen nicht der Fall ist.
Exposés sind oft das erste Verkaufspapier, das einem Sender oder Produzenten eingereicht wird. Meistens werden mehrere Fassungen geschrieben – je nach Einwänden.
Da ein Exposé das Dilemma in sich trägt, dass die Tragfähigkeit einer Idee für ein komplexes Medium wie den Film nur schwerlich auf ein kurzes Textformat zu übertragen ist, haben sich Autoren verschiedene Herangehensweisen für Exposés erarbeitet. Viele Autoren schreiben zu dem Exposé einen weiteren Absatz, in dem sie auf ihre Intention, den Stil, die visuellen Aspekte oder Filme, die Ähnlichkeiten mit ihrer Geschichte haben, eingehen. Einige – meist etablierte Autoren – weigern sich allerdings schlicht Exposés abzuliefern. Sie argumentieren, dass sie nicht wollen, dass ihre Grundidee abgelehnt wird, bevor sie ausreichend Zeit zur Entwicklung hatten.
Es kann vorkommen, dass wenn man direkt ein fertiges Drehbuch abgibt, die Produzenten oder Redakteure um ein Exposé bitten, wenn sie keine Zeit zum Lesen haben. Da sich die Geschichte im Entwicklungsprozess oft erheblich verändert, handelt es sich hierbei dann eher um eine interessant geschriebene Zusammenfassung des fertigen Drehbuchs, als um ein Exposé.
Tatsächlich ist die Wichtigkeit des Exposés für den Verkauf von entscheidender Bedeutung, da oft auf dieser Grundlage entschieden wird, ob z.B. ein Film finanziert wird oder eine Drehbuchförderung bekommt.
Es ist üblich, zu Drehbüchern ein Exposé zu schreiben, um möglichen Produzenten einen kurzen Überblick über den geplanten Film zu gewähren und eine Bewertung des Stoffes zu erleichtern. Die weitere Ausarbeitung des Drehbuches findet dann im Treatment statt.
In bestimmten Fällen wird vor dem Exposé eine Ideenskizze angefertigt.
[Bearbeiten] Exposé in der Wissenschaft
Eine wichtige Rolle spielen Exposés auch beim Verfassen wissenschaftlicher Texte. Im Exposé wird die Fragestellung dargestellt, der Aufbau des Textes skizziert und ein Überblick über die Quellenlage gegeben. Das Exposé kann zur Diskussion des Projektes und später als Fahrplan für das Verfassen der Arbeit genutzt werden. Im Rahmen des Exposés sollten Problemstellung, Methoden, Ziele und die der Arbeit zugrunde liegenden Hypothesen erläutert werden. Erforderlich ist weiterhin ein realistischer Zeitplan.
Im wissenschaftlichen Kontext wird ein Exposé auch häufig mit dem englischen Begriff Proposal bezeichnet.

