Filmdrama
Das Filmdrama ist ein Filmgenre.
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Definitionen [Bearbeiten]
Das Drama ist nach antiker Definition eine Gattung der Dichtung und bezeichnet eine Handlung mit verteilten Rollen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde „Filmdrama“ in Deutschland im urheberrechtlichen Sinne als Drehbuch eines Spielfilms verstanden.[1] Vereinzelt wird der Begriff hierzulande auch heute noch ähnlich allgemein gefasst, wie etwa beim Genre Doku-Drama oder in filmdramaturgischen Abhandlungen.[2]
Andere Definitionen des Filmdramas im Deutschen sind stärker eingegrenzt, so im Deutschen Fremdwörterbuch: „Bald besann sich die Filmkunst darauf, die dem deutschen Wesen so sehr anhaftende Charaktereigenschaft der Sentimentalität für sich in vorteilhafter Weise wirtschaftlich auszunutzen. Dieser Erwägung verdankt das Filmdrama seine Entstehung.“[3]
Für das Sachlexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel wird der Begriff in der Filmkritik „als Sammelbezeichnung für Filme verwendet, die zwischen Melo- und Sozialdrama angesiedelt sind. Die somit wohl unspezifischste Genrebezeichnung des Films umfasst neben anderen Subgenres das romantische Drama, den period film,[Anmerkung 1] zahlreiche historische Melodramen, viele Gerichtsfilme, manche Abenteuerdramen und ähnliches mehr. Im Zentrum des Dramas stehen Figuren, die eine Lebenskrise durchmachen, vor eine lebensverändernde Entscheidung gestellt sind, ihr Leben auf Grund von Verlust, Verfolgung, zufälligem Glück oder ähnlichem neu formieren müssen.“[4]
Melodram (Theater) [Bearbeiten]
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich zuerst in Frankreich eine neue populäre dramatische Gattung in Abgrenzung zur antiken Tragödie, das Melodram. Es umfasste Stücke mit vorwiegend ernstem Inhalt, die kein tragisches Ende haben müssen und sich nicht den Regeln der Ständeklausel unterordnen. Dazu gehörten die damals neuen Gattungen des Kriminalstücks und des Abenteuerstücks, das Rührstück sowie Charakter- oder Milieustudien, die „Lebensbild“ oder ähnlich genannt wurden. Auf diesen geschichtlichen Zusammenhang spielt noch etwa Sönke Roterberg in seiner Definition des Filmdramas an: „Wie im Theater steht die Handlung zwischen Komödie und Tragödie.“[5]
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Helmut Schanze (Hrsg.): Handbuch der Mediengeschichte. Kröner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-36001-2.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht. Nr. 7, Juni 1915, S. 145.
- ↑ Etwa: Burkhard Driest: Poetik des Filmdramas für Drehbuchautoren. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-86150-393-X.
- ↑ Hans Schulz u. a. (Hrsg.): Deutsches Fremdwörterbuch. Bd. 4, de Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-016235-0, S. 885.
- ↑ Drama. (Definition) im Sachlexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel, abgerufen am 11. April 2012.
- ↑ Sönke Roterberg: Philosophische Filmtheorie. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3763-4, S. 21.
Anmerkungen [Bearbeiten]
- ↑ „Period film“ = dt. etwa „Historienfilm“, ein in einer bestimmten historischen Ära angesiedelter Film.