Jan Jelinek

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Musikproduzenten Jan Jelinek. Zu anderen Personen siehe Jan Jelínek.
Jan Jelinek, 2010

Jan Jelinek ist ein deutscher Produzent elektronischer Musik. Seit 2008 betreibt er das Plattenlabel Faitiche. Die erste Veröffentlichung war Ursula Bogners Recordings 1969–1988. Außerdem kooperiert er mit dem Chicagoer Electronics-Label Hefty Records.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Philosophie und Soziologie wandte er sich seit seinem Umzug nach Berlin 1995 verstärkt der elektronischen Musik zu. Seine Musik basiert zu großen Teilen auf Samples, deren Quellen jedoch durch starke Verfremdung nicht immer ohne weiteres erkennbar sind. Gleichwohl verweist er in einigen Fällen mit den Titeln seiner CDs auf seine Quellen und auch Einflüsse. Das trifft auf „Loop-Finding-Jazz-Records“ und „Kosmischer Pitch“ zu. Ist bei ersterer der Verweis offensichtlich, so wird bei letzterer indirekt im Titel sowohl der CD selbst als auch bei einzelnen Stücken auf den Krautrock der 1970er Jahre verwiesen.

Jelinek veröffentlicht auch unter den Pseudonymen Farben (seit 1998) und Gramm. Als Farben orientiert er sich, auf Soul-Samples aufbauend, stärker am Dub und an elektronischer Tanzmusik. Auf diese Weise kann die Musik am ehesten als experimenteller Dub bezeichnet werden. Als Gramm versucht er, einen Kompromiss zwischen „hörbarer“ Minimal-Elektronik und „tanzbarer“ Musik zu finden. Im Musikmagazin Intro wurde dies als „additive Sekundenmusik“ bezeichnet.[1] Jelineks Schaffen lässt sich – zumal wenn man seine Arbeiten unter den Pseudonymen einschließt – kaum begrifflich fassen. Am ehesten kann sie vielleicht als Mischung aus Clicks & Cuts, Electronica, Intelligent Dance Music, Glitch und Microsound charakterisiert werden.

Im Sommer 2013 wandte er sich dem Remix zu und bearbeitete Stücke von James DIN A4, die 2014 als Farben presents James DIN A4 erschienen. „Remixe sind nicht leicht. Sie sollten im Geiste des Originalstücks sein, trotzdem möchte man eine eigene Handschrift hinzufügen. Ein idealer Remix verbindet beides.“[2] Die taz bezeichnete das Album als „Gipfeltreffen zweier seltsamer Käuze“ und kam zum Ergebnis: „Jan Jelinek liefert mit dem gelungenen Album etwas, was in der Widersprüchlichkeit der Remix-Kunst liegt: ein eigenständiges Zitatwerk.“

Auch seine Live-Performances mit einem Laptop wurden zum Teil veröffentlicht (z.B. improvisations and edits, 2002).

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Leser des Musik- und Lifestyle Magazins De:Bug wählten ihn zum besten Produzenten des Jahres 2002. 2012 erhielt Jelinek den Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro für seine Studioproduktion Kennen Sie Otahiti?[3]

Diskografie[Bearbeiten]

  • Loop-Finding-Jazz-Records (~scape 2001)
  • mit Computer Soup: improvisations and edits (Tokyo 2002)
  • 1+3+1, (mit Triosk) (~scape 2003)
  • La Nouvelle Pauvreté (~scape 2003)
  • Kosmischer Pitch, (~scape 2005)
  • Tierbeobachtungen (~scape 2006)

Als Farben:

  • Farben (Klang Elektronik 1998)
  • Stuck, (EP, Klang Elektronik 1999)
  • Silikon (Klang Elektronik 2000)
  • Starbox (Klang Elektronik 2002)
  • Textstar (Klang Elektronik 2002)
  • Farben presents James DIN A4 (2014)[4]

Als Gramm:

  • Personal Rock (Source Records 2000)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jan Jelinek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.intro.de/platten/kritiken/23026574/gramm-personal-rock
  2. taz: Techno meets Unkraut, 14. April 2014
  3. Homepage SWR 2, abgerufen am 21. Oktober 2012
  4. Faitiche: Farben & James DIN A4 – Farben presents James DIN A4, Infos, Interview und Hörproben