Kerak

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al-Karak ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Die jordanische Verwaltungseinheit gleichen Namens behandelt der Artikel Gouvernement al-Karak.
Kerak
Burg Kerak

Burg Kerak

Alternativname(n): Crac des Moabites
Entstehungszeit: 1140er
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Barone
Ort: Karak
Geographische Lage 31° 10′ 50″ N, 35° 42′ 5″ O31.18055555555635.7013888888891000Koordinaten: 31° 10′ 50″ N, 35° 42′ 5″ O
Höhe: 1000 m
Kerak (Jordanien)
Kerak

Kerak (arabisch ‏الكرك‎, DMG al-Karak, frz. auch Crac des Moabites, Le Pierre du Desert) ist eine Stadt in Jordanien mit 20.280 Einwohnern (Volkszählung 2004). In dem Ort befinden sich die Ruinen einer Burg der Kreuzfahrer des Königreiches Jerusalem. Diese Burg ist nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Krak des Chevaliers in Syrien.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ruinen der Burg Kerak liegen auf einem Felsvorsprung etwa 1000 Meter über Meereshöhe und sind auf drei Seiten von einem Tal umgeben. Der Ort wurde zumindest seit der Eisenzeit bewohnt, war eine wichtige Stadt der Moabiter und der Nabatäer. In der Zeit des alten Testaments hatte der Ort verschiedene Namen: Kir, Kir-Moab, oder Kir-Heres ("Scherbenstadt"). In der Bibel wird er Qer Harreseth genannt, die Römer eroberten ihn von den Nabatäern im Jahre 105. Im Byzantinischen Reich war er Bischofssitz, unter den Arabern blieb er weitgehend christlich.

Ab 1142 ließ Paganus, oder Payen le Bouteillier der Mundschenk des Königs Fulko die Kreuzfahrerburg erbauen[1]. Die Kreuzfahrer nannten sie Crac des Moabites. Paganus war auch Herr von Oultrejordain, Kerak wurde das Zentrum seiner Herrschaft, verdrängte die schwächere Burg Montreal im Süden. Aufgrund ihrer Lage östlich des Jordans war Kerak in der Lage sowohl die Beduinen als auch die Handelsrouten von Damaskus nach Ägypten und Mekka zu kontrollieren.

1176 bekam Rainald von Chatillon nach seiner Heirat mit Stephanie von Milly, der Witwe Humfrieds III. von Toron, die Burg in seine Hand. Von Kerak aus schikanierte Rainald die Karawanen und versuchte sogar, Mekka anzugreifen. 1183 belagerte Saladin die Burg als Antwort auf Rainalds Angriffe. Die Belagerung fand während der Hochzeit von Humfried IV. von Toron und Isabella von Jerusalem statt, und Saladin stimmte zu, den Turm, in dem die Hochzeit gefeiert wurde, während der Feierlichkeiten nicht anzugreifen – ganz im Gegensatz zum Rest der Burg. Die Belagerung wurde später durch König Balduin IV. aufgehoben. Eine erneute Belagerung durch Saladin im Jahr 1184 wurde ebenso von Balduin IV. aufgehoben.

Nach der Schlacht bei Hattin 1187 belagerte Saladin Kerak erneut und eroberte sie schließlich, nach achtmonatiger Belagerung, 1188[2]. Es wird behauptet, dass die Verteidiger gezwungen waren, ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei zu verkaufen, um Lebensmittel zu erhalten (was auch von der Belagerung Montreals behauptet wird).

Unter den Ayyubiden und Mamlucken blieb Kerak ein regionaler Herrschaftssitz.

Die Burg Kerak ist ein bekanntes Beispiel der Kreuzfahrerarchitektur, einer Mischung aus europäischem, byzantinischem und arabischem Stil. Lange war sie eine Ruine, während sich um sie herum die moderne Stadt gebildet hat. 2008 wurde sie aber in großen Teilen renoviert. Die Burg enthält ein archäologisches Museum, in dem Funde aus der weiteren Umgebung ausgestellt werden, die von der Steinzeit bis ins Mittelalter reichen. Die Geschichte der Burg und Stadt von Kerak wird ebenfalls dargestellt.

Kerak-Inschrift[Bearbeiten]

1958 wurde in Kerak ein Granit-Fragment mit einer moabitischen Inschrift vermutlich vom Ende des 9. Jh. v. Chr. gefunden, die eine Parallele zur Mescha-Stele darstellt. Die lesbaren Wörter lauten: „... [des K]emosch-Jat, König von Moab, der Di[bonite] ... Kemosch dem Plünderer (oder dem Geplünderten oder zur Verbrennung), denn... Und siehe, ich habe gemacht den/die/das ...“. Die Inschrift befindet sich heute im Jordanischen Archäologischen Museum von Amman.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baedeker Jordanien, Seite 198, ISBN 978-3-8297-1153-1
  2. Baedeker Jordanien, Seite 199, ISBN 978-3-8297-1153-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kerak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien