Kognat

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Dieser Artikel behandelt Kognat in der Sprachwissenschaft – zur blutsverwandten Person siehe Agnat, zur Abstammung Deszendenzregeln #Kognatische, bilaterale Abstammung.

Kognaten (lateinisch cognatus ‚mitgeboren, verwandt‘; Singular: Kognat) bezeichnen in der Sprachwissenschaft zwei oder mehr Wörter, die sich aus demselben Ursprungswort (Etymon) entwickelt haben. Wortpaare oder größere Wortgruppen, die Kognaten bilden, werden als kognat oder urverwandt bezeichnet.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wörter derselben Sprache angehören. Die Bedeutung kann gleich geblieben sein oder sich auseinander entwickelt haben. So sind etwa das französische Wort fils und das italienische figlio Kognaten, da sie beide auf das lateinische filius ‚Sohn‘ zurückgehen. Ebenso sind deutsch selig und englisch silly ‚einfältig, töricht, dumm‘ kognat, obwohl ihre Bedeutung heute nicht dieselbe ist. Im strengen Sinne können nur Erbwörter Kognaten sein, Lehnwörter und parallele Neubildungen hingegen nicht. Haben sich in einer Sprache aus einem Ursprungswort verschiedene Kognaten entwickelt, wie etwa Keller und Zelle aus lateinisch cella, werden sie als „etymologische Dubletten“ bezeichnet.

Die Untersuchung von Kognaten in Form von Wortgleichungen ist eine wichtige Methode der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft.

Literatur[Bearbeiten]

  • Boris Paraškevov: Wörter und Namen gleicher Herkunft und Struktur: Lexikon etymologischer Dubletten im Deutschen. Walter de Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-017470-7 (ausführliche Leseprobe in der Google-Buchsuche).