Nxt

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NXT
Logo
Entwickler BCNext und andere
Aktuelle Version 1.3.5
(20. November 2014)
Betriebssystem Windows, Linux, Mac OS X
Programmier­sprache Java
Kategorie elektronisches Geld
Lizenz MIT
Deutschsprachig ja
nxt.org

NXT ist eine 2013 eingeführte Kryptowährung, die von einer dezentralen Community weiterentwickelt wird und auf dem Proof-of-Stake-Ansatz (PoS) aufbaut. Da NXT im Gegensatz zu Bitcoin auf einem anderen Sicherheitskonzept und eigenem Programmiercode basiert, wird sie auch als Kryptowährung der zweiten Generation bezeichnet.[1]

Neben der Möglichkeit als Zahlungssystem zu fungieren bietet NXT dezentrale Marktplatzfunktionen, eine Nachrichtenfunktion und ein dezentrales Alias-System (DNS). Die NXT-Technologie kann für weitere Projekte wie etwa twitterähnliche soziale Netzwerke genutzt werden, die auf dem NXT-Netzwerk basieren.[2][3]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Am 28. September 2013 kündigte eine Person unter dem Pseudonym BCNext im Bitcoin-Forum Bitcointalk die Entwicklung von NXT an und bat um unterstützende Spenden in Bitcoins. Wer spendete, durfte über die zu entwickelnden Eigenschaften der neuen Kryptowährung abstimmen und erhielt Anteile an der Währung. Am 18. November 2013 endete die Phase der Anteilsvergabe, insgesamt wurden 21 BTC gespendet. BCNext zog sich am 14. November 2013 aus der direkten Kommunikation mit der neu entstandenen Gemeinschaft zurück und kommunizierte seitdem vorwiegend mit einem Softwareentwickler der Community im Privaten, tauschte sich über diesen aber auch mit anderen Teilnehmern aus. Am 24. November 2013 wurde der Genesis-Block, der erste Block der Blockchain, veröffentlicht. Eine Milliarde Währungseinheiten wurden bei diesem Vorgang an die einzelnen Spender gemäß ihrer zuvor eingebrachten Anteile verteilt.

Am 3. Januar 2014 wurde der Quellcode von NXT in Teilen veröffentlicht und in den folgenden Tagen von verschiedenen Entwicklern auf Fehler und versteckte Eigenschaften untersucht.[4] Am 1. März 2014 wurde der komplette Quellcode als Open-Source-Software unter der MIT-Lizenz veröffentlicht.[5] Die Gemeinschaft entwickelt seitdem weitere Features von NXT, die nach und nach in den Code integriert werden.

Konzept[Bearbeiten]

Proof-of-Stake[Bearbeiten]

Damit die Teilnehmer am NXT-System einzelnen Transaktionen vertrauen können müssen diese jeweils von mehreren Nutzern bestätigt und in die Blockchain geschrieben werden. Für die Aufrechterhaltung dieses Systems müssen Anreize geschaffen werden – beim Bitcoin nennt man den Vorgang, bei dem neue Bitcoins erschaffen werden, Mining – und demjenigen mit der größten erbrachten Rechenleistung übergeben werden. Im Gegensatz zu diesem Proof of Work (PoW; Arbeitsnachweis) des Bitcoins und seinen alternativen Derivaten wird bei NXT das Proof-of-Stake-Prinzip (PoS; Anteilsnachweis) angewandt. Bei diesem Prinzip sind alle Münzen schon von Anfang an vorhanden, es können keine neuen Münzen durch Mining entstehen. Dadurch entfallen die energieintensiven Rechenoperationen: NXT benötigt für die Aufrechterhaltung des Transaktionssystems nur ein Zehntel der Energie, die für das Bitcoin-System aufgewendet werden. PoS ist nicht dem Risiko einer 51-%-Attacke ausgesetzt, ein großer Sicherheitsfortschritt gegenüber Bitcoin und Co.

Forging[Bearbeiten]

Der Anreiz, durch das Aufsetzen eines eigenen Knotenpunktes dem dezentralen System mehr Stabilität zu verleihen wird bei NXT durch das Forging geschaffen. Bei diesem „Schmieden“ werden die geringen Transaktionsgebühren, die beim Versenden von NXT anfallen, auf die einzelnen „Schmiede“ verteilt – je nach Größe ihres Anteils am NXT-System. Kritiker wenden ein, dass dadurch nur der zu Geld komme, der entsprechend in Vorleistung trete und große Mengen an NXT horte. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Kryptowährungssysteme darin aber nicht: Wer mit Bitcoin-Mining Geld verdienen möchte kann das nur durch die Anschaffung teurer Mining-Hardware erreichen, die große Mengen an Energie verbraucht.

Durch das sich in der Entwicklung befindliche transparent forging wird sichergestellt, dass nur diejenigen Besitzer auch an den Transaktionsgebühren verdienen, die durch die aktive Verifikation der einzelnen Transaktionen an der Stabilität des Systems mitwirken. Gleichzeitig wird dabei auch dafür gesorgt, dass die Forging-Möglichkeit eines Forgers auf Null gesetzt wird, wenn er einen Block erstellen sollte, dies aber nicht tut. Durch diese Neuentwicklung kann sogar bei einer Attacke von 90 % aller NXTCoins das Netzwerk aufrechterhalten werden.

Der PoS-Algorithmus von NXT kann auf einem Smartphone oder einem Einplatinencomputer wie dem Raspberry Pi zum Laufen gebracht werden und im Hintergrund auf vielen Plattformen laufen, ohne den normalen Betrieb des Rechners zu behindern.

Brain-Wallet[Bearbeiten]

Der Standard-Client nutzt ein sogenanntes Brain-Wallet. Dies bedeutet, dass die Eingabe eines Passworts zum Zugriff auf die Geldbörse genügt. Da keine weitere Hürde (etwa die Kenntnis eines Benutzernamens) besteht, muss dabei ein sehr sicheres Passwort verwendet werden. Wenn in den NXT-Clients ein Passwort eingegeben wird, das weniger als 35 Zeichen hat, erscheint eine Warnung.

Empfohlen wird eine zufällige Zeichenkombination von 50 bis 60 Zeichen; damit sinkt das Risiko, Opfer einer Brute-Force-Attacke zu werden. Open-Source-Software wie KeePass erzeugt starke Passwörter und erlaubt gleichzeitig die verschlüsselte Speicherung auf dem lokalen Rechner.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Vorteile gegenüber Bitcoin und anderen Kryptowährungen[Bearbeiten]

  • Geringerer Speicherbedarf der Blockchain
  • Geringerer Energieverbrauch des Netzwerkes
  • NXT benötigt nur zehn Prozent der Bandbreite von BTC
  • Es ist nicht möglich, die Blockchain durch einen 51-%-Angriff (die Bereitstellung der Mehrheit der Rechenleistung) zu manipulieren

Nachteile[Bearbeiten]

  • Das Proof-of-Stake-System bietet möglicherweise neue Angriffsmöglichkeiten wie den Nothing-at-Stake-Angriff[6], der jedoch bisher nie ausgeführt wurde.

Erweiterte Funktionen[Bearbeiten]

NXT ist nicht nur ein Zahlungssystem, sondern ein komplettes Ökosystem für neuartige Geschäftsfelder. Diese können auf die bestehende Struktur zurückgreifen und eigene Dienste auf das bestehende System bauen. NXT bietet zum Beispiel auch ein Alias-System an, mit dem man ein dezentrales DNS-System aufbauen kann. Ebenfalls werden dezentrale Marktplätze für sogenannte Assets, handelbare Anteile von Projekten oder Unternehmen, und digitale Güter bereitgestellt.

Kritik[Bearbeiten]

Dem NXT-System wurde von Kritikern vorgeworfen, die bereits bei der Veröffentlichung erfolgte Vergabe aller Währungseinheiten (Premining) an Investoren sei ungerecht und führe zu einer Konzentration der NXT-Coins auf wenige Personen. Nach der Ankündigung des NXT-Projekts durch seinen Erfinder BCnext stand es allen Interessierten offen, sich Anteile an diesem neuen System durch Bitcoins zu kaufen. Insgesamt nutzten 73 Menschen dieses Angebot.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nxt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Mey: Ripple, Litecoin und Co.: Die wichtigsten und wertvollsten Bitcoin-Alternativen. In: Spiegel.de. 27. Februar 2014, abgerufen am 7. März 2014.
  2. Thomas Seneca: Whats NXT in the World of Cryptocurrencies? In: Cryptocoins News. 17. Januar 2014, abgerufen am 10. März 2014.
  3. Ron Finberg: Digital Currencies 2.0: Meet NXT, the ‘Next’ Ripple. In: dcmagnates.com. 9. Januar 2014, abgerufen am 10. März 2014.
  4. NXT Official Launch – NXT Generation of Cryptocurrency Begins Now. In: Bitcoinviews.com. 3. Januar 2014, abgerufen am 10. März 2014.
  5. Open source cryptocurrency Nxt is now finishing testing Asset Exchange and was added on Cryptsy. In: CryptoSource. 4. März 2014, abgerufen am 10. März 2014.
  6. Nicolas Houy: It Will Cost You Nothing to 'Kill' a Proof-of-Stake Crypto-Currency, Lyon 2014