Oxo-

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Oxo- wird in der chemischen Nomenklatur als Vorsilbe (Präfix) zur Benennung von Verbindungen benutzt.

Organische Chemie[Bearbeiten]

Man benutzt die Vorsilbe „Oxo-“, um anzugeben, dass sich in einer Stammverbindung die zusätzliche Carbonylgruppe eines Ketons oder – seltener eines Aldehyds – befindet. Die Bezeichnung (= Name) der Stammverbindung ist dann entsprechend der IUPAC-Regel C-316 zu ergänzen. Die Oxo-Nomenklatur wird benutzt, wenn die zu benennende Verbindung Gruppen mit höherer Priorität enthält, z. B. 3-Oxobutansäure.[1]

Oxoalkohol[Bearbeiten]

Jargonbezeichnung für meist primäre, verzweigte höhere Alkohole, die bei der Oxo-Synthese gewonnen werden.[2]

Oxoaldehyd[Bearbeiten]

Oxoaldehyde sind eine systematische Gattungsbezeichnung eine zusätzliche Ketogruppe(n) tragende Aldehyde. Als Jargonbezeichnung für mittels Oxo-Synthese gewonnene Aldehyde wird der Begriff auch benutzt.[3]

Oxocarbonsäure[Bearbeiten]

Gattungsbezeichnung für Carbonsäuren, die außer der Carboxygruppe als funktionelle Gruppe noch eine Carbonylgruppe enthalten, auch Aldehydsäuren oder Ketosäuren genannt.[4] Beispiele: Brenztraubensäure, Acetessigsäure, 3-Oxoglutarsäure und Oxobernsteinsäure.

Anorganische Chemie[Bearbeiten]

Nach den IUPAC-Regeln 5-214 und 7.312 ist „Oxo-“ die Bezeichnung für ein Sauerstoffatom als Ligand in Koordinationsverbindungen und Oxosäuren [Sauerstoffsäuren, wie Chlorsäure Salpetersäure, Schwefelsäure usw., die im Anion semipolar (koordinativ) gebundenen Sauerstoff enthalten].[5] In Oxoverbindungen liegt ein (oder mehrere) mit „beiden Valenzen“ an das „gleiche Fremdatom“ (As, S, N etc.) gebundenes Sauerstoffatom vor.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Albert Gossauer: Struktur und Reaktivität der Biomoleküle, Verlag Helvetica Chimica Acta, Zürich, 2006, S. 270, ISBN 978-3-906390-29-1.
  2. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2954, ISBN 3-440-04513-7.
  3. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2954, ISBN 3-440-04513-7.
  4. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2954, ISBN 3-440-04513-7.
  5. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2953−2954, ISBN 3-440-04513-7.