Oxo-

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Oxo- wird in der chemischen Nomenklatur als Vorsilbe (Präfix) zur Benennung von Verbindungen benutzt. Sie zeigt das Vorhandensein eines doppelt gebundenen Sauerstoffatoms an.[1][2]

Organische Chemie[Bearbeiten]

In der organischen Chemie bezeichnet Oxo- Verbindungen mit einem Sauerstoffatom, das doppelt an Kohlenstoff oder ein anderes Element gebunden ist.[1]

Oxoalkohol[Bearbeiten]

Jargonbezeichnung für meist primäre, verzweigte höhere Alkohole, die bei der Oxo-Synthese gewonnen werden.[3]

Oxoaldehyd[Bearbeiten]

Oxoaldehyde sind eine systematische Gattungsbezeichnung eine zusätzliche Ketogruppe(n) tragende Aldehyde. Als Jargonbezeichnung für mittels Oxo-Synthese gewonnene Aldehyde wird der Begriff auch benutzt.[4]

Oxocarbonsäure[Bearbeiten]

Beispiel für eine Oxocarbonsäure: Brenztraubensäure

Gattungsbezeichnung für Carbonsäuren, die außer der Carboxygruppe als funktionelle Gruppe noch eine Carbonylgruppe enthalten, auch Aldehydsäuren oder Ketosäuren genannt.[5] Beispiele: Brenztraubensäure, Acetessigsäure, 3-Oxoglutarsäure und Oxobernsteinsäure.

Anorganische Chemie[Bearbeiten]

Nach den IUPAC-Regeln 5-214 und 7.312 ist „Oxo-“ die Bezeichnung für ein Sauerstoffatom als Ligand in Koordinationsverbindungen und Oxosäuren [Sauerstoffsäuren, wie Chlorsäure Salpetersäure, Schwefelsäure usw., die im Anion semipolar (koordinativ) gebundenen Sauerstoff enthalten].[6] In Oxoverbindungen liegt ein (oder mehrere) mit beiden Valenzen an das gleiche Fremdatom (As, S, N etc.) gebundenes Sauerstoffatom vor.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Compendium of Chemical Terminology (Gold Book), Version 2.3.3. International Union of Pure and Applied Chemistry, 24. Februar 2014, S. 1052, abgerufen am 29. September 2014 (englisch).
  2. Albert Gossauer: Struktur und Reaktivität der Biomoleküle, Verlag Helvetica Chimica Acta, Zürich, 2006, S. 270, ISBN 978-3-906390-29-1.
  3. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2954, ISBN 3-440-04513-7.
  4. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2954, ISBN 3-440-04513-7.
  5. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2954, ISBN 3-440-04513-7.
  6. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2953−2954, ISBN 3-440-04513-7.