IBM System R

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System R ist ein von IBM im San Jose Research Center (heute IBM Almaden Research Center) entwickeltes Datenbankmanagementsystem. Das System wurde in den 70er Jahren im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelt. Es ist historisch von großer Bedeutung, da es das erste Relationale Datenbankmanagementsystem war und die Abfragensprache SEQUEL (=Structured English Query Language) definierte, aus der die SQL-Abfragesprache hervorging. An den Grundlagen dieser Forschungsarbeit war Edgar F. Codd maßgeblich beteiligt.

System R zeichnete sich bereits durch eine gute Transaktionsleistung aus und hatte einen fortgeschrittenen Anfrageoptimierer sowie B-Bäume als Indexverfahren. Das System R wurde zwar bei einigen Kunden der IBM erfolgreich getestet, jedoch nie vermarktet.

Durch die Erfahrungen mit dem System R wurde von der IBM das System SQL/DS entwickelt und ab 1981 bei Kunden eingesetzt. SQL/DS ist der Vorgänger des relationalen Datenbankmanagementsystems DB2.

Die Arbeiten von Edgar F. Codd inspirierten auch andere Softwareentwickler außerhalb der IBM. Larry Ellison gründete 1977 das Unternehmen Software Development Laboratories und entwickelte das relationale Datenbankmanagementsystem Oracle. Später wurde der Name der Datenbank auch als Unternehmensname (Firma) übernommen.

Die SQL-Abfragesprache hat sich bis heute als Standard durchgesetzt. Sie wurde 1986 vom ANSI und 1987 vom ISO erstmals als Norm verabschiedet. In den nachfolgenden Jahren wurde der SQL-Standard noch deutlich erweitert.

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