X-Effizienz

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X-Effizienz ist ein Begriff der Wirtschaftswissenschaft und bezeichnet die Wirtschaftlichkeit, mit der ein gegebenes Set an Inputs (z. B. Arbeit, Kapital etc.) für die Produktion eines Outputs (Produkt) genutzt wird. Produziert ein Unternehmen mit den gegebenen Ressourcen wie Maschinen, Technologie, Arbeitnehmern etc. den maximalen Output, so produziert es x-effizient, produziert es weniger als den maximalen Output, so produziert es x-ineffizient.

In der neoklassischen Theorie unter der Bedingung der vollständigen Konkurrenz produzieren alle Unternehmen per definitionem x-effizient, da jedes Unternehmen, das weniger effizient als ein anderes produziert, sich nicht langfristig auf dem Markt behaupten kann.

Harvey Leibenstein suchte aufzuweisen, dass in vielen interessanten ökonomischen Situationen allokative Ineffizienz allein genommen nur recht wenig von den hingenommenen Wohlfahrtsverlusten erklärt. Die nicht allokative Komponente, die hingegen den überwiegenden Rest erklärt, nannte er X-Ineffizienz. Mit diesem Begriff benannte er die Problemstellung, die seiner Auffassung nach eine noch größere Relevanz besitzt als die allokative Effizienz, mit der sich die Mikroökonomie bislang allein beschäftigt hat, nämlich: die Gründe für diese bislang unerklärte Restgröße theoretisch zu bestimmen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harvey Leibenstein: Beyond Economic Man: A New Foundation for Microeconomics. Harvard University Press : Cambridge, Mass. 1976. S. 9

Literatur[Bearbeiten]

  • Leibenstein, Harvey: "Allocative Efficiency and X-Efficiency", The American Economic Review, 56 (1966), pp. 392-415.
  • Stigler, George J.: "The Xistence of X-Efficiency", The American Economic Review, Vol. 66, No. 1 (Mar., 1976), pp. 213-216 (Kritik zu Leibensteins Artikel von 1966)
  • Leibenstein, Harvey: "X-Inefficiency Xists: Reply to an Xorcist", The American Economic Review, Vol. 68, No. 1 (Mar., 1978), pp. 203-211 (Replik zu Stiglers Kritik)
  • Leibenstein, Harvey: "On the Basic Proposition of X-Efficiency Theory", The American Economic Review, Vol. 68, No. 2, Papers and Proceedings of the Ninetieth Annual Meeting of the American Economic Association (May, 1978), pp. 328-332
  • Leibenstein, Harvey: "A Branch of Economics is Missing: Micro-Micro Theory," Journal of Economic Literature, 17 (1979), pp. 477-502
  • Leibenstein, Harvey: "The General X-Efficiency Paradigm and the Role of the Entrepreneur", in: Rizzo, M. J. (Hrsg.): Time, Uncertainty, and Disequilibrium: Exploration of Austrian Themes, Lexington, Massachusetts 1979, S. 127-139.
  • Leibenstein, Harvey: "X-Efficiency: From Concept to Theory," Challenge, 22 (1979), pp. 13-22 (Dieser Artikel ist vergleichsweise leicht verständlich und wenig formal gehalten).
  • Taylor, Frederick (1913): "Die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung".
  • Williamson, Oliver (1995): "Transaction Cost Economics and Organization Theory", in: ders.: Organization Theory: From Chester Barnard to the Present and Beyond. S.207-256 (232 f.).