Ulrika Eleonore (Schweden)

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Ulrika Eleonore von Schweden, Martin van Meytens zugeschrieben, 1730

Ulrika Eleonore (* 23. Januarjul. / 2. Februar 1688greg. in Stockholm; † 24. Novemberjul. / 5. Dezember 1741greg. ebenda) war von 1718 bis 1720 regierende Königin von Schweden und von 1718 bis 1719 Herzogin von Bremen-Verden.

Ulrika Eleonore war die zweite Tochter von Karl XI. von Schweden aus dem Hause Wittelsbach (Linie Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg) und dessen Gemahlin Ulrike von Dänemark.

Etwa ab 1713 nahm Ulrika an Sitzungen des Senats teil, da sich ihr Bruder Karl XII. im Ausland befand. Mit seiner Einwilligung unterzeichnete sie fast alle Schriftstücke des Senats, außer jene, welche direkt an den König gerichtet waren.

Nach dem Tode ihres Bruders am 30. November (jul.) bzw. 11. Dezember (greg.) 1718 reagierte sie schnell und ließ sich auf einem öffentlichen Reichstag in Uddevalla zur neuen Königin bestimmen. Der Senat war so überrumpelt, dass er ohne Gegenwehr zustimmte. Der Kriegsrat, die einzige machtvolle Verwaltung nach dem Tode Karl XII., widersetzte sich aber. Nach Ansicht des Kriegsrates beruhte die Thronfolge nicht auf dem Erbrecht, sondern war abhängig von einer Wahl. Nachdem Ulrika Eleonore notgedrungen dieser Verfahrensweise zugestimmt hatte, wurde sie am 23. Januar 1719 zur Königin gewählt und am 17. März in Uppsala gekrönt. Mit ihrer Thronübernahme war aber eine Regierungsreform verbunden, die das Machtzentrum in die Hände des Reichstags verlegte.

Schon zu dieser Zeit wollte Ulrika mit ihrem Mann, Friedrich von Hessen-Kassel, mit dem sie seit 1715 verheiratet war, zusammen regieren, doch der Reichstag widersetzte sich diesem Wunsch. Ungeachtet dessen stieg ihr Gemahl immer mehr in das politische Geschehen ein. Als Ulrika Probleme mit einigen Senatsmitgliedern bekam, nutzte er diesen Streit und gewann das Vertrauen dieser Männer. Am 29. Februar 1720 dankte Ulrika Eleonore schließlich zu Gunsten ihres Mannes ab, der als Friedrich I. der einzige Hesse auf dem schwedischen Thron war. Mit Ulrikas Abdankung war die Bedingung verbunden, dass sie wieder Königin würde, falls ihr Mann vor ihr sterben sollte.

Nach dem Machtwechsel kümmerte sie sich mehr um Wohltätigkeitsangelegenheiten.[1] Nur während eines Auslandsaufenthaltes (1731) und einer Krankheit Friedrichs (1738) übernahm sie wieder Regierungsverantwortung. Ulrika war die letzte Wittelsbacherin auf dem schwedischen Thron. Ihre Ehe blieb kinderlos.

 
 
 
 
 
Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg (1589–1652)
 
 
 
 
Karl X. König von Schweden (1622–1660)
 
 
 
 
 
Katharina Wasa von Schweden (1584–1638)
 
 
 
Karl XI. König von Schweden (1655–1697)
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1597–1659)
 
 
 
Hedwig Eleonora von Schleswig-Holstein-Gottorf (1636–1715)
 
 
 
 
 
Maria Elisabeth von Sachsen (1610–1684)
 
 
 
Ulrika Eleonore Königin von Schweden
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian IV. König von Dänemark, (1577–1648)
 
 
 
Friedrich III. König von Dänemark (1609–1670)
 
 
 
 
 
Anna Katharina von Brandenburg (1575–1612)
 
 
 
Ulrike Eleonore von Dänemark (1656–1693)
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg von Braunschweig-Calenberg (1582–1641)
 
 
 
Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg (1628–1685)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna Eleonore von Hessen-Darmstadt (1601–1659)
 
 
Commons: Ulrika Eleonore von Schweden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Vor allem auf ihre Initiative entstand das Adlige Fräuleinstift Barth in Schwedisch-Pommern (1).
VorgängerAmtNachfolger
Karl XII.Königin von Schweden suo iure
1718–1720
Friedrich
Karl XII.Herzogin von Bremen-Verden
1718–1719
Georg I. Ludwig
Ulrike Eleonore von Dänemark und NorwegenKönigin-Gemahlin von Schweden
1720–1741
Luise Ulrike von Preußen